ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1997„Entscheidungsträger„ prognostizieren: Gentechnik-Produkte setzen sich durch

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„Entscheidungsträger„ prognostizieren: Gentechnik-Produkte setzen sich durch

AE

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LNSLNS Skepsis und die Furcht vor möglichen Gefahren bestimmen das Verhältnis der Deutschen zur Gentechnologie. Doch in den entscheidenden Etagen von Politik, Wirtschaft oder den Medien beurteilt man die Möglichkeiten der Gentechnik eher positiv. Das ergab jetzt eine bundesweite Umfrage der Bonner Agentur Kohtes & Klewes und des Marktforschungsinstitutes Emnid. Deren Interviewer machten in den Führungsetagen ein "freundliches, jedoch keineswegs unkritisches Meinungsklima" aus, vor allem im Hinblick auf die medizinisch-pharmazeutische Nutzung der Gentechnologie. Sie befragten 250 leitende Mitarbeiter von Bundesministerien, Bundestagsabgeordnete, Chefredakteure und Leiter der Politik- und Wirtschaftsressorts sowie Politik- und Unternehmensberater. Nur 16 Prozent der Interviewten lehnten den Einsatz der Gentechnologie im Lebensmittelbereich ab; sieben Prozent waren gegen die Nutzung der Gentechnik für Pharmazie und Medizin (siehe Tabelle).
Die Entwicklung der Gentechnologie ist, glaubt man den Meinungsführern aus Politik und Wirtschaft, kaum noch aufzuhalten. Die große Mehrheit ist überzeugt, daß die neue Technik ein hohes wirtschaftliches Potential birgt. Innerhalb der nächsten 15 Jahre würden sich Gen-Produkte sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der Medizin durchsetzen, sagen sie voraus.
Die öffentliche Debatte zur Gentechnologie wird jedoch trotz aller Erfolge auf absehbare Zeit nicht beendet sein. "Akzeptanzprobleme" prognostizieren 37 Prozent der Befragten für die Gentechnik in Landwirtschaft oder Ernährung, 27 Prozent für Gen-Medizin und -Pharmazie. Ihre befürchteten Gefahren wird die neue Technik auch künftig nicht verlieren: 58 Prozent der Entscheidungsträger sehen ethische Risiken im medizinischen Bereich. In Landwirtschaft und Ernährung überwiegen ihrer Meinung nach ökologische (44 Prozent) und gesundheitliche (35 Prozent) Gefahren. Ihre Schlußfolgerung: Gentechnik dürfe zwar nicht gestoppt, müsse aber streng reglementiert werden. AE
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