ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1996Abtreibung: Sind Kinder Gut des Staates?
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LNSLNS Ein nicht gewolltes und nicht erwünschtes Kind ist von seiner Geburt an in der Gefahr, ein Leben jenseits jeder Menschenwürde leben zu müssen. Das wird durch die wachsende Zahl der verwahrlosten Kinder bezeugt, durch die von Jahr zu Jahr ansteigende Jugendkriminalität und viele Selbsttötungen von Kindern und Jugendlichen. Ist eine Frau schwanger, dann muß sie das Recht haben, sich für oder gegen die Geburt eines Kindes zu entscheiden . . . Nur wenn eine Frau das Kind will, ist es vom Beginn der Schwangerschaft bereits mit ihr eins, und ihm im Interesse der Eltern jeden Schutz zu gewähren ist dann Aufgabe der Gesellschaft. Sind Kinder wirklich "Gut des Staates"? Sind wir Menschen Staatseigentum, Material? Und ist das Argument, daß die Kinder die Voraussetzung für die Sicherung der Altersversorgung seien, nicht reichlich anrüchig? Wie paßt es zur noch immer ansteigenden Zahl der Arbeits- und Obdachlosen, die gar nicht imstande sind, zur Altersversorgung beizutragen? Ich denke, es ist eine Verletzung der Menschenwürde aller Frauen, wenn wir Männer, an unserer Spitze der Papst, ihnen, womöglich unter Hinweis auf die Legende vom Sündenfall, Verstand und Verantwortungsgefühl absprechen.
Ich denke, wir sollten unser Denken und Handeln mit dem Heute in Übereinstimmung bringen. Geben wir den Frauen das Recht, eine nicht in ihren Lebensplan passende Schwangerschaft abbrechen zu lassen, bewahren wir sie vor der lebensgefährlichen Abtreibung. Die Statistik seit der Einführung der Fristenregelung in der DDR war überzeugend.
Dr. med. Horst Rocholl, Usedomstraße 13, 15366 Neuenhagen
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