ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2011Rehabilitation: Potenziale könnten besser genutzt werden

AKTUELL

Rehabilitation: Potenziale könnten besser genutzt werden

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Derzeit werden circa zwei Millionen Menschen jährlich im Rahmen von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen behandelt. Das Umsatzvolumen dieses Versorgungssektors liegt bei rund acht Milliarden Euro jährlich. Durch Rehamaßnahmen wird erreicht, dass 60 Prozent aller behandelten Patienten im erwerbsfähigen Alter in den ersten fünf Jahren danach im Berufsleben bleiben. Doch durch medizinische Rehabilitation könnte noch mehr erreicht werden, wenn die Potenziale besser genutzt würden. Darauf hat Dr. Boris Augurzky, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, bei der Vorstellung des „Faktenbuches Medizinische Rehabilitation 2011“ hingewiesen.

Eine gezielte Rehamaßnahme sichert die Erwerbsfähigkeit und verhindert Pflegebedürftigkeit. Foto: vario images
Eine gezielte Rehamaßnahme sichert die Erwerbsfähigkeit und verhindert Pflegebedürftigkeit. Foto: vario images

Augurzky betonte, dass bekannte Schnittstellenprobleme immer noch nicht überwunden seien. So müsse für Rehamaßnahmen neben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) aufkommen. Von einer erfolgreichen Reha profitiere dann jedoch häufig die Pflegeversicherung, nicht die GKV. Der Wissenschaftler erläuterte, dass die Kosten in den Rehakliniken stärker stiegen als die Vergütung. Dies führe dazu, dass sehr viel mehr Rehakliniken als Akutkrankenhäuser in Insolvenzgefahr geraten seien. Außerdem falle es ihnen schwerer, Personal zu rekrutieren.

Anzeige

Hinzu kommt Augurzky zufolge, dass trotz eines steigenden Bedarfs aufgrund der Alterung der Bevölkerung und des heraufgesetzten Rentenalters die Zahl der Rehafälle zulasten der GKV stagniert. Die Fallzahl bei der DRV sei seit 2006 leicht steigend. Doch die Ausgaben seien in diesem Bereich gedeckelt.

„Wir geben kaum Geld aus, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden“, monierte Dr. Katharina Nebel, Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken. Dabei sei heute bereits jeder dritte Bundesbürger über 80 Jahre pflegebedürftig. Nebel forderte, Hürden abzubauen, beispielsweise durch stabile Rahmenbedingungen. Auch die komplizierten Verordnungsverfahren für die Ärzte müssten abgeschafft werden.

Das Faktenbuch „Reha 2011“ kann unter www.agmedreha.de heruntergeladen werden. Rie

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote