ArchivDeutsches Ärzteblatt50/1997BÄK legt Rettungsdienst- Konzept vor

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BÄK legt Rettungsdienst- Konzept vor

Dtsch Arztebl 1997; 94(50): A-3406 / B-2760 / C-2486

Korzilius, Heike

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LNSLNS "Die Aufgaben der niedergelassenen Vertragsärzte müssen mit denen der im Rettungsdienst eingesetzten Notärzte besser verzahnt werden", forderte Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Wilhelm Ahnefeld, Mitglied des Ausschusses Notfall- und Katastrophenmedizin der Bundes­ärzte­kammer. Darauf zielt das Papier "Grundlagen und Grundsätze zur Weiterentwicklung der Rettungsdienste und der notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland", das die Bundes­ärzte­kammer Ende November anläßlich der Medica in Düsseldorf vorgestellt hat. Ahnefeld schätzt, daß 30 bis 40 Prozent der jährlich rund 8,5 Millionen Notarzteinsätze in die Kompetenz der niedergelassenen Ärzte fallen, weil für die Patienten keine akute Lebensgefahr bestehe. Nach dem Konzept der BÄK soll der Notarzt lediglich für lebensbedrohliche Notfälle zuständig sein. In einem verzahnten System könnten Vertragsärzte die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken. Auf diese Weise sei es möglich, auch in dünnbesiedelten Gebieten die gesetzlichen Hilfsfristen einzuhalten, ohne das Rettungswesen kostenträchtig auszubauen.
Eine solche Umstrukturierung setzt nach Ansicht der Bundes­ärzte­kammer die Einrichtung einer zentralen Leitstelle voraus, in der fachlich qualifiziertes Personal alle eingehenden Notrufe je nach Schweregrad an die entsprechende Stelle weiterleitet. Idealerweise sollte diese beim Land angesiedelt sein. "So kann verhindert werden, daß der falsche Arzt mit dem falschen Rettungsmittel beim falschen Patienten ankommt", sagte Dr. med. Peter Knuth, Geschäftsführer des BÄK-Ausschusses Notfall- und Katastrophenmedizin. Auch unnötige Krankenhauseinweisungen ließen sich vermeiden. Um das Rettungswesen effizienter zu gestalten, sei darüber hinaus eine bundesweit einheitliche Notrufnummer nötig.
Würde ihr Rettungsdienst-Konzept umgesetzt, rechnet die BÄK mit einer deutlichen Senkung der Kosten bei gleichbleibender Qualität. Noch fehlten jedoch die Verordnungen und Gesetze, die dafür erforderlich seien. Die am Rettungsdienst beteiligten Berufsverbände und medizinischen Fachgesellschaften stimmten dem Konzept zu. Jetzt gelte es, die Politik zu überzeugen. HK
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