ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2011L’Ensemble médical: Münchener Mediziner feiern internationale Erfolge

KULTUR

L’Ensemble médical: Münchener Mediziner feiern internationale Erfolge

Klinkhammer, Gisela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Studierende und Dozenten der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München traten vor kurzem in der Carnegie Hall in New York auf.

In der New Yorker Carnegie Hall erklang Johann Sebastian Bachs H-Moll-Messe. Foto: L’ Ensemble Medicale
In der New Yorker Carnegie Hall erklang Johann Sebastian Bachs H-Moll-Messe. Foto: L’ Ensemble Medicale

Es ist in der Regel eher ungewöhnlich, dass ein Präparationskurs zur Gründung eines Orchesters führt. Doch genau das war an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München der Fall. Dort organisierte nämlich Gundi Gabrielle das Abschlusskonzert. Dafür stellte sie ein Orchester aus Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammen und war überrascht, wie viele von ihnen ein Instrument spielen oder singen können. Die Studierenden führten Ausschnitte aus Mozarts „Requiem“ auf, „als Dank an die Menschen, die ihren Körper zum Anatomiestudium der jungen Mediziner im Seziersaal zur Verfügung gestellt hatten“. Es entstand der Plan weiterzumachen, und das war dann die Geburtsstunde von „L’Ensemble Médical“.

Anzeige

Die deutsch-amerikanische Dirigentin war erst über Umwege zum Medizinstudium gekommen. Zuvor hatte sie viele Jahre als Musikdirektorin an Kirchen und Opernkompanien in New York und Los Angeles gearbeitet sowie internationale Orgelkonzerte gegeben. Doch dann beschloss sie, Ärztin zu werden, „um humanitäre Arbeit leisten zu können“. Dieser Entschluss führte sie dann nach München.

Das von ihr dort gegründete Ensemble wuchs rasch auf nahezu 200 Mitglieder an. Jährlich führen Chor und Orchester vor ausverkauften Sälen acht bis zehn Konzerte in Deutschland auf und sind zwei- bis dreimal auf Tourneen im Ausland. Im letzten Jahr brachte das Ensemble im Straßburger Münster und in der Kirche Saint Eustache in Paris Giuseppe Verdis „Requiem“ zu Gehör. „Es gibt viele Amateurensembles“, berichtet Gabrielle. Aber nur wenige erreichten ein derart hohes Niveau. Und der Höhepunkt der bisherigen Karriere des Ensembles war die USA-Tournee, bei der Johann Sebastian Bachs H-Moll-Messe erklang – neben New York auch noch in Washington und Boston. Darüber hinaus fand in New York ein Symposium zum Thema „Music in Medicine“ statt in Zusammenarbeit mit der Weill Cornell Medical School. Die „New York Times“ bescheinigte dem erst zweijährigen Ensemble Profiniveau.

Die Mitglieder des Ensembles kommen überwiegend aus den Medizinischen Fakultäten der LMU und der Technischen Universität München sowie der Münchener Ärzteschaft, darunter Wettbewerbsgewinner, Mediziner mit abgeschlossenem Musikstudium oder solche, die parallel zum Medizinstudium auch Musik studieren. Darüber hinaus wirken auch professionelle Musiker und Angehörige anderer Fakultäten mit.

Als nächstes Projekt wird L’Ensemble Médical Beethovens 9. Sinfonie im Herkulessaal in München (29. Mai) und der Meistersingerhalle in Nürnberg (28. Mai) aufführen. Außerdem ist im nächsten Februar eine Kalifornien-Tournee (Los Angeles und San Francisco) geplant. Zu diesem Großprojekt sind interessierte und fortgeschrittene Musiker und Sänger bundesweit eingeladen. Die Proben finden an Wochenenden statt, genauere Details und Probenplan: www.lensemblemedical.com.

Gisela Klinkhammer

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote