ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1996Nikotinentwöhnung: Erfolge mit Rauchen nach der Uhr

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Nikotinentwöhnung: Erfolge mit Rauchen nach der Uhr

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LNSLNS Doppelte Erfolgschancen versprechen US-Wissenschaftler Rauchern, die nach einer neuen Methode ihre Sucht bekämpfen wollen. Mit dem Rauchen nach der Uhr würden sehr gute Ergebnisse erzielt, berichtet Professor Paul Cinciripini von der Universität Pittsburgh. Der Trick liegt darin, das Rauchen auf bestimnmte Zeiten zu begrenzen, wobei die Zeitintervalle kontinuierlich verlängert werden. Die Ergebnisse des Forscherteams wurden jetzt in der Fachzeitschrift "Journal of Consulting and Clinical Psychology" veröffentlicht.
Das Prinzip erprobten die Forscher neun Wochen lang an 128 Testpersonen. Dabei wurde zuerst der persönliche Rauchrhythmus der Probanden ermittelt. So durfte eine Testperson, die pro Tag 30 Zigaretten raucht und neun Stunden schläft, alle halbe Stunde eine Zigarette rauchen, also keine einzige weniger als zuvor. Dabei gab es allerdings eine Bedingung: Der Raucher mußte die Zigarette innerhalb von fünf Minuten nach der vereinbarten Zeit anzünden. Verpaßte er dies, durfte er nicht rauchen.
Hielt der Proband diese Regelung eine Woche lang durch, durfte er ab Beginn der zweiten Woche nur noch alle 45 Minuten rauchen. In der dritten Woche gab es alle 67 Minuten eine Zigarette, das heißt, es wurden insgesamt 13,4 Zigaretten pro Tag geraucht.
Im folgenden wurden die Zeitintervalle weiter verlängert. In der vierten Woche waren es dann noch 9, in der fünften 6 und in der sechsten Woche 4 Zigaretten am Tag. Mit diesem Pensum war die Testperson dann bereit, ganz aufzuhören.
Das Verfahren, so das Forscherteam der Universität Pittsburgh, ergab eine Erfolgsquote von 44 Prozent im Gegensatz zu 22 Prozent bei denjenigen, die abrupt aufgehört hatten. Immerhin 18 Prozent der Probanden half die Methode, ihren Zigarettenkonsum zu reduzieren. afp
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