ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1996Kassenärztetag: Solidaritätsadressen

POLITIK: Aktuell

Kassenärztetag: Solidaritätsadressen

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Grundsätzlich unterstützten auch Vertreter anderer Leistungserbringer die Position der Kassenärztlichen Bundesvereinigung – wenn auch bei den Zahnärzten, Arzthelferinnen und Apothekern (nur diese waren beim Kassenärztetag vertreten) deren spezifische Interessen zum Ausdruck kamen.
Ladies first: Erstmals bei einer derartigen Veranstaltung waren die Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen vertreten. Die Vorsitzende des Bundesverbandes, Bärbel Keim-Meermann, sah in der Einladung hoffnungsfroh den Beginn eines intensiven Dialoges. Sie machte darauf aufmerksam, daß die Arzthelferinnen mit 300 000 Beschäftigten sowie 50 000 Auszubildenden die zweitgrößte Gruppe der Fachberufe im Gesundheitswesen darstellen. Nach Aussage von Keim-Meermann haben sich die Arbeitsbedingungen seit der zweiten Stufe der Strukturreform im Gesundheitswesen verschlechtert, Ausdruck der Verunsicherung vieler niedergelassener Ärzte. Die Situation habe sich jetzt, in Erwartung des nächsten Gesetzes, noch verschärft. Die Verbandsvorsitzende betonte den Beitrag der Arzthelferinnen zu der "vergleichsweise kostengünstigen ambulanten Patientenversorgung" und bemängelte den "ständig wachsenden bürokratischen Aufwand".
Die Zahnärzte halten an einer eigenständigen Berufsvertretung fest, betonte der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Karl-Horst Schirbort. Sie seien sich darin mit den Kassenärzten einig. In Zukunft werde man mehr denn je zusammenstehen müssen, um gemeinsam Bedrohungen der Freiberuflichkeit und der Selbstverwaltung zu begegnen. Schirbort verschwieg allerdings nicht, daß die gesundheitspolitischen Vorstellungen der Zahnärzte – Stichwort: Vertrags- und Wahlleistungskonzept – sich zum Teil von denen der Kassenärzte unterscheiden. Doch wenn es gelte, "für mehr Eigenverantwortung, mehr Freiberuflichkeit und die unerläßliche ordnungspolitische Neuorientierung im Gesundheitswesen" einzutreten, dann würden die Kassenärzte immer auch die Zahnärzte an ihrer Seite haben. Für die Stärkung der Selbstverwaltung und "die Parität zwischen Kassen und Leistungserbringern" setzte sich der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Klaus Stürzbecher, ein. Auch er wandte sich gegen Einkaufsmo-delle und gegen die institutionelle Öffnung der Krankenhäuser. Stürzbecher appellierte an die Kassenärzte, bei Modellversuchen, die zwischen Kassen und Kassenärzten vereinbart würden, die Apotheker mit zu beteiligen. Norbert Jachertz
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