ArchivDeutsches Ärzteblatt49/1997Neonatale Risikofaktoren für Zerebralparese bei Frühgeborenen

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Neonatale Risikofaktoren für Zerebralparese bei Frühgeborenen

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LNSLNS Neonatale Risikofaktoren für die infantile Zerebralparese wurden in einer Fall-Kontroll-Studie an 59 Frühgeborenen mit Zerebralparese und 234 ebenso vorzeitig geborenen Kindern ohne diese neurologische Störung untersucht. Alle Kinder kamen vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt und stammten nicht aus Mehrlingsschwangerschaften. Nach Adjustierung der Daten nach Gestationsalter und nach durch vorhergehende Studien identifizierten pränatalen und intrapartalen Risikofaktoren zeigte sich bei folgenden Faktoren ein signifikant erhöhtes Risiko: Persistierender Ductus arteriosus, Hypotension, Bluttransfusionen, längerfristige Beatmung, Pneumothorax, Sepsis, Hyponatriämie, Krampfanfälle, parenchymale Hirnschädigung und ventrikuläre Erweiterung. Alle Faktoren wurden mittels Ultraschall diagnostiziert. Im Gegensatz dazu waren isolierte intraventrikuläre Blutungen ohne Parenchymschädigung und Ventrikelerweiterung nicht mit einem erhöhten Risiko für infantile Zerebralparese verbunden. Die Studie bestätigte das bereits früher festgestellte besonders ausgeprägte Risiko bei intrauteriner Infektion und anschließender neonataler Sepsis. Die sehr unterschiedlichen Faktoren zeigen nach Ansicht der Autoren, daß die Häufigkeit der infantilen Zerebralparese bei Frühgeborenen nach einer Schwangerschaftsdauer von weniger als 32 Wochen nur durch kombinierte Verbesserungen der Betreuung während der pränatalen, intrapartalen und neonatalen Periode gesenkt werden könnte. silk


Murphy DJ, Hope RL, Johnson A: Neonatal risk factors for cerebral palsy in very preterm babies: case-control study, Br Med J 1997; 314: 404-408.
Dr. D. J. Murphy, 22 Manor Park, Redland, Bristol BS 6 7HH, Großbritannien.

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