ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1997Herztransplantation: Nur international erfolgreich

SPEKTRUM: Leserbriefe

Herztransplantation: Nur international erfolgreich

Preuschof, Lothar

Zu dem Beitrag "Mitteldeutscher Transplantationsverbund: Regionalisierung der Herztransplantation" von Prof. Dr. med. H.-R. Zerkowski in Heft 38/1997
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LNSLNS Am Beispiel der Herztransplantation werden Wege aufgezeigt, wie Organspende und Transplantation aus verschiedenen Gründen in eine Sackgasse führen.
Geographisch gehören die "drei südlichen neuen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen" zum Osten Deutschlands. Rechtlich und politisch gehören sowohl Mitteldeutschland als auch das Prinzip "regionale Spender für regionale Empfänger" der Vergangenheit an. Das deutsche Transplantationsgesetz aus dem Jahre 1997 legt fest, nach welchen Regeln eine Organspende oder Transplantation möglich ist, 52 Jahre nachdem Mitteldeutschland aufgehört hat zu existieren. Einem "Mitteldeutschen Transplantationsverbund" in der dargestellten Form fehlt heute jede Rechtsgrundlage. Weder das Gesundheitsstrukturgesetz noch andere wirtschaftliche Erwägungen können als Argument dafür dienen, besonders "die bestehenden Transplantationsprogramme an den Zentren der neuen Bundesländer" zu fördern.
Organisationsmodelle, die Regionalisierung ist hier ein mögliches Konzept, müssen sicherstellen, daß ein Patient in Flensburg, Görlitz, Oberstdorf oder Kleve die gleichen Chancen hat, ein Herz-, Lungen-, Leber-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- oder Hornhauttransplantat zu erhalten. Dabei haben die vergangenen Jahrzehnte gezeigt, daß erfolgreiche Transplantationsprogramme nur durch internationale Zusammenarbeit möglich wurden.
Dr. med. Lothar Preuschof, Manteuffelstraße 23b, 12203 Berlin
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