ArchivDeutsches Ärzteblatt49/1997Arbeitszeitgesetz: Ruhezeiten sind wichtig

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arbeitszeitgesetz: Ruhezeiten sind wichtig

Kippes, Stephan

Zu dem Beitrag "Das Arbeitszeitgesetz - Realität oder Fiktion?" von Prof. Dr. med. Hans-Friedrich Kienzle und Dr. jur. Christoph Jansen in Heft 39/1997
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LNSLNS . . . Nur wer im Elfenbeinturm meilenweit von der Qualität und der Arbeit der Basis entfernt residiert, kann Fehler aus Übermüdung anzweifeln. Wenn Ärzte mehr als 24 Stunden Dienst tun, kann man nur dem Schutzengel danken, wenn keine Katastrophe passiert ist. Dem Juristen Dr. Jansen kann nur empfohlen werden, seine Artikel mal von einer Sekretärin schreiben zu lassen, die 24 Stunden und mehr im Einsatz war . . .
Unsere Rechtsprechung ist bezüglich des Arbeitszeitgesetzes eindeutig. Wer läßt sich gerne aus falsch verstandenem Ehrgeiz verurteilen? Auch der Chefarzt nicht! Und was die viel zitierte Kontinuität anbelangt, kann man nur auf die Abteilungsbesprechungen hinweisen, in denen der Informationsaustausch stattfinden soll. Vielleicht sollten alle ein bißchen besser zuhören, auch wenn es "nur" um AOK-Patienten geht.
Das Arbeitszeitgesetz ist eine simple Berufssicherheitsmaßnahme, aber durch archaische Denkmuster wird seine Realisierung zu Lasten der Patienten ad absurdum geführt. Dabei sind in Krankenhäusern Bestimmungen mindestens genauso wichtig wie bei Busfahrern, die nach bestimmten Fahrtzeiten Ruhezeiten einzuhalten haben, um die leider einschlägig bekannten "hypothetischen" Fehler zu vermeiden.
Fest steht auf alle Fälle: Wenn die Übergaben professionell durchgeführt werden, ist für den Patienten die personelle Kontinuität wesentlich weniger wichtig als ein ausgeruhter und eben nicht kontinuierlich müder Arzt. Den Chefärzten, die sich im Elfenbeinturm verschanzen und die dies nicht glauben sollten, kann man nur raten, ehrlich zu sein und dem Patienten und seinen Angehörigen vorher zu sagen, daß er zum Beispiel von einem Chirurgen operiert wird, der bereits mehr als 24 Stunden auf den Beinen ist. Doch diesen Ärger wird sich wohl niemand aufhalsen.
Dr. Stephan Kippes, Oskar-Maria-Graf-Straße 6, 82178 Puchheim
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