ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1997Kortikoidinduzierte Osteoporose: Prävention mit Etidronat möglich

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Kortikoidinduzierte Osteoporose: Prävention mit Etidronat möglich

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Unter den möglichen Komplikationen einer Langzeitkortikoid-Therapie ist die Osteoporose besonders gefürchtet. Da die Kortikoidgabe in vielen Fällen unverzichtbar ist, wird seit langem intensiv nach effektiven und gut verträglichen Therapieschemata zur Prävention oder Therapie dieser Komplikationen gesucht.
Durch histomorphometrische und densitometrische Studien konnte belegt werden, daß der Knochensubstanzverlust unter einer Kortikoid-Medikation besonders ausgeprägt in den ersten sechs bis zwölf Monaten erfolgt. Danach flacht die "Abbaukurve" in der Regel ab, oft parallel zu der üblichen Dosisreduktion der Kortikoide. Als Therapie der Wahl wird daher heute besonders in der Phase des raschen Knochenabbaus eine osteoklastenhemmende antiresorptive Therapie angesehen.
Frühere Studien mit Calcitonin per Injektion oder als Nasenspray, aber auch mit Östrogen-Gestagen und aktiven Vitamin-D-Metaboliten ergaben dementsprechend positive Behandlungsergebnisse. Mit den erst seit relativ kurzer Zeit verfügbaren Bisphosphonaten gab es bislang nur wenig Therapieerfahrungen bei der KortikoidOsteoporose. Nach Angaben von Prof. Johann-Diederich Ringe (Leverkusen) ist die kürzlich erschienene erste plazebokontrollierte prospektive Studie mit Etidronat daher von großem Interesse (N Engl J Med 1997; 337: 382-387). In die Studie aufgenommen wurden 141 Patienten (87 Frauen, 54 Männer) mit einem mittleren Alter von 61 Jahren und diversen kortikoidpflichtigen Grunderkrankungen. Einschlußkriterien waren eine erst kürzlich begonnene Kortikoid-Medikation (< 100 Tage), die voraussichtlich länger als ein Jahr fortgeführt werden sollte, und eine initiale Dosis von > 7,5 mg Prednison, zumindest für die ersten 90 Tage der Studie. Die Patienten wurden zwei Therapiegruppen zugeordnet:
Gruppe A: Intermittierend zyklisch Etidronat und Kalzium, das heißt 14 Tage 400 mg Etidronat, gefolgt von 76 Tagen 500 mg Kalziumkarbonat.
Gruppe B: 14 Tage Plazebo, gefolgt von 76 Tagen 500 mg Kalziumkarbonat.
Die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und am Femur Trochanter stiegen während vier Therapiezyklen (52 Wochen) in Gruppe A um 0,61 beziehungsweise 1,46 Prozent und fielen in Gruppe B um 3,23 beziehungsweise 2,74 Prozent. Die Unterschiede von 3,72 Prozent für die Lendenwirbelsäule und 4,14 Prozent für den Femur Trochanter waren statistisch signifikant. An Femurhals und Radius zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Zu Beginn der Studie hatte etwa ein Drittel der Patienten bereits Wirbelkörperfrakturen erlitten. Im Verlauf erlitten in Gruppe A fünf und in Gruppe B zehn Patienten weitere Wirbelfrakturen. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote