ArchivDeutsches Ärzteblatt50/1997Raloxifen: Estrogenrezeptoren spezifisch modulieren

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Raloxifen: Estrogenrezeptoren spezifisch modulieren

Lei

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LNSLNS Die Krebsangst ist ein wichtiger Grund, aus dem viele Frauen eine Hormonsubstitution ablehnen - und zur Therapie von Wechseljahresbeschwerden deshalb andere Medikamente erhalten. "23 Prozent der Patientinnen mit klimakterischen Symptomen nehmen Hormone ein, 24 Prozent Tranquilizer", für Prof. Thomas von Holst (Heidelberg) ein katastrophaler Zustand. In den selektiven Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs) sieht der Endokrinologe eine neue Möglichkeit, mehr Frauen für eine langfristige Prävention zu gewinnen.
Der ideale Vertreter aus dieser Gruppe müßte die Estrogenrezeptoren im Herz-Kreislauf-System, den Knochen und dem zentralen Nervensystem ansprechen, an den Rezeptoren in Brust und Uterus dagegen antagonistisch wirken, erläuterte von Holst beim Menopausenkongreß in Wien. Anders als Tamoxifen, das am Endometrium leider doch estrogenartig wirke, scheine dies bei einem neuen Vertreter dieser Gruppe nicht der Fall zu sein: Raloxifen (Lilly) zeichne sich durch eine hochgradig antimitotische Wirkung am Endometrium aus. Die vorläufige Auswertung von 1 200 Fällen belege einen positiven Effekt auf Knochen und Gefäße und fehlende Wirkung an Brust und Uterus.
Da bei den über 65jährigen Frauen nur fünf Prozent eine präventive Hormonsubstitution betreiben, könnten in Zukunft über den Einsatz von SERMs vielleicht mehr Frauen für eine Prophylaxe gewonnen werden. Von Holst wies jedoch darauf hin, daß das Ziel nicht ein Ersatz für die Hormonsubstitution sein sollte - sondern ein gesundes Altern. Lei

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