ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1996Notfalldienst: Notfallpraxen sind ein eindeutiger Erfolg
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LNSLNS Die in letzter Zeit vermehrt auftretende Bildung von Notfalldienstpraxen ist . . . (darauf zurückzuführen), daß es zum 1. April 1995 eine gemeinsame Notfalldienstverordnung der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer gab, die den Notfalldienst grundsätzlich neu faßt und regelt. Ein Teil dieser Verordnung beinhaltet, daß die KV die Bildung solcher Notfallpraxen anregt, um die in der Vergangenheit festgestellten Schwächen des bisherigen Systems zu verbessern und den Patienten gerade die umständliche Suche nach ihrem zuständigen Arzt zu ersparen. Diese Notfallpraxen . . . sind daraufhin in verschiedensten Bezirken – bundesweit – zunehmend entstanden. Nur weil modernste Techniken bei der Weiterleitung eines Notrufs von Patienten angewandt werden, heißt es nicht automatisch auch, daß damit eine Verbesserung des Systems und damit der Patientenversorgung verbunden ist. Uns fehlt in diesem Modell die in der oben zitierten Verordnung geforderte Praxis, die der Patient anlaufen soll! Auch in den von Ihnen zitierten Notfallpraxen wird modernste Technik jeglicher Art angewendet. Zusätzlich ist hier immer der persönliche Kontakt mit einem anwesenden Arzt oder zumindest mit einem Zentralisten möglich, der nach Lage der Dinge entscheiden kann, ob ein Hausbesuch notwendig oder erforderlich ist oder ob ein Besuch des Patienten in der Notfallpraxis ausreichend ist . . .
Inwieweit eine umfangreich ausgestattete fachärztliche HNO-Praxis ausreicht, um einen Patienten mit infiziertem Ulcus cruris fachgerecht und suffizient zu behandeln, darf noch äußerst in Frage gestellt werden.
Hier bietet die Notfallpraxis mit den spezifisch auf die häufigsten Anforderungen und die speziellen Notdienstsituationen ausgestatteten Einrichtungen sicher bessere Möglichkeiten.
Die angeführten berufspolitischen Überlegungen scheinen uns weit hergeholt. Aus den mehrjährigen Erfahrungen ähnlich organisierter Notfallpraxen, schon der vergangenen Jahre, läßt sich die Tatsache, daß Patienten abends in die Praxis kommen, damit sie tagsüber nicht so lange warten müssen, eindeutig verneinen. Die Wartezeiten in den Notfallpraxen können schon einmal mit den Wartezeiten in einem normalen Praxisbetrieb vergleichbar sein, ein Vertrauensverhältnis ist nicht dauerhaft aufbaubar. Der behandelte Patient wird vom diensttuenden Arzt in der Regel zur weiteren Behandlung an den Hausarzt verwiesen. Notfallpraxen haben aufgrund der Raumsituation, der Vorhaltekosten sowie der Kosten für Organisation und Verbrauch natürlich einen hohen Fixkostenanteil, der von der Gemeinschaft der niedergelassenen Ärzte, die sich zu einer solchen Notdienstpraxis zusammentun, getragen werden muß. Aufgrund der gemachten Erfahrungen von über zehn Jahren Notfallpraxis in mehreren Kölner Bezirken nach alten Bestimmungen und sechs Monaten unter den neuen Maßgaben kann man eindeutig von einem Erfolg sprechen. Zu jeder Zeit können Patienten die Notfallpraxis anfahren oder anlaufen, ein sie versorgender Arzt ist dort immer zur Verfügung. Weiterhin steht ein zweiter Arzt zur Verfügung, der jederzeit zu Hausbesuchen ausrücken kann. Im Hintergrund ist dann noch ein weiterer Arzt, der bei Bedarf in die Praxis einbestellt werden kann . . .
Dr. M. Edelmann, Dr. M. Schweins, Frankfurter Straße 589, 51107 Köln
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