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Es ist unter epidemiologischen Aspekten hoch relevant, sich des Themas Depression intensiver anzunehmen. Leider wirkt der umfangreiche Statusreport des G-BA merkwürdig saft- und kraftlos, was das Thema der Primärprävention betrifft. Die Depression ist eine der Erkrankungen, die am stärksten durch chronische psychosoziale Stressbelastungen determiniert ist. Es wäre daher eigentlich unumgänglich, sich unter dem Aspekt der Resilienzförderung auch Aspekten der frühkindlichen Entwicklung zuzuwenden. Zahlreiche neurobiologische, entwicklungspsychologische und psychoepidemiologische Studien haben wiederholt die hohe Bedeutung einer sicheren frühen Bindungsbeziehung für die Funktion der HPA-Achse und die lebenslange Stressverarbeitungskapazität nachgewiesen. Die Förderung früher Bindungssicherheit sowie die Vermeidung der Ausbildung dysfunktionaler Stressverarbeitungsmuster, wie sie zum Beispiel bei zu früher ganztägiger Gruppentagesbetreuung häufig auftreten, sind daher Ansätze, die dringend stärkere Berücksichtigung verdienten. Gerade bei den großen Volkskrankheiten werden wichtige Determinanten in der frühen Kindheit bisher sträflich vernachlässigt.

Dr. Rainer Böhm, 33605 Bielefeld

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