ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2011Morphium: Keine Hürden aufbauen
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. . . Die notwendige Steigerung der bisher unzureichend angewendeten palliativen Sedierung als „schiefe Bahn “ zu charakterisieren, ist ein Affront gegenüber allen human denkenden Kollegen, die versuchen, extrem leidenden Patienten gerecht zu werden und ihnen wirksam zu helfen . . .

Im DÄ 7/2011 hat der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Hoppe, zu Recht die palliative Sedierung als Alternative zum ärztlich begleiteten Suizid genannt. Prof. Dr. Hoppe gehört zweifellos zu den Kollegen, die es sich nicht leicht machen, humane Lösungen zu finden.

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Unsere Patienten brauchen wirkliche Hilfe und nicht die gnadenlose Moral konservativer Päpste (zum Beispiel Pius XII), durch die sich alle Verantwortlichen bequem vom Schicksal der Patienten distanzieren können.

Es ist unverantwortlich, bei den nach wie vor in unserem Land erheblichen Defiziten in der notwendigen Anwendung von Morphium und der palliativen Sedierung Hürden aufzubauen und Ängste gegen die Anwendung von Morphium und die palliative Sedierung zu schüren.

Im europaweiten Vergleich erreichte Deutschland bei der Verfügbarkeit von palliativmedizinischen Leistungen lediglich den dürftigen 18. Platz, ermittelte die britische Zeitschrift „The Economist“.

Dies bedeutet nicht, dass jeder Arzt die Verpflichtung hat, die professionelle Anwendung (u. a. Umgang mit Nebenwirkungen) von Morphium und der palliativen Sedierung zu beherrschen . . .

Dr. med. Wolfgang Strecker,
56841 Traben-Trarbach

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