ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2011Mehr Nutzen als Schaden
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Die jüngste Übersichtsarbeit zur Rolle von Vitamin D in der Krebsprävention (1) basierte auf dem Review der International Agency for Research on Cancer (IARC) [Literaturstelle 6 in (1)]. In meiner kritischen Bewertung des IARC-Reviews habe ich darauf hingewiesen, dass die Evidenz für die positive Wirkung von solarem UVB und Vitamin D viel stärker ist, als es in dem Review dargestellt wurde (2).

Ökologische Studien (epidemiologische Studien, in denen Exposition und Krankheit auf der Ebene von Regionen und Bevölkerungsgruppen in Beziehung gesetzt werden) sind aus mehreren Gründen besser als Beobachtungsstudien und randomisierte kontrollierte Studien (RCT) geeignet, um die Rolle von UVB und Vitamin D bei der Reduzierung des Krebsrisikos zu untersuchen:

  • die meisten Menschen erhalten ihr Vitamin D in erster Linie durch Einwirkung von solarem UVB
  • es besteht eine lange Zeitspanne zwischen Krebsinitiation und -erkennung oder Eintreten des Todes
  • RCT und Beobachtungsstudien sind in ihrer Aussagekraft häufig dadurch eingeschränkt, dass zu wenig Vitamin D eingesetzt wird
  • der erfasste Zeitraum ist zu kurz oder die Teilnehmerzahl zu gering.

Dies lässt sich gut am Beispiel einer ökologischen Studie in Spanien illustrieren. Die beiden Faktoren, nach denen die Rolle des Vitamin D bewertet wurde, waren die Mortalitätsrate bei nichtmelanomartigem Hautkrebs (NMSC = „non-melanoma skin cancer“) und der geografische Breitengrad; erfasst wurden 48 Provinzen. NMSC war umgekehrt korreliert und/oder der Breitengrad war direkt korreliert mit den Mortalitätsraten von 15 Krebsarten (nach Adjustierung für die Mortalitätsraten bei Lungenkrebs, um die Auswirkungen des Rauchens zu berücksichtigen) (3). Die Mortalitätsraten für im Körperinneren auftretende Krebsarten waren viel höher als die für NMSC.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0321a

William B. Grant, Ph.D.

Sunlight, Nutrition, and Health Research Center (SUNARC)

P.O. Box 641603

San Francisco, CA 94164–1603, USA

wbgrant@infionline.net

Interessenkonflikt

Der Autor erhielt beziehungsweise erhält finanzielle Mittel von der UV Foundation (McLean, VA, USA), dem Sunlight Research Forum (Veldhoven, Niederlande), Bio-Tech-Pharmacal (Fayetteville, AR, USA) und dem Vitamin D Council (San Luis Obispo, CA, USA) und der Danish Sunbed Federation (Middelfart, Dänemark).

1.
Zeeb H, Greinert R. The role of vitamin D in cancer prevention: Does UV protection conflict with the need to raise low levels of vitamin D? Dtsch Arztebl Int 2010; 107(37): 638–43. VOLLTEXT
2.
Grant WB: A critical review of vitamin D and cancer: a report of the IARC Working Group on vitamin D. Dermato-Endocrinology 2009;
1: 25–33. MEDLINE
3.
Grant WB: An ecologic study of cancer mortality rates in Spain with respect to indices of solar UV irradiance and smoking. Int J Cancer 2007; 120: 1123–7. MEDLINE
1.Zeeb H, Greinert R. The role of vitamin D in cancer prevention: Does UV protection conflict with the need to raise low levels of vitamin D? Dtsch Arztebl Int 2010; 107(37): 638–43. VOLLTEXT
2.Grant WB: A critical review of vitamin D and cancer: a report of the IARC Working Group on vitamin D. Dermato-Endocrinology 2009;
1: 25–33. MEDLINE
3.Grant WB: An ecologic study of cancer mortality rates in Spain with respect to indices of solar UV irradiance and smoking. Int J Cancer 2007; 120: 1123–7. MEDLINE

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