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Es ist nicht verwunderlich, dass Kollegen die Leichenschau im Polizeidienst unattraktiv finden: Die Aufgabe ist aufwendig und oft sehr unangenehm, nichts für zarte Gemüter. Schließlich werden die Aufgefundenen eben nicht durch den Notarzt oder den KV-Notdienst gesehen: Der Todeszeitpunkt liegt meist sichtbar weiter zurück. Offenbar hat niemand die Person vermisst. Oft finden sich die Leichen im Zustand der Verwesung bis hin zur Mumifizierung/Skelletierung. Auch olfaktorisch problematisch. Die Auffindeorte sind häufig nur umständlich zu erreichen: Oberste Etagen, abgelegene Gebäude, Keller oder Orte in der freien Natur. Nicht selten ist es dort extrem verdreckt, oft gibt es Ungeziefer.

Immerhin kann bei der polizeilichen Leichenschau die Festlegung auf die natürliche/nichtnatürliche Todesart meist der Kripo beziehungsweise einem Pathologen überlassen werden. Nach der eigentlichen Arbeit müssen dann oft noch mit Angehörigen, Nachbarn oder Auffindern erklärende Gespräche stattfinden. Nicht einmal die Vergütung von maximal 51 Euro ist sicher: Von Angehörigen wird die Rechnung oft einfach ignoriert. Für mich waren die Umstände der Leichenschau der Grund, mich ganz aus dem Polizeidienst zurückzuziehen.

Dr. med. Nikolaus Koneczny, Internist, 58313 Herdecke

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