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Hämatologie: Verständlich und kompakt

Ludwig, Wolf-Dieter

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Autologe und allogene Transplantation hämatopoetischer Stammzellen (auto/allo HSZT) gelten heute als medizinischer Standard bei verschiedenen, vorwiegend hämatologischen Erkrankungen. Dazu haben sowohl die klinische Erfahrung von circa 40 Jahren – vor allem bei der allo HSZT – beigetragen als auch aktuelle Entwicklungen im Bereich der Diagnostik, medikamentösen Therapie und neuer Technologien (zum Beispiel CAR-T-Zellen). Insbesondere die allo HSZT beinhaltet komplexe Vorgänge, die verschiedene medizinische Fachdisziplinen tangieren, und große Anforderungen an Transplantationszentren stellen – angefangen von der aufwendigen Infrastruktur bis hin zur ärztlichen Kompetenz, das heißt der genauen Kenntnis der transplantationsspezifischen Algorithmen in Diagnostik und Therapie.

Das Buch widmet sich diesem wichtigen Thema in verständlicher und kompakter Form. Es richtet sich – wie im Vorwort erwähnt – nicht nur an „Hämatologen und Transplanteure, sondern auch an nicht hämatologisch vorgebildete Ärzte, Studierende und Wissenschaftler“. Die in 46 Kapiteln abgehandelten Themen – von der hämatopoetischen Stammzelle bis hin zu den klinischen Einsatzgebieten – sind einheitlich gegliedert (Einleitung, spezielles Thema, Zusammenfassung und Ausblick), was die Effizienz sowohl des Lesens als auch des Nachschlagens erhöht.

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Das Buch ist in vier Abschnitte gegliedert: Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit wichtigen wissenschaftlichen Grundlagen zur hämatopoetischen Stammzelle, der zweite und dritte mit dem typischen Ablauf und den Charakteristika der auto beziehungsweise allo HSZT. Im vierten Abschnitt wird auf die häufigsten Indikationen der auto und/oder allo HSZT bei hämatologischen Neoplasien, aber auch bei nichtmalignen hämatologischen Erkrankungen, angeborenen Immundefekten und soliden Tumoren eingegangen. In einem Anhang zur Infektiologie finden sich Empfehlungen, unter anderem zur empirischen Antibiotikatherapie bei neutropenem Fieber sowie zur Prophylaxe und Therapie von viralen beziehungsweise Pilzinfektionen.

Das Auffinden spezieller Themen ermöglicht ein übersichtliches, alphabetisch angeordnetes Stichwortverzeichnis am Ende des Buches. Die zahlreichen, heute üblichen Abkürzungen werden am Beginn des Buches erklärt. Jeder Beitrag enthält eine kurze Liste mit aktuellen Publikationen, die es dem Leser erlauben, sich eingehender mit den jeweiligen Themen zu beschäftigen.

Wie bei Büchern mit zahlreichen – mehr als 100 – Autoren meist unvermeidbar, unterscheiden sich die einzelnen Beiträge in Ausführlichkeit und Qualität. In einer Neuauflage sollte verstärkt auf eine einheitliche Terminologie und Schreibweise der auto/allo HSZT geachtet werden. Beispielhaft seien genannt: Der im Buch verwendete Begriff „unverwandt“ – für das Englische „unrelated“ – ist mit „nicht verwandt“ besser übersetzt, und der Begriff „Konditionierung“ sollte bei der auto HSZT durch hochdosierte (Radio-)Chemotherapie ersetzt werden.

Unabhängig von diesen wenigen Kritikpunkten kann das Buch allen empfohlen werden, die Patienten vor, während und nach einer auto beziehungsweise allo HSZT behandeln oder sich grundsätzlich für die HSZT interessieren. Es gab und gibt bis heute kein vergleichbares Buch in deutscher Sprache. Wolf-Dieter Ludwig

Wolfgang Herr, Matthias Theobald, Gerhard Ehninger, Hermann Einsele, Ralf Georg Meyer (Hrsg.): Hämatopoetische Stammzellen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2015, 336 Seiten, gebunden, 79,99 Euro

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