ArchivRechercheÄrzterechte: Dschungel von Vorschriften
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Wenn man den Artikel durchgeht, so muss man konstatieren, dass es mit den Ärzterechten nicht sehr weit her ist, zumindest, wenn man sie mit den Rechten derer vergleicht, die Ansprüche an die Ärzte stellen. Ist es schon ein Recht des Arztes, den Patienten behandeln zu dürfen? Ohne dieses „Recht“ bräuchte man den ganzen Berufsstand doch überhaupt nicht.

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Unser Rechtssystem zeigt ein Grundmisstrauen in die ärztliche Tätigkeit, indem es jede Behandlung grundsätzlich als Körperverletzung einstuft, die nur durch die Patienteneinwilligung gerechtfertigt und damit straffrei wird. Welchem Beruf wird sonst zugemutet, seine Tätigkeit derart kriminalisiert zu sehen? Da hilft es auch nur bedingt, wenn Prof. Taupitz konstatiert, dass ärztliche Behandlungsfehler nur selten strafrechtliche Konsequenzen hätten. Lese ich da zwischen den Zeilen eine leichte Missbilligung des Juristen, der gerne öfter Ärzte vor dem Kadi sähe? Und dass es so wenige Strafprozesse gegen Ärzte gibt, ist sicher kein Ärzterecht, sondern lediglich dem Usus der Gerichtsbarkeit zuzurechnen, die vermutlich doch zur Kenntnis nimmt, dass man einen Unterschied zwischen einer normalen und gesellschaftlich unentbehrlichen Berufsausübung und dem Treiben von Kriminellen machen muss.

Und dann die berühmte Therapiefreiheit. Sie ist doch, zumindest im Kontext einer kassenärztlichen Tätigkeit, längst durch einen munter wuchernden Dschungel von Vorschriften ausgehölt, der bis ins kleinste regelt, was wann wem verordnet werden darf und vor allem, was nicht! Ein „ausgewogenes Verhältnis von Rechten und Pflichten der Beteiligten“ kann ich jedenfalls nicht erkennen.

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Dr. med. Wolfgang Seeliger, 46049 Oberhausen

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