ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1996Hüftgelenk: Nicht die feine englische Art
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LNSLNS Diese britischen Verhältnisse sind nicht gerade die feine englische Art. Da haben es unsere Versicherten in Deutschland doch besser, aber das Gesundheitssystem in England zeigt, wie es werden könnte, wenn unsere Kassen weiterhin durch Vergeudung von Geldern verarmen. Dieses englische System herrscht auch in Dänemark, wo die Ärzte einer alten Frau (meiner Schwiegermutter) rundweg erklärten, sie sei zu alt für eine Operation, das sei viel zu gefährlich, außerdem würde es bei ihr sowieso nicht mehr viel nützen. Oder kurz: sie bringt keine soziale Leistung mehr (Steuern), also bekommt sie auch keine mehr (Krankenversorgung). Sie hat sich das Geld zusammengespart und hat nun doch ein neues Hüftgelenk bekommen, allerdings privat bezahlt. Da war sie dann nicht zu alt, und die soziale Komponente war gar nicht mehr interessant.
Ähnlich ist es auch in Italien und in Frankreich. Also wird möglicherweise diese Form "EG-weit und europäische Gesamtvereinheitlichung" auch bei uns in Deutschland zu solchen Verhältnissen führen, wobei dann allerdings die Beitragskosten stark sinken müßten, die Kassen ihr Personal abbauen müßten, die Krankenhäuser wirtschaftlicher arbeiten müßten und die niedergelassenen Ärzte vielleicht ein anderes Honorar bekämen, möglicherweise auch ohne die unselige Punktbewertung . . .
Dr. med. Rainer M. Hofmann, Colonnaden 18, 20354 Hamburg
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