ArchivRechercheInnerklinische Vorbereitung
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In ihrem Artikel zeigen die Kollegen Franke et al. eine wichtige Übersicht zu Behandlungen und Behandlungsabläufen bei Großschadensereignissen auf (1). Neben der frühstmöglichen Identifikation und Behandlung schwerstverletzter Patienten ist eine weitere Forderung der Autoren die innerklinische Vorbereitung auf ein Großschadensereignis. In Bezug auf den letzteren Punkt erlauben wir uns, die Diskussion um folgende wichtige Aspekte zu erweitern.

Essentiell für einen möglichst strukturierten innerklinischen Ablauf ist in der Frühphase die Umstellung vom Routinebetrieb auf MANV-Abläufe. Hierzu müssen Handlungsanweisungen, die klare Rollen mit Verantwortlichkeiten, Weisungsbefugnissen und klare Vorgaben zu logistischen Strukturen beinhalten, erstellt und jederzeit verfügbar sein. Beispielsweise seien hier die Etablierung eines Sichtungstrichters und die Festlegung der Teilbereiche der einzelnen MANV-Sichtungskategorien durch das Notaufnahmeteam genannt.

Darüber hinaus muss jeder einzelne Patient zu jedem Zeitpunkt der Versorgungskette eindeutig zu identifizieren sein. Eine papiergestützte Dokumentationsform und/oder die Nutzung des Krankenhausinformationssystems (KIS) mit sogenannten MANV-Dummies (vorangelegte Fälle) ist hier denkbar.

Aus interdisziplinärer notfall- wie labormedizinischer Sicht ist es notwendig, bereits im Vorfeld ein Konzept entwickelt zu haben, um im Falle eines Großschadensereignisses die benötigte Laborversorgung (Blutwerte, Blutgruppenbestimmung, Blutkonserven und -produkte) sicher den Patienten zuordnen zu können. Gleiches gilt für die bildgebende Diagnostik und die Weitergabe an Informationen zu den Schnittstellenbereichen.

Neben den repetitiven Schulungsmaßnahmen in den einzelnen Teilbereichen (zum Beispiel Zentrale Notaufnahme, Labor; operative Einheit, Intensive Care Unit) muss das jeweilige Konzept klinikübergreifend in regelmäßigen Abständen auf seine Funktionalität hin evaluiert und überprüft werden. Hier hat sich eine gemeinsame Übung des Rettungsdienstes und Verletztendarstellern, die die Situation simulieren, etabliert.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0561b

Dr. med. Ramona Dolscheid-Pommerich

Prof. Dr. med. Birgit Stoffel-Wagner

Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie

Dr. med. Ingo Gräff

Interdisziplinäres Notfallzentrum

Universitätsklinikum Bonn

ramona.dolscheid-pommerich@ukbonn.de

1.
Franke A, Bieler D, Friemert B, Schwab R, Kollig E, Güsgen C: The first aid and hospital treatment of gunshot and blast injuries. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 237–43 VOLLTEXT
1.Franke A, Bieler D, Friemert B, Schwab R, Kollig E, Güsgen C: The first aid and hospital treatment of gunshot and blast injuries. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 237–43 VOLLTEXT

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