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Asthmatherapie: Ein Jahr Erfahrungen mit Fluticason

Noll, Monika

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LNSLNS Seit rund einem Jahr gibt es zur Behandlung von Asthma den Wirkstoff Fluticason – ein topisch wirksames Glukokortikoid. Anläßlich des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Essen lud die Firma Cascan zu einem Pressegespräch ein, um die bisherigen Erfahrungen mit dem neuen Wirkstoff zu präsentieren.
Ein wichtiges Gütekriterium für ein Glukokortikoid ist zum einen eine hohe Lipophilie, um einen gleichmäßigen, retardierten Übertritt aus dem Alveolarraum in die Zellen des Lungengewebes zu ermöglichen. Eine starke Wirkung des Medikamentes kann zum anderen durch eine hohe Affinität zum Rezeptor im Lungengewebe erreicht werden. Dabei soll die orale Bioverfügbarkeit möglichst gering ausfallen. Außerdem sollte der Wirkstoff rasch in inaktive Metabolite umgewandelt werden, wenn er vom Lungengewebe in das Gefäßsystem übertritt. Auf diese Weise können Nebenwirkungen reduziert werden.
Prof. Karl-Christian Bergmann (Asthma- und Allergieklinik, Bad Lippspringe) stellte zwei Untersuchungen vor, in denen die Wirksamkeit von Fluticason mit der von Budesonid verglichen wurde. Das Ergebnis: Fluticason wird nur in halber Dosierung benötigt, um eine vergleichbare Verbesserung der Lungenfunktion zu erreichen.
Eine andere Vergleichsstudie wurde mit Flunisolid durchgeführt. Auch hier wurde die halbe Dosis Fluticason verabreicht. Sowohl bei den FEV1-Werten als auch bei der Verbesserung der nächtlichen Beschwerden der Patienten war Fluticason dem herkömmlichen Medikament überlegen.


Verzicht auf orale Therapie
Weitere Untersuchungen zeigten, daß bei einer großen Anzahl von systemisch steroidpflichtigen Patienten bei Behandlung mit Fluticason auf eine orale Cortisontherapie verzichtet werden konnte.
Umstritten bei allen Kortikoiden sind aber nach wie vor die Nebenwirkungen, insbesondere bei Kindern. Prof. Harald Morr (Pneumologische Klinik, Greifenstein) wies jedoch darauf hin, daß das Stufenschema zum medikamentösen Asthma-Management selbst bei leichter Symptomatik die Inhalation eines topischen Glukokortikoids als Basis der Therapie vorsieht. Es mache daher keinen Sinn, eine Cortisontherapie wegen eventueller Nebenwirkungen abzulehnen. Ziel müsse es dennoch sein, die Nebenwirkungen auf ein Minimum zu beschränken beziehungsweise ganz auszuschalten.
In Untersuchungen, die sich mit den Nebenwirkun-gen von Fluticason beschäftigen, wurde unter anderem die Wachstumsgeschwindigkeit von Kindern errechnet. Ein signifikanter Einfluß auf das Längenwachstum der Kinder wurde dabei nicht beobachtet. Auch eine Erniedrigung des Plasmacortisolspiegels oder eine Einflußnahme auf den Knochenstoffwechsel ist nicht bekannt.
Über Erfahrungen in der Praxis berichteten verschiedene niedergelassene Ärzte. So berichtete Dr. Tilmann Gebhardt (Frankfurt) von drei Patienten, die schon seit mehreren Jahren systemisch steroidpflichtig waren. In zwei Fällen war eine Umstellung auf Fluticason und Salmeterol möglich. Der Zustand der Patienten besserte sich. Auch Dr. Thomas Hausen (Essen) konnte mit einer Umstellung seiner Patienten auf Fluticason einen Anstieg der Peak-flow-Werte und eine Verringerung von Beschwerden erreichen. Um die Qualität der AsthmaTherapie zu sichern, ist es nach Ansicht Morrs notwendig, daß die Patienten von einem Pneumologen und nicht – wie derzeit üblich – vom Allgemeinmediziner behandelt werden.


Ohne FCKW
Das Unternehmen Cascan stellte in Essen weiterhin eine neue Form der Pulver-inhalation vor: den Diskus. Diese neue Applikationsform benötigt kein FCKW wie die üblichen Aerosole. In einer Doppelblisterschnecke sind die Dosen einzeln verpackt. Neben einer hohen Dosiskonsistenz wird ein Schutz des Pulvers vor Feuchtigkeit erreicht. Monika Noll

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