ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2011Arzneimittelpreise: Geheimniskrämerei
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Empörung des Allgemeinarztes Martin G. über die Intransparenz der Rabattverträge ist nur zu gut nachvollziehbar. Die Erklärungen der Krankenkassen, keine Zahlen über die mit der Pharmaindustrie ausgehandelten Rabattverträge preiszugeben, als auch die Verschwiegenheit der Hersteller, ist fadenscheinig und inakzeptabel. Diesbezüglich sind Bundes-KV und Ärztekammer ebenfalls „lame ducks“. Die untereinander ausgehandelte Geheimniskrämerei dient wohl ausschließlich dazu, die teils exorbitanten Gewinnmargen zu verschleiern. Unsere derzeitigen Gesundheitspolitiker haben offensichtlich auch kein Interesse an einer Offenlegung der Rabattverträge, verstehen sich doch zu viele dieser Politiker als Pharmalobbyisten, einschließlich des Ge­sund­heits­mi­nis­ters. Regressgefährdete Kollegen sollten auf eine genaue Offenlegung der ausgehandelten Rabatte der von ihnen angeblich fehlverordneten Medikamente pochen. Mit Pauschalen, die bei einer Auffälligkeit vom Verordnungsvolumen abgezogen werden, würde ich mich gegebenenfalls nicht zufrieden geben.

Dr. med. Jörn Pankow, 24939 Flensburg

Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote