ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1996Jahressteuergesetz: Zeitspar-Bonbon für Vermieter

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Jahressteuergesetz: Zeitspar-Bonbon für Vermieter

Büser, Wolfgang

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LNSLNS Seit Anfang des Jahres können Besitzer von privat vermieteten Gebäuden (nicht aber einzelner Wohnungen) aus Vereinfachungsgründen wählen, ob sie statt eines Kostennachweises per Beleg pro Objekt eine Kostenpauschale in Höhe von 42 DM pro Quadratmeter Wohnfläche in Anspruch nehmen. Das bedeutet: Für eine 100 Quadratmeter große Wohnung können von den Mieteinnahmen 4 200 DM pro Jahr pauschal als Reparaturkosten abgezogen werden. Dies darf sogar zu einem Verlust führen.
Ist ein Teil des Hauses gewerblich oder freiberuflich vermietet, so gilt die Pauschalregelung dafür aber nicht. Der mit der Neuregelung angestrebte Vereinfachungseffekt tritt dann nicht ein, weil für diesen Teil der vermieteten Immobilie nach wird vor "per Beleg" mit dem Finanzamt abgerechnet werden muß. Auch die Eigennutzung oder Angehörigen kostenfrei überlassene Teile eines Gebäudes bleiben bei der Pauschalregelung außen vor. Ausnahme: Das Haus wurde vor 1987 gebaut, und der Eigentümer rechnet mit dem Finanzamt die Einkünfte als Überschuß des Mietwertes über die Werbungskosten ab, was noch bis 1998 möglich ist.
Die genaue Abgrenzung der Wohnfläche ist also künftig besonders bedeutsam. Sogenannte Zubehörräume (Keller, Boden, Garagen) zählen nicht mit. Teile von Räumen, die zwischen einem und zwei Meter hoch sind, dürfen nur zur Hälfte angesetzt werden. Dasselbe gilt für Balkone, Loggien und Dachgärten.
Neben dem 42-DM- Pauschbetrag können Schuldzinsen sowie Absetzungen für Abnutzung ("Abschreibungen") weiterhin vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Reparaturen und Modernisierungen, die Grundsteuer, Versicherungsprämien, Wasser- und Schornsteinfegergebühren sowie die Heizkosten sind mit der Pauschale abgegolten.
Vermieter können die Pauschale erstmals für das Jahr 1996 beanspruchen. Sie können aber auch zunächst darauf verzichten (etwa weil hohe Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten anfallen) und erst später auf den Pauschbetrag umsteigen. Bei einem Wechsel von der Pauschale zum Einzelnachweis ist der Vermieter allerdings vier Jahre lang daran gebunden und kann erst dann wieder die Vereinfachungsregel nutzen.
Wolfgang Büser
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