ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1997Naturheilmittel: Toleranz erwünscht

SPEKTRUM: Leserbriefe

Naturheilmittel: Toleranz erwünscht

Uhlenbrock, Gudrun B.

Zu dem Leserbrief "Es lebe der Dr. Plazebo!" von Dr. med. Hans Schwabe in Heft 44/1997
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LNSLNS . . . Ich bin seit fast 15 Jahren als Kinderärztin niedergelassen, seit 14 Jahren behandle ich mit homöopathischen Arzneimitteln. Kein Mensch wird behaupten, daß ein Säugling von sechs Monaten bei Fieber oder einer sehr schmerzhaften Otitis media, egal welcher Krankheit auch immer, auf ein Plazebo reagieren wird! Im Gegenteil, gerade ältere Kinder sagen mir sehr genau, wenn ich ein falsches Mittel verabreicht habe: es hilft nämlich ganz einfach nicht. Es gibt keinen Plazebo-Effekt, das heißt, es gibt ihn natürlich genauso wie in der sogenannten Schulmedizin, wo er doch auch erlaubt und sogar gewünscht wird. Auch Ihre Patienten müssen an Sie glauben und Ihnen vertrauen.
Der nächste Einwand heißt dann Spontanheilung, auch die gibt es ganz sicher. Warum dann so außergewöhnlich häufig bei den Homöopathen? Dann soll-ten viel mehr Kollegen sich für Homöopathie begei-stern, zumindest wären die Krankenkassen entlastet. Ein durch Abstrich nachgewiesener Scharlach wird homöopathisch behandelt, der Kontrollabstrich ist negativ. Plazebo oder Spontanheilung?
. . . Ich arbeite zwar ausschließlich klassisch-homöopathisch, kenne meine Grenzen und die der Homöopathie, weiß die Möglichkeiten der klinischen Medizin zu schätzen, halte mich aber für so tolerant, daß ich klinisch arbeitende Kollegen nie für "im Feld der Dummheit befangen" halten würde. Das, Herr Kollege, ist starker Tobak.
Und ganz zum Schluß: Quarkwickel sind ein wunderbares Mittel bei jeder Art von Entzündung: sei es eine Mastitis, Lymphadenitis colli oder auch unterstützend bei einer Pneumonie.
Dr. Gudrun B. Uhlenbrock, Trattstraße 11, 91362 Pretzfeld
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