ArchivRechercheGründe für die Ablehnung fehlen
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In die vorliegende Studie wurden Erwachsene mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), Tonsillenhyperplasie und velopharyngealer Obstruktion eingeschlossen, die eine nächtliche „continous positive airway pressure“(CPAP)-Therapie entweder ablehnten oder nicht tolerierten (1).

Die Autoren der Studie versäumen es, im Methodenteil auf die Gründe für die Ablehnung der CPAP-Therapie durch die Studienteilnehmer und im Diskussionsteil auf die Faktoren einzugehen, welche die Therapieadhärenz langfristig beeinflussen. Hierzu zählen ein guter Maskensitz, die Qualität des professionellen Supports, die Verbesserung der Schlafqualität und eine Reduktion der Tagesschläfrigkeit (2). Dementsprechend kann es durch Maskentraining oder Luftbefeuchtung gelingen, therapieassoziierte Probleme zu adressieren und ein Scheitern der CPAP-Therapie zu vermeiden. Diese oft aufwendigen Hilfen können in der Regel nicht innerhalb der ersten 1–2 Therapienächte zum Erfolg führen, so dass aus unserer Erfahrung eine realistische Gefahr besteht, das Etikett „CPAP-Versager“ zu früh zu vergeben.

Die CPAP-Therapie ist als Goldstandard in der Behandlung des OSAS anzusehen und kann unter Schlaflaborbedingungen den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) auf normale Werte absenken. Es steht außer Frage, dass dies bei vielen Patienten im häuslichen Umfeld nicht erreicht werden kann, so dass die Förderung einer optimalen Therapieadhärenz eine fortwährende therapeutische Aufgabe darstellt. Es besteht jedoch kein Anlass, sich hinsichtlich eines operativen Therapieverfahrens mit einer nur teilweisen Reduktion des AHI zufriedenzugeben. Ein postoperativer Durchschnitts-AHI von 15,4/h (Standardabweichung von 14,1/h!) sowie nichtsignifikante Veränderungen von Entsättigungsindex und -dauer stellen im Vergleich zur CPAP-Therapie keinen Behandlungserfolg dar, der Aufwand, Kosten und Risiken eines operativen Eingriffs rechtfertigen würde. Zudem wäre bei einem residualen AHI von 15/h oder höher davon auszugehen, dass das mit dem OSAS assoziierte kardiovaskuläre Morbiditätsrisiko weiterhin Bestand hätte.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0484a

Dr. med. Matthias Boentert

Universitätsklinikum Münster

matthias.boentert@ukmuenster.de

Interessenkonflikt

Dr. Boentert erhielt Gelder für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben, Honorare für eine Co-Autorenschaft im Rahmen einer Publikation und für Vorträge von wissenschaftlichen Tagungen oder Fortbildungsveranstaltungen von Heinen & Löwenstein.

1.
Sommer JU, Heiser C, Gahleitner C, Herr RM, Hörmann K, Maurer JT, Stuck BA: Tonsillectomy with uvulopalatopharyngoplasty in obstructive sleep apnea—a two-center randomized controlled trial. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 1–8 VOLLTEXT
2.
Salepci B, Caglayan B, Kiral N, et al.: CPAP adherence of patients with obstructive sleep apnea. Respir Care 2013; 58: 1467–73 CrossRef MEDLINE
1.Sommer JU, Heiser C, Gahleitner C, Herr RM, Hörmann K, Maurer JT, Stuck BA: Tonsillectomy with uvulopalatopharyngoplasty in obstructive sleep apnea—a two-center randomized controlled trial. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 1–8 VOLLTEXT
2.Salepci B, Caglayan B, Kiral N, et al.: CPAP adherence of patients with obstructive sleep apnea. Respir Care 2013; 58: 1467–73 CrossRef MEDLINE

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