ArchivDeutsches Ärzteblatt48/1997Niedermolekulare Heparine: Gewichtsadaptierte Dosierung

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Niedermolekulare Heparine: Gewichtsadaptierte Dosierung

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Von den etwa 15 000 Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose pro Jahr zeigen zehn bis 20 Prozent die klinischen Symptome einer Lungenembolie. Dagegen läßt sich mit Hilfe des Ventilationsperfusions-LungenScans in 60 bis 70 Prozent dieser Fälle eine Lungenembolie nachweisen. Umgekehrt zeigen nur 20 bis 30 Prozent der symptomatischen Patienten mit nachgewiesener Lungenembolie Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose. Aber bei 70 bis 90 Prozent dieser Patienten sei phlebographisch eine tiefe Beinvenenthrombose zu diagnostizieren, berichtete Prof. Harry Büller (Amsterdam) auf einem Symposium der Firma Sanofi in München.
Zu den Fortschritten bei der Betreuung von venösen Thromboembolien gehört die körpergewichtsadaptierte Gabe niedermolekularer Heparine (NM-Heparin). Das in Europa am meisten verwendete NM-Heparin ist Fraxiparin®, dessen Indikationsbereich erweitert wurde und folgende Anwendungsgebiete umfaßt:
c peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei niedrigem oder mittlerem thrombotischen Risiko;
c peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei hohem thrombotischen Risiko, wie es in der orthopädischen Chirurgie, zum Beispiel bei Hüftgelenkersatz, besteht;
c Therapie tiefer Venenthrombosen;
c Thrombose-Prophylaxe bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse und Hämofiltration.
Die Vorteile der körpergewichtsadaptierten Dosierung von NM-Heparin gegenüber der stationären Therapie mit unfraktioniertem Standardheparin mittels Dauerinfusion liegen nicht nur im klinischen Bereich, wie Prof. Fedor Bachmann (Lausanne) ausführte. Dazu gehören auch die niedrigeren Kosten der Antikoagulation mit NM-Heparin, da das Labormonitoring entfällt und die Therapie teilstationär sowie ambulant durchgeführt werden kann. Die Patienten profitieren von der frühen Mobilisation und der einfachen Anwendung, so Prof. Silvia Haas (München).
Zahlreiche klinische Studien bestätigen, daß NM-Heparine, in ein- bis zweimal täglicher subkutaner Injektion verabreicht, den kontinuierlich intravenös applizierten unfraktionierten Heparinen therapeutisch überlegen sind und weniger Nebenwirkungen aufweisen. Empfohlen wird alle zwölf Stunden eine subkutane Injektion von Fraxiparin® in einer dem Körpergewicht des Patienten angepaßten Dosierung (siehe Tabelle). Dazu sind Fertigspritzen zu 0,6, 0,8 und 1,0 ml verfügbar. Sie weisen eine Graduierung in 0,1-ml-Schritten auf, so daß eine genaue Dosierung kein Problem sein sollte. Siegfried Hoc
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