ArchivRechercheAufgabenspezifische Dystonie bei professionellen Musikern

MEDIZIN: Originalarbeit

Aufgabenspezifische Dystonie bei professionellen Musikern

Ein systematisches Review zur Bedeutung des intensiven Musizierens als Risikofaktor

Task-specific dystonia in professional musicians—a systematic review of the importance of intensive playing as a risk factor

Dtsch Arztebl Int 2015; 112(51-52): 871-7; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0871

Rozanski, Verena Eveline; Rehfuess, Eva; Bötzel, Kai; Nowak, Dennis

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Hintergrund: Die fokale Dystonie bei professionellen Musikern ist eine Bewegungsstörung, die sich beim Musizieren manifestiert. Es handelt sich um ein multifaktorielles Krankheitsbild, bei dem eine genetische Prädisposition und exogene Faktoren eine Rolle spielen. Es gibt Hinweise darauf, dass intensives Musizieren ein entscheidender Risikofaktor für die Entwicklung der aufgabenspezifischen Dystonie bei professionellen Musikern ist.

Methode: Es erfolgte eine systematische Recherche in medizinischen und musikwissenschaftlichen Datenbanken nach Publikationen, die zwischen 1950 und 2013 erschienen sind. Die Literaturverzeichnisse der relevanten Studien wurden bei der Suche mitberücksichtigt.

Ergebnis: 16 Artikel mit klinischen Informationen zu 1 144 betroffenen Musikern wurden in die systematische Übersichtsarbeit eingeschlossen. Die berücksichtigten Artikel hatten eine mittlere bis schlechte Qualität, daher war eine Metaanalyse nicht möglich. Um einen potenziellen Zusammenhang zwischen intensivem Musizieren und der Manifestation der Musikerdystonie zu untersuchen, wurden die Kriterien nach Bradford Hill angewendet. Das Auftreten der Musikerdystonie ist an ein meist mindestens zehnjähriges intensives Musizieren (entsprechend etwa 10 000 Übungsstunden) gebunden. Es zeigte sich eine Assoziation zwischen dem erkrankten Körperteil und der Instrumentengattung. Dabei war das Körperteil, das den stärksten feinmotorischen Anforderungen ausgesetzt war, auch am häufigsten betroffen. Das mittlere Manifestationsalter lag bei 28 bis 44 Jahren.

Schlussfolgerung: Die Kausalitätskriterien von Bradford Hill deuten auf einen Zusammenhang zwischen intensivem Musizieren und dem Ausbruch der Symptomatik hin. Insbesondere die Assoziation zwischen Instrumentengattung und Lokalisation der Dystonie wurde als Beleg für diese These gewertet. Die Befunde sprechen dafür, die aufgabenspezifische Dystonie des professionellen Musikers in die Liste der Berufskrankeiten aufzunehmen.

LNSLNS

Bei der Musikerdystonie handelt es sich um eine aufgabenspezifische fokale Bewegungsstörung, die mit einem Verlust der feinmotorischen Kontrolle während des Musizierens einhergeht (1, 2). Dabei werden Verkrampfungen, Flexionen und Hyperextensionen der betroffenen Extremität beobachtet (2). Ungefähr 1 % aller professionellen Musiker sind betroffen (2). Für circa 25 % dieser Gruppe ist das Auftreten dieser Symptomatik gleichbedeutend mit dem Ende ihrer beruflichen Karriere (3).

Therapieverfahren umfassen die Injektion von Botulinumtoxin, anticholinerge Medikation und Modifikation der Instrumentaltechnik zur Veränderung der sensomotorischen Verarbeitung (4). Als Prävention der Musikerdystonie werden Schulung der Selbstwahrnehmung, regelmäßige Pausen und Stressmanagement empfohlen (5).

Der Musikerdystonie nahestehende Erkrankungen sind weitere aufgabenspezifische fokale Bewegungsstörungen, unter denen der Schreibkrampf am häufigsten vorkommt (6); andere Krankheitsbilder wie der Golferkrampf (7), Auktionärskrampf (8) oder Verkrampfung beim Tischtennisspielen (9), sind seltener.

Pathophysiologisch liegt der Musikerdystonie eine multifaktorielle Genese zugrunde, bei der sowohl eine genetische Prädisposition (10) als auch externe Triggerfaktoren zusammenspielen (2). Bei anderen Formen fokaler Bewegungsstörungen, wie zum Beispiel dem Blepharospasmus, der zervikalen oder orofazialen Dystonie, wurde eine vermehrte mechanische Belastung der betroffenen Region vor der Manifestation dystoner Symptome beschrieben (11). Diese Beobachtung gab Anlass zu der Hypothese, dass das intensive Musizieren einen pathogenetisch relevanten Risikofaktor für die Entstehung der Musikerdystonie darstellt, wie dies bereits in einigen Studien geäußert wurde (1, 12).

Ziel dieses systematischen Reviews ist es daher, die Bedeutung des intensiven Musizierens als Risikofaktor für die Entstehung der fokalen, aufgabenspezifischen Dystonie des professionellen Musikers zu untersuchen. Hierfür wird

  • die Prävalenz zwischen einer exponierten Personengruppe und der Allgemeinbevölkerung miteinander verglichen
  • ein möglicher Zusammenhang zwischen instrumentenspezifischen Anforderungen an feinmotorische Präzision und den betroffenen Körperteilen untersucht.

Methoden

Suchstrategie

Zunächst wurde ein Review-Protokoll angefertigt, das online einsehbar ist (13). Die Autoren der vorliegenden Arbeit führten eine systematische Literatursuche in 23 medizinischen und musikwissenschaftlichen Datenbanken durch (eTabelle 1). Weiterhin wurden andere Datenbanken wie Google und Google Scholar für den Zeitraum von Januar 1950 bis April 2013 nach relevanten Publikationen durchsucht. Dabei wurden Online-Publikationen ebenso berücksichtigt wie Abstracts und Kongressbeiträge. Als Suchtermini wurden gewählt: [“musician” OR “performing artist” OR “pianist” OR “cellist” OR “drummer” OR “woodwind” OR “flutist” OR “violinist”] AND [“dystonia” OR “focal dystonia” OR “cramp” OR “embouchure” OR “musician`s dystonia” OR “occupational dystonia”]. Diese Begriffe wurden an die jeweilige Datenbank beziehungsweise an ihr deutsches Äquivalent angepasst. Darüber hinaus wurden die bibliografischen Angaben der eingeschlossenen Studien und von Übersichtsarbeiten nach geeigneten Publikationen untersucht.

Übersicht über die durchsuchten Datenbanken und die daraus rekrutierten Artikel
Übersicht über die durchsuchten Datenbanken und die daraus rekrutierten Artikel
eTabelle 1
Übersicht über die durchsuchten Datenbanken und die daraus rekrutierten Artikel

Entsprechend der Zielsetzung dieses systematischen Reviews wurden die folgenden Aufgabenstellungen definiert:

  • Prävalenzvergleich der fokalen (aufgabenspezifischen) Dystonie zwischen einer exponierten Gruppe und der Allgemeinbevölkerung
  • Instrumenten-spezifische Analyse der anatomischen Manifestation der fokalen Dystonie bei betroffenen Musikern.

Die Autoren dieses Reviews nehmen an, dass das Körperteil, das die Hauptlast der feinmotorischen Beanspruchung trägt, und bei der sowohl grobmotorische Kraft als auch feinmotorische Koordination zusammenspielen, am ehesten von einer Dystonie betroffen ist. Dieser Hypothese zufolge wären unterschiedliche Körperteile innerhalb der verschiedenen Instrumentengattungen betroffen. Die PICOS-Kriterien (14) definierten die Autoren wie folgt:

  • P (Population): professionelle Musiker
  • I (Intervention): das intensive Musizieren
  • C (Vergleichsgruppe): die nichtprofessionell musizierende Normalbevölkerung
  • O (Outcome): a) anatomische Manifestation der fokalen, aufgabenspezifischen Dystonie innerhalb vordefinierter Instrumentengruppen; b) Aussagen zur Prävalenz der Musikerdystonie
  • S (Study Design): systematisches Review von Originalarbeiten mit klinisch dokumentierten Fällen.

Einschlusskriterien

Artikel wurden – unabhängig vom Studiendesign – dann als geeignet befunden, wenn sie klinische und epidemiologische Primärdaten zu Musikern mit fokaler, aufgabenspezifischer Dystonie enthielten. Dabei sollte die Diagnose von einem Neurologen gestellt worden sein und die Arbeit Angaben zum betroffenen Körperteil, des/der gespielten Instruments/Instrumente sowie Informationen zur Übungsintensität enthalten.

Nach der Entfernung von Duplikaten wurden konsekutiv Titel, Abstract und der Volltextartikel von einem Autor (VR) auf ihre Eignung hin überprüft und nicht-relevante Artikel wurden ausgeschlossen. Als Publikationssprachen wurden primär Deutsch und Englisch gewählt. Im Falle anderer Sprachen wurde von Dolmetschern überpüft, ob der Text klinische Angaben zu betroffenen Musikern erhielt.

Ausschlusskriterien

Als Ausschlusskriterien galten Zweifel an der Diagnosesicherung durch einen Experten sowie fehlende klinische Angaben.

Datenextraktion und Qualitätsbegutachtung

Die Informationen aus den eingeschlossenen Studien wurden anhand eines vorgefertigten Datenextraktionsformulars zusammengetragen. Dabei wurden folgende Angaben gesammelt:

  • Publikationsdaten (Autor, Jahr der Veröffentlichung)
  • Studiendesign
  • Ort (Land, Stadt, Klinik)
  • primärer Zielpunkt (Anzahl der betroffenen Patienten)
  • Alter der Probanden zum Zeitpunkt des Krankheitsbeginns
  • Geschlecht
  • betroffenes Körperteil
  • Exposition (gespielte/s Instrument/e, Quantifizierung des Musizierens)
  • die Erkrankung begleitende oder vorangegangene Faktoren (vor allem psychologische Belastungen, ein vorangegangenes Trauma, hereditäre Prädisposition).

Die gespielten Instrumente wurden in sechs Kategorien eingeteilt, wobei sich diese Einteilung an der anatomischen Verteilung der stärksten feinmotorischen Belastung orientiert (1):

  • Tasteninstrumente (Klavier, Orgel, Akkordeon),
  • Streichinstrumente (Geige, Violine, Cello),
  • Zupfinstrumente (Harfe, Banjo, Gitarre),
  • Holzblasinstrumente (Flöte, Klarinette, Saxophon, Oboe),
  • Blechblasinstrumente (Trompete, Posaune, Horn)
  • Perkussion.

Falls erforderlich wurden die Autoren der Studien für ergänzende Informationen kontaktiert.

Die Qualität der eingeschlossenen Studien wurde anhand der Liverpool-Modifikation der Newcastle-Ottawa-Scale (15) bewertet. Dieses Verfahren wurde wegen seiner Flexibilität gewählt, denn es ermöglicht es, unterschiedliche Studiengattungen zu bewerten und die Antwortkategorien an die Fragestellung dieses systematischen Reviews anzupassen. Weiterhin erlaubt diese Bewertungsskala das untersuchte Kollektiv, die Exposition, das Primärergebnis der Studie sowie die Studienergebnisse zu beurteilen. Dabei werden bis zu zwei Punkte pro Kategorie vergeben, insgesamt können bis zu 16 Punkte erzielt werden (eTabelle 2).

Klinisch-epidemiologische Studien
Klinisch-epidemiologische Studien
eTabelle 2
Klinisch-epidemiologische Studien

Die Datenextraktion und Qualitätsbewertung wurden unabhängig voneinander von zwei Autoren der vorliegenden Untersuchung durchgeführt (VR und entweder ER/DN/KB) (Grafik 1).

Auswahlverfahren und Einschluss geeigneter Studien in dieses systematische Review nach den PRISMA-Kriterien
Auswahlverfahren und Einschluss geeigneter Studien in dieses systematische Review nach den PRISMA-Kriterien
Grafik 1
Auswahlverfahren und Einschluss geeigneter Studien in dieses systematische Review nach den PRISMA-Kriterien

Datenauswertung

Die Häufigkeit der Manifestation einer fokalen Dystonie in Abhängigkeit vom gespielten Hauptinstrument – gruppiert nach der jeweiligen Instrumentenkategorie (Tasteninstrumente, Zupf-, Streich-, Holzblas-, Blechblasinstrumente und Perkussion) – wurde für alle eingeschlossenen Patienten grafisch zusammengestellt (Grafik 2).

Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung bei den 1 144 Musikern, die in diesem Review dokumentiert sind.
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung bei den 1 144 Musikern, die in diesem Review dokumentiert sind.
Grafik 2
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung bei den 1 144 Musikern, die in diesem Review dokumentiert sind.

Da einige der Studien mit kleineren Fallzahlen sehr spezifische Fragestellungen beleuchteten und dies zu einem Selektionsbias führen könnte, erfolgte eine Sensitivitätsanalyse und es wurden nur die Studien betrachtet, die über mehr als 100 Patienten berichteten. Um den Zusammenhang zwischen intensivem Musizieren und dystonen Symptomen als kausal oder lediglich assoziativ einordnen zu können, wurden die Kausalitätskriterien nach Bradford Hill zugrunde gelegt.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 866 Artikel identifiziert, von denen 16 (1, 1630) die Einschlusskriterien erfüllten (Grafik 1). Bei allen eingeschlossenen Studien handelte es sich um Fallserien oder klinisch-experimentelle Studien, mit einer Fallzahl zwischen drei und 591 (eTabelle 3). Vier Studien waren große Fallserien (> 100 betroffene Musiker), die an spezialisierten Zentren für Musikermedizin in Deutschland, Frankreich, Spanien und den USA durchgeführt worden waren (1, 16, 28, 31). Diese vier Studien beinhalteten Daten zu 930 Patienten. Zwölf Studien waren relativ klein und berichteten über 214 Musiker. Die Qualitätsbewertung zeigte eine schwache bis mittlere Qualität der Studien (zwischen 6 und 10 Punkten von 16) (eTabelle 3).

Übersicht über alle eingeschlossenen Studien, Datenextraktion sowie Qualitätsbewertung
Übersicht über alle eingeschlossenen Studien, Datenextraktion sowie Qualitätsbewertung
eTabelle 3
Übersicht über alle eingeschlossenen Studien, Datenextraktion sowie Qualitätsbewertung

In den eingeschlossenen Artikeln konnte ein mittleres Manifestationsalter von 28 bis 44 Jahre identifiziert werden, Männer waren häufiger betroffen als Frauen (57–100 %). Die Übungsintensität wurde auf unterschiedliche Weise angegeben: als tägliche Übungszeit von vier bis sechs Stunden (22, 27, 28), als kumulative Gesamtübungszeit von etwa 10 000 Stunden oder mehr (20) oder als Übungszeitraum von zehn Jahren oder mehr (26). Detaillierte Informationen zur familiären Prädisposition der Musikerdystonie waren nicht verfügbar. Angaben zur Häufigkeit beruhten in den eingeschlossenen Artikeln entweder auf Literaturzitaten oder auf Primärdaten aus einem Zentrum für Musikermedizin (Tabelle 1) und können daher nicht als Häufigkeitsangaben herangezogen werden. Auf Nachfrage erwies sich, dass sich die Prävalenzangaben für Deutschland aus der geschätzten Zahl der betroffenen Musiker an Zentren (circa 800) sowie der Gesamtzahl der in den Orchesterverbänden registrierten professionellen Musikern (circa 80 000) zusammensetzt. Dies ergibt eine kumulative Prävalenzangabe von etwa 1 % (1, 5) (Altenmüller, persönliche Mitteilung).

Prävalenzangaben zur Musikerdystonie in den eingeschlossenen Studien
Prävalenzangaben zur Musikerdystonie in den eingeschlossenen Studien
Tabelle 1
Prävalenzangaben zur Musikerdystonie in den eingeschlossenen Studien

Für die Prävalenzangaben zu den idiopathischen fokalen Dystonien wurden eine große Prävalenzstudie (32) und ein systematisches Review (33) herangezogen. In diesen Untersuchungen wurden Werte von 117 pro Million (1 : 8 500) (32) beziehungsweise 15 von 100 000 (1 : 6 600) ermittelt. Prävalenzschätzwerte für die Extremitätendystonie in der nichtprofessionell musizierenden Normalbevölkerung liegen bei 1,24 pro 100 000 (33). Bei Spielern von Tasteninstrumenten (n = 327) manifestierte sich die Dystonie bevorzugt an der rechten Hand auf (78 %; linke Hand: 15 %; beide Hände: 6 %; Torticollis: 1 %). Dies war auch bei Spielern von Zupfinstrumenten der Fall (n = 245; 78 %; linke Hand: 19 %; beide Hände: 3 %) (Grafik 2). Eine Favorisierung der linken Hand wurde bei Streichinstrumentalisten gesehen (n = 155; 68 %; rechte Hand: 30 %; beide Hände: 1 %; Torticollis: 1 %). Die orofaziale Dystonie, auch embouchure Dystonie bezeichnet, fand man ausschließlich bei Holz-und Blechbläsern (Holzbläser: n = 199; 26 %; Blechbläser: n = 181; 96 %). Perkussionisten wiesen eine fast gleiche Verteilung zwischen beiden Händen auf (linke Hand: 41 %; rechte Hand: 49 %; beide Hände: 2 %), aber – im Gegensatz zu allen anderen Musikern – entwickelten sie zudem Symptome an den Füßen (8 %).

Auch nach der Sensitivitätsanalyse unter ausschließlicher Begutachtung der vier großen Studien (1, 16, 28, 30) bestätigten sich diese Ergebnisse (eGrafik).

Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung analog zu Grafik 2
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung analog zu Grafik 2
eGrafik
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung analog zu Grafik 2

Diskussion

Die fokale, aufgabenspezifische Dystonie bei professionellen Musikern ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der – so die aktuelle Hypothese zur Pathophysiologie – zu einer genetischen Disposition Triggerfaktoren hinzutreten (1, 2). In diesem systematischen Review wurde die Bedeutung des intensiven Musizierens als Triggerfaktor der Erkrankung untersucht. Zum einen wurde eine deutlich erhöhte Prävalenz der Erkrankung innerhalb der exponierten Gruppe im Vergleich zur nichtexponierten Normalbevölkerung gefunden, zum anderen jedoch auch eine Instrumenten-spezifische Manifestation der dystonen Symptome.

Vergleicht man die Prävalenzwerte der fokalen idiopathischen Dystonie in der Normalbevölkerung mit der der Musikerdystonie, so erhält man deutliche Differenzen von 1 : 6 600 zu 1 : 100. Bei der Betrachtung fokaler, aufgabenspezifischer Bewegungsstörungen ergeben sich sogar Prävalenzdifferenzen von 1 : 80 000 zu 1 : 100. Weiterhin ist bemerkenswert, dass die aufgabenspezifische Dystonie beim Musizieren in der Literatur ausschließlich bei professionellen Musikern berichtet wird, nicht jedoch in der Normalbevölkerung bei Laienmusikern.

Die der Musikerdystonie am nächsten stehende Erkrankung ist der Schreibkrampf, eine ebenfalls aufgabenspezifische Bewegungsstörung. In einer Fall­kontroll­studie konnten dafür als Risikofaktoren intensives langjähriges Schreiben sowie ein abrupter Anstieg der Schreibdauer und -intensität identifiziert werden (6). Ein Anstieg der Übungsintensität vor der Manifestation dystoner Symptome wurde auch bei erkrankten Musikern beobachtet (17), ist jedoch nicht systematisch untersucht. Auch für die Musikerdystonie wurde eine Fall­kontroll­studie durchgeführt (34), in der ein höheres Alter bei Beginn des Musizierens als Risikofaktor identifiziert werden konnte.

Bei der instrumentengattungsspezifischen Analyse der anatomischen Verteilung dystoner Symptome fällt auf, dass das am stärksten beanspruchte Körperteil auch prozentual am häufigsten betroffen ist. Die in den vorliegenden Ergebnissen dargestellte Dominanz der rechten Hand unter Tasten- und Zupfinstrumentalisten sowie der linken Hand bei Streichern deckt sich mit den mechanischen Hauptanforderungen innerhalb dieser Instrumentengruppe (1, 12). Ein besonders hohes Erkrankungsrisiko weisen Blechbläser und Zupfinstrumentalisten auf (1), was möglicherweise die hohen mechanischen Anforderungen innerhalb dieser Instrumentengattungen reflektiert. Dieser systematische Review unterstreicht die Bedeutung des intensiven Musizierens als Triggerfaktor. Die Entscheidung, ob zwei Größen kausal oder assoziativ miteinander verknüpft sind, kann in der Epidemiologie unter Berücksichtigung der Bradford Hill-Kriterien (35) geführt werden. Eine vollständige Auflistung aller neun Gesichtspunkte zeigt Tabelle 2.

Bradford Hill-Kriterien und ihre Anwendbarkeit
Bradford Hill-Kriterien und ihre Anwendbarkeit
Tabelle 2
Bradford Hill-Kriterien und ihre Anwendbarkeit

Die beiden Fragestellungen der vorliegenden Arbeit zielen auf die Kriterien „Stärke der Assoziation“ und „Spezifität“ ab. Die Stärke der Assoziation besagt, dass ein Kausalzusammenhang wahrscheinlicher ist, wenn das Erkrankungsrisiko innerhalb der exponierten Gruppe deutlich über dem eines nichtexponierten Kollektivs liegt. Die Spezifität drückt aus, dass das selektive Einwirken der Exposition, in diesem Fall des intensiven Musizierens, das Krankheitsrisiko erhöht; dies ist durch die instrumentenspezifische Manifestation der Dystonie gegeben. Auch die anderen Kriterien sind im Falle der Musikerdystonie gut erklärt (Tabelle 2), so dass die Annahme eines kausalen Zusammenhangs zwischen dem intensiven Musizieren und der Manifestation dystoner Symptome gerechtfertigt ist.

Detaillierte Kenntnisse über Art und Dauer der Exposition sind für die mögliche Anerkennung als Berufskrankheit und auch für die Entwicklung von Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen bedeutsam. Eine Quantifizierung der Exposition ist angesichts der Datenlage schwierig. Anamnestisch wurden eine minimale Spielzeit von zehn Übungsjahren (26) berichtet, das entspricht kumulativ 10 000 Übungsstunden (20) oder sechs Stunden am Tag (22). Ferner wurde eine Steigerung der Übungsintensität innerhalb des Jahres vor der Erstmanifestation dystoner Symptome angegeben (17).

Zur Modifikation der Exposition sind verschiedene Ansätze benannt worden, dazu zählen:

  • ein sehr langsames Spiel (36)
  • das Tragen einer Schiene (37)
  • das Erlernen der Blindenschrift, um die sensomotorische Verarbeitung zu verändern (38).

Von Retrainingstrategien profitierten etwa 50 % aller betroffenen Musiker (4). Die Angaben zur Berufsunfähigkeit variieren zwischen 25 (3) und 50 % (39).

Limitationen

Dieses systematische Review und die daraus resultierenden Ergebnisse beinhalten unvermeidliche Schwächen und Limitationen, denen bei der Interpretation Rechnung getragen werden muss. Die Literaturrecherche wurde nicht von zwei Reviewern unabhängig voneinander durchgeführt. Bei der Qualitätsbewertung der eingeschlossenen Artikel fällt eine mittlere bis schlechte Qualität auf, die meist der Tatsache geschuldet ist, dass es sich hierbei um klinische Fragestellungen handelt, nicht um (prospektive) epidemiologische Studien mit entsprechendem Studiendesign und Berücksichtigung von Bias. Insbesondere die Angaben zur Exposition beruhen auf anamnestischen und retrospektiv erhobenen Angaben der Musiker. Dennoch konnte eine große Anzahl an Betroffenen mit guter klinischer Dokumentation der Erkrankung identifiziert werden. Die Studien aus unterschiedlichen Ländern liefern ein konsistentes Bild zu der fokalen Dystonie bei professionellen Musikern ab.

Resümee

Dieses systematische Review zeigt einen deutlichen und möglicherweise auch kausalen Zusammenhang zwischen intensivem Musizieren und der Manifestation einer fokalen Dystonie bei professionellen Musikern auf. Das bedeutet, dass nach Einschätzung der Autoren die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Aufnahme der fokalen, aufgabenspezifischen Dystonie des professionellen Musikers in die Liste der Berufskrankheiten im Kern gegeben sind.

Weiterhin plädieren die Autoren dafür, dass unter Musikern ein entsprechendes Gesundheitsbewusstsein erzeugt wird, wobei sie ergonomisch und mit Pausen musizieren und stereotype sowie repetitive Übungen vermeiden sollten.

Klare Leitlinien für die Diagnostik wären wünschenswert, da eine frühzeitige und zutreffende Diagnosestellung durch einen Spezialisten Fehldiagnosen und dadurch verursachte ineffektive und mit Nebenwirkungen behaftete Therapien eindämmen würde. Weitere Forschungsprojekte zur Beleuchtung der Ursachen und Prävention der Musikerdystonie sind dringend erforderlich.

Nachtrag

Der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 1. Dezember 2015 beschlossen, dem Verordnungsgeber die Aufnahme einer neuen Berufskrankheit zu empfehlen: „Fokale Dystonie als Erkrankung des zentralen Nervensystems bei Instrumentalmusikern durch feinmotorische Tätigkeit hoher Intensität“.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Finanzierung: Das dieser Publikation zugrundeliegende systematische Review wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung finanziert, DGUV-Forschungsprojekt FB-0202, www.dguv.de/Projektdatenbank/.

Manuskriptdaten
eingereicht: 25. 4. 2015, revidierte Fassung angenommen: 13. 8. 2015

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Verena Rozanski
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinikum Großhadern
Marchioninistraße 15
81377 München
verena.rozanski@med.uni-muenchen.de

Zitierweise
Rozanski VE, Rehfuess E, Bötzel K, Nowak D: Task-specific dystonia in professional musicians—a systematic review of the importance of intensive playing as a risk factor. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 871–7.
DOI: 10.3238/arztebl.2015.0871

@The English version of this article is available online:
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Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
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eGrafiken, eTabellen:
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Institut für Biomedizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München: PD Dr. rer. nat. Rehfuess
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München: Prof. Dr. med. Nowak
Auswahlverfahren und Einschluss geeigneter Studien in dieses systematische Review nach den PRISMA-Kriterien
Auswahlverfahren und Einschluss geeigneter Studien in dieses systematische Review nach den PRISMA-Kriterien
Grafik 1
Auswahlverfahren und Einschluss geeigneter Studien in dieses systematische Review nach den PRISMA-Kriterien
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung bei den 1 144 Musikern, die in diesem Review dokumentiert sind.
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung bei den 1 144 Musikern, die in diesem Review dokumentiert sind.
Grafik 2
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung bei den 1 144 Musikern, die in diesem Review dokumentiert sind.
Prävalenzangaben zur Musikerdystonie in den eingeschlossenen Studien
Prävalenzangaben zur Musikerdystonie in den eingeschlossenen Studien
Tabelle 1
Prävalenzangaben zur Musikerdystonie in den eingeschlossenen Studien
Bradford Hill-Kriterien und ihre Anwendbarkeit
Bradford Hill-Kriterien und ihre Anwendbarkeit
Tabelle 2
Bradford Hill-Kriterien und ihre Anwendbarkeit
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung analog zu Grafik 2
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung analog zu Grafik 2
eGrafik
Verteilung der fokalen Dystonie nach Instrumentengattung analog zu Grafik 2
Übersicht über die durchsuchten Datenbanken und die daraus rekrutierten Artikel
Übersicht über die durchsuchten Datenbanken und die daraus rekrutierten Artikel
eTabelle 1
Übersicht über die durchsuchten Datenbanken und die daraus rekrutierten Artikel
Klinisch-epidemiologische Studien
Klinisch-epidemiologische Studien
eTabelle 2
Klinisch-epidemiologische Studien
Übersicht über alle eingeschlossenen Studien, Datenextraktion sowie Qualitätsbewertung
Übersicht über alle eingeschlossenen Studien, Datenextraktion sowie Qualitätsbewertung
eTabelle 3
Übersicht über alle eingeschlossenen Studien, Datenextraktion sowie Qualitätsbewertung
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