VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Phytopharmaka

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Die meisten der im deutschen Markt befindlichen Phytopharmaka gehören zu den sogenannten Altarzneimitteln, die den Nachweis ihrer Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit noch zu erbringen haben, bevor ihre Zukunft gesichert ist. Zwar hat die zuständige Kommission E des vormaligen BGA die Wirksamkeit für eine Vielzahl von Drogen – häufig abgeleitet aus ihrer traditionellen Anwendung – festgestellt. Dennoch setzen sich die Fachkreise vermehrt damit auseinander, inwieweit diese Erfahrungen auch für die modernen Extrakt-zubereitungen gelten. Man spricht heute von "Phytoäquivalenz".
Zwar lassen sich die Phytopharmaka aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften nicht wie chemisch definierte Substanzen in ein enges Prüfschema pressen, dennoch wird dies zunehmend für sie gefordert. Als Vielstoffgemische passen sie nicht in das gegenwärtig vorherrschende Denkschema. Die Verbraucher bringen gerade den Phytopharmaka großes Vertrauen entgegen, und es ist nun Aufgabe der Wissenschaft, ihre Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachprüfbaren Kriterien zu unterwerfen. Immerhin hat der Gesetzgeber ihren speziellen Arzneimitteleigenschaften durch die Klassifizierung als "besondere Therapierichtung" Rechnung getragen.
Dennoch vermeldete die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung nach dem GSG bei pflanzlichen Arzneimitteln spürbare Verordnungsrückgänge. Auf der anderen Seite dürfte ihre Aufnahme in den medizinischen Prüfungskatalog als ein Zeichen für ihre wachsende Akzeptanz in der Ärzteschaft gewertet werden.
Siegfried Hoc
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