ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1996Sterbebegleitung: Unkenntnis der Grundbegriffe
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LNSLNS . . . Es stimmt bedenklich, wenn der Vize-Präsident der Bundes­ärzte­kammer mit einer Äußerung zitiert wird, die auf eine basale Unkenntnis der Grundbegriffe dieser Thematik hinweist. Die Einstellung künstlicher Ernährung nämlich, um die es hier geht, ist keine Maßnahme der aktiven, sondern der passiven Euthanasie. Künstliche Ernährung ist eine ärztliche Maßnahme, die – wie jede andere – der Indikationsstellung unter Beachtung der Kontra-Indikation bedarf (siehe dazu auch J. E. Ruark et al. New Engl. J. med. 318 [1988] 28). Und passive Euthanasie ist – entgegen manchen Verschleierungsversuchen von Angehörigen der ExitOrganisationen – ethisch anders zu bewerten als aktive Sterbehilfe.
Will man in diesem so extrem von Emotionen und Tabuisierung belasteten Feld zu sachlich wie ethisch vertretbaren Entscheidungen kommen, ist ein klares Verständnis der hier zu diskutierenden Inhalte allererstes Gebot. Nur so kann es gelingen, die in diesem Bereich existierenden, für alle so unfruchtbaren Meinungsfronten abzubauen und einen vertretbaren Konsens zu erreichen. Daß dieses möglich ist, haben die interdisziplinären, von der hessischen Fortbildungsakademie in Bad Nauheim veranstalteten Werkstattgespräche (die inzwischen in Buchform erschienen sind) gezeigt.
Priv.-Doz. Dr. med. Wedler,
Bürgerhospital, Medizinische Klinik 2, Tunzhofer Straße 14-16, 70191 Stuttgart
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