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Helmut Coper: Eindrucksvolle Erinnerungen

Remschmidt, Helmut

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Prof. Dr. med. Helmut Coper (1925–2013) war bis zu seiner Emeritierung 1994 Direktor des Instituts für Neuropsychopharmakologie der Psychiatrischen und Neurologischen Klinik und Poliklinik der FU Berlin. Er gehörte zu den studentischen Gründern der FU und hat deren Entwicklung, verbunden mit einer eindrucksvollen Schilderung seines Lebenslaufs, in diesem Buch beschrieben. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Coper in Berlin der Schule verwiesen und zu Zwangsarbeit verpflichtet, konnte schließlich 1946 das Abitur machen und das Medizinstudium an der Berliner Universität Unter den Linden beginnen. Dort erlebte er in den ersten Semestern die politische Indoktrination durch die sowjetische Besatzungsmacht, die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die Politisierung der Wissenschaft. Dies bewog ihn, mit anderen Studenten den Ostsektor der Stadt zu verlassen und in Westberlin die Initiative zur Gründung einer „Freien Universität“ (FU) zu ergreifen.

Helmut Coper: Freie Universität Berlin. Erinnerung eines Gründungsstudenten. BibSpider, Berlin 2014, 230 Seiten, gebunden, 28,90 Euro
Helmut Coper: Freie Universität Berlin. Erinnerung eines Gründungsstudenten. BibSpider, Berlin 2014, 230 Seiten, gebunden, 28,90 Euro

Helmut Coper beschreibt anschaulich das Kriegsende und den Neubeginn, die Gründungsjahre der FU ab 1948, den Beginn der medizinischen Ausbildung unter sehr improvisierten Bedingungen, aber mit hohem Engagement der Studierenden und Lehrenden. Nicht ausgespart sind die unruhigen Jahre an der FU (1968) und die Folgen des Universitätsgesetzes von 1969, das zuließ, dass ein 31-jähriger wissenschaftlicher Assistent (Rolf Kreibich) erster Präsident der FU wurde.

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Das Buch, eingeleitet durch ein Vorwort von Gesine Schwan, schließt mit einem Kapitel über die Bedeutung des historischen Bewusstseins, das insbesondere die jüngere Generation anspricht.

Helmut Remschmidt

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