ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1997Paradise Road: Zauber der Musik

VARIA: Filmkritik

Paradise Road: Zauber der Musik

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Am 7. Dezember 1941, dem Tag des japanischen Angriffs auf die amerikanische Flotte in Pearl Harbor, landet die japanische Armee auch im Norden Malakkas und Thailands. Das in britischer Hand liegende Singapur wird außerdem von General Yamashita attackiert. Zahlreiche Frauen und ihre Kinder werden an Bord eines Schiffes gebracht, das sie nach Europa bringen soll.
Doch das Schiff wird bombardiert. Einige Flüchtlinge schaffen es, das Ufer zu erreichen, nicht wissend, daß sie in Sumatra gelandet sind, das von den Japanern besetzt ist. Sie werden in ein Internierungscamp verschleppt und müssen dort unter schwierigsten Bedingungen ihre Existenz fristen. Sie alle, ob Mitglieder der High Society Singapurs, einfache Engländerinnen oder ebenfalls dort internierte Holländerinnen, leiden vor allem unter der (leider teilweise allzu drastisch dargestellten) Brutalität der Japaner. Aber auch das tropische Klima, das Minimum an Nahrung sowie zahlreiche Krankheiten machen ihnen zu schaffen. Langsam wird allen klar, daß sie nur dann eine Überlebenschance haben, wenn sie sich gegenseitig unterstützen. Adrienne Pargiter (Glenn Close) greift dazu auf die völkerübergreifende Sprache der Musik zurück. Sie gründet einen Chor, der als Vokalorchester vorrangig anspruchs- volle Arrangements einübt. Tatsächlich gelingt es den Frauen nach anfänglichen Schwierigkeiten, ein Zusammengehörigkeitsgefühl herzustellen, und selbst die Japaner können sich dem Zauber der Musik schließlich nicht mehr entziehen.
Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Drehbuchautor und Regisseur Bruce Beresford hat sich nach der Lektüre von Aufzeichnungen der Überlebenden spontan entschlossen, das Drehbuch zu schreiben. "Mein Ziel war, diese ungeheure Kraft der Frauen zu betonen, denen es gelang, in all dieser Brutalität und Hoffnungslosigkeit, etwas so unendlich Schönes zu erschaffen", sagte Beresford.
Er konzentrierte sich auf eine Gruppe sehr unterschiedlicher Frauen, die von so ausgezeichneten Schauspielerinnen wie Glenn Close und Pauline Collins verkörpert werden. Der sehens- und hörenswerte Film schildert auf einfühlsame Weise ein weniger bekanntes Kapitel des Zweiten Weltkrieges. Der Film ist am 20. November angelaufen. Kli
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