ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1997Thienopyridin-Derivate: Vielversprechende Alternativen zu ASS

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Thienopyridin-Derivate: Vielversprechende Alternativen zu ASS

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder einem Hirninfarkt steigt das Risiko für ein erneutes zerebrovaskuläres Ereignis auf fünf bis zehn Prozent. Zur Sekundärprophylaxe haben sich - nach Ausschluß kardialer Thromboembolie-Quellen wie beispielsweise Vorhofflimmern - dieThrombozytenfunktionshemmer bewährt.
Als Standard gilt seit langem Acetylsalicylsäure (ASS). Eine Metaanalyse aller ASS-Studien hat ergeben, daß niedrige Dosen (30 bis 300 mg/Tag) die Schlaganfall-Inzidenz nach TIA/leichtem Insult um 15 bis 18 Prozent vermindern und unter höheren Dosen (300 bis 1 300 mg/Tag) eine relative Risikoreduktion von 25 bis 42 Prozent erwartet werden kann. Für die Prophylaxe nach komplettem Hirninfarkt gibt es keine Daten. Als Alternative, nicht nur bei Kontraindikationen für ASS, Unverträglichkeit oder Nonresponse, bieten sich Thienopyridin-Derivate an. Wie Prof. Karl Einhäupl (Berlin) bei einem Symposium der Sanofi Winthrop GmbH anläßlich der 70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Dresden darlegte, wird die Wirksamkeit von Ticlopidin vor allem durch zwei große Studien belegt. In TASS (Ticlopidin-Aspirin-Stroke-Study) ergab sich eine signifikante Überlegenheit gegenüber ASS bei der Risikoreduktion von tödlichen/nichttödlichen Schlaganfällen bei Patienten nach TIA/"minor stroke". Mit CATS (Canadian-American-Ticlopidin-Study) konnte nachgewiesen werden, daß Ticlopidin auch nach einem "major stroke" die Gefahr eines erneuten Insults vermindert - die Rezidivrate war signifikant geringer als unter Plazebo.

Prophylaxe mit Clopidogrel
Kurz vor der Einführung steht mit Clopidogrel ein weiteres Thienopyridin-Derivat, das in CAPRIE (Clopidogrel versus Aspirin in Patients at Risk of Ischemic Events) seine Bewährungsprobe bestanden hat. Die Prophylaxe mit 75 mg/Tag über einen Zeitraum von im Mittel 1,9 Jahren war statistisch signifikant wirksamer als die Gabe von 325 mg ASS täglich.
Das Risikokollektiv dieser ungewöhnlich umfangreichen Untersuchung war etwas anders zusammengesetzt als bei allen früheren Studien mit Thrombozytenfunktionshemmern. Die insgesamt 19 185 eingeschlossenen Patienten hatten entweder einen Schlaganfall oder einen Myokardinfarkt überlebt, oder sie litten an einer symptomatischen peripheren arteriellen Verschlußkrankheit. Primärer Endpunkt für alle Studienteilnehmer war das Auftreten eines von drei thromboembolischen Ereignissen, entweder Schlaganfall, Myokardinfarkt oder vaskulär-bedingter Tod anderer Genese.
Gabriele Blaeser-Kiel

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