ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2011Theodor Hellbrügge: Vorkämpfer für Kindervorsorge

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Theodor Hellbrügge: Vorkämpfer für Kindervorsorge

Rieser, Sabine

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Theodor Hellbrügge Foto: privat
Theodor Hellbrügge
Foto: privat

Eigentlich gehe das aufs Konto seiner Frau, behauptet der Pädiater Prof. Dr. med. Theodor Hellbrügge (91) charmant, wenn man ihn darauf anspricht, dass er treibende Kraft für die Einführung der ersten Vorsorgeuntersuchungen für Kinder vor 40 Jahren war. Sie habe nämlich gesagt: „Bei jedem Auto muss man eine Vorsorge machen, nur bei Kindern nicht.“ Also sei er das Thema angegangen, erzählt der erste Inhaber eines Lehrstuhls für Sozialpädiatrie in Deutschland.

Nach einer Änderung in der Reichsversicherungsordnung finanzierten die Krankenkassen Anfang der 70er Jahre erstmals die Kosten von Krankheitsfrüherkennungsuntersuchungen in Arztpraxen. Das Konzept von Hellbrügge und Mitarbeitern für eine Serie von Untersuchungen bei Kindern vom 10. Lebenstag bis zum vollendeten 4. Lebensjahr setzte sich damals durch. Die Mütter waren schnell überzeugt, berichtete der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dr. med. Wolfram Hartmann, dieser Tage: Nach drei Jahren lag die Inanspruchnahme schon bei circa 75 Prozent.

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Die Kollegen waren mehrheitlich zunächst skeptisch, erinnerte unlängst Ehrenpräsident Dr. med. Werner Schmidt: wegen der Zusatzarbeit in ohnehin vollen Praxen und des geringen Honorars.

Heute gelten die (erweiterten) „U“ als Erfolg. Kritiker bemängeln aber, dass Entwicklungsdefizite trotz der Checks zu spät oder gar nicht erkannt werden. Eine Überarbeitung im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss zieht sich jedoch hin. Auch Hellbrügge ist für Veränderung: „Die Inhalte müsste man verbessern.“ Sabine Rieser

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