ArchivRechercheHonorarstreit: Mehr Freiheit
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Jeder Mensch möchte ein gutes Leben. Dazu gehören eine befriedigende und erfolgreiche Arbeit, ausreichender Lohn, Glück in der Familie und vor allem ausreichende Zeit zur Rekreation, für Gemeinschaft, Hobby, Kultur. Ohne genügend freie Zeit gibt es kein gutes Leben. Und gerade hierin mangelt es bei den Ärzten, denn auch sie wollen ein gutes Leben. Sie schuften an ihrer Kapazitätsgrenze von früh bis abends in den Kliniken und Praxen und werden zudem von Nachtdiensten, Wochenenddiensten und Vertretungen so zugemauert, dass keine Verschnaufpausen bleiben, keine Zeit für Familie, Gemeinde, Natur, Kultur. Das macht unzufrieden und wütend. Nicht alle, aber sehr viele. Und hier wäre doch der logische Ansatz, für mehr Stellen zu kämpfen, für mehr Personal. Die Stellen werden sogar gestrichen, und mir wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung auf Protestbriefe mehrfach bescheinigt, dass unsere Region beispielsweise mit Kinderärzten, Orthopäden und Neurologen „überversorgt“ sei, obwohl ich als Ombudsmann der Ärztekammer feststellen musste, dass die Patienten entweder stundenlang warten mussten und müssen oder überhaupt keinen wohnortnahen Arzt fanden. Die Richtwerte der Bedarfsplanung von Gesetzgeber und Kassen stimmen einfach nicht mehr. Und dagegen müsste man kämpfen und streiken, für mehr Arbeiter im Weinberg. Das ist der Hauptmissstand. Das würde den Patienten zugutekommen und den Ärzten wieder Luft und Lebensqualität verschaffen. Stattdessen wird um Geld gestreikt. Als wenn das Geld das Problem wäre! Die Ärzte brauchen nicht mehr Geld, sondern mehr Freiheit . . .

Mehr Lohn für abhandengekommenes Leben – das wäre ein Judaslohn!

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Prof. Dr. Peter Stosiek, 02827 Görlitz

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