ArchivRechercheMedizinstudium: Ergänzungsbedürftig

SPEKTRUM: Leserbriefe

Medizinstudium: Ergänzungsbedürftig

Dtsch Arztebl 1998; 95(34-35): A-1994 / B-1682 / C-1578

Kochen, Michael M.

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Qualitätsverlust" von Dr. Harald Clade in Heft 26/1998:
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LNSLNS Der Kommentar von Dr. Clade zur anstehenden Novellierung der ärztlichen Approbationsordnung ist mindestens in zwei Punkten ergänzungsbedürftig:
Die Einführung des Faches Allgemeinmedizin als obligatorisches Lehrgebiet ist keineswegs in der Novellierung vorgesehen, sondern bereits seit 20 Jahren an allen deutschen Universitäten realisiert (nicht hingegen die von den Gesundheits- und Kultusministern immer wieder geforderte Institutionalisierung). Die Positionierung als "mögliches Wahlfach im praktischen Jahr" ist hingegen völlig unzureichend: sie verhindert, daß alle Kolleginnen und Kollegen unabhängig von ihrer späteren Berufstätigkeit zumindest einmal die Gelegenheit bekommen, primärärztliche Tätigkeit aus eigener Anschauung zu erleben. Die Allgemeinmedizin sollte also unter allen Umständen Pflichtfach im praktischen Jahr werden.
Im Gegensatz zur Meinung von Herrn Clade wird den Interessen der Länder keineswegs Rechnung getragen. Die Bundesländer haben von Anfang an klargemacht, daß sie eine deutlich praxisnähere Ausbildung mit stärkerer Berücksichtigung hausärztlicher Aspekte wünschen. Dieser Wunsch ist in dem jetzt vorliegenden Novellierungsentwurf unzureichend berücksichtigt.
Prof. Dr. med. Michael M. Kochen, MPH, FRCGP, Allgemeinmedizin der Georg-August-Universität Göttingen, Robert-Koch-Straße 42, 37075 Göttingen
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