ArchivRechercheFörderung des Selbstmanagements zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

MEDIZIN: Originalarbeit

Förderung des Selbstmanagements zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Randomisierte kontrollierte Studie zur Evaluation einer strukturierten Beratung und Patientenaktivierung in der Primärversorgung

Encouraging self-management in cardiovascular disease prevention—a randomized controlled study of a structured advice and patient activation intervention in primary care

Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 469-76; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0469

Tinsel, Iris; Siegel, Achim; Schmoor, Claudia; Poguntke, Inga; Maun, Andy; Niebling, Wilhelm

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Hintergrund: Kardiovaskuläre Erkrankungen zählen in Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Ziel der Studie DECADE („decision aid, action planning, and follow up support for patients to reduce the 10-year risk of cardiovascular diseases“) ist es, mittels strukturierter Herz-Kreislauf-Risikoberatungen und DECADE-Broschüren die Patientenaktivierung und das Gesundheitsverhalten positiv zu beeinflussen. In dieser Pilotstudie wurden die Anwendbarkeit von DECADE sowie potenzielle Effekte der Intervention auf Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren untersucht.

Methode: 87 Patienten wurden in die zweiarmige, randomisierte kontrollierte Pilotstudie eingeschlossen. Die Patienten beider Studienarme nahmen an vier strukturierten Beratungsterminen teil. Die Gruppe A+D erhielt DECADE-Broschüren (Intervention), die Gruppe A (Kontrolle) nicht. Nach vier Monaten wurden als primäre Zielgröße die Veränderung der Patientenaktivierung (PAM13-D) und als sekundäre Zielgrößen unter anderem die Veränderungen des Gesundheitszustands sowie des Gesundheitsverhaltens, die Zielerreichung und die Zufriedenheit der Patienten in einer Intention-to-Treat-Auswertung analysiert.

Ergebnisse: Für 78 Patienten (A+D-Gruppe: n = 38; A-Gruppe: n = 40) lag die Untersuchung nach vier Monaten vor. Der Einsatz der DECADE-Broschüren erzielte einen signifikanten positiven Effekt auf den PAM13-D-Wert (3,30 Punkte Differenz; p = 0,023), was einer mittleren Effektgröße von 0,54 entspricht. Die meisten anderen Zielgrößen zeigten positive Tendenzen. Insgesamt war der Anstieg der Patientenaktivierung mit einer Reduktion von Risikofaktoren assoziiert.

Schlussfolgerung: Diese Pilotstudie zeigt, dass DECADE die Patienten in ihrer Aktivierung unterstützen kann. Es ist davon auszugehen, dass sich die Effekte in einer größeren Studie und im Vergleich zur üblichen Versorgung verstärken. Wenn dies bestätigt wird, sollte DECADE in der Routineversorgung verankert werden.

LNSLNS

Kardiovaskuläre Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in Industrieländern (1) und sind die häufigsten hausärztlichen Behandlungsanlässe (2). Die kardiovaskuläre Risikoberatung (CVR-Beratung) gehört damit zu den besonders wichtigen Aufgaben der Hausärzte (3). Die meisten Patienten haben jedoch Schwierigkeiten, gesundheitsförderliche Verhaltensänderungen zur Senkung ihres kardiovaskulären Risikos (CVR) umzusetzen (4, 5). Studien stellten fest, dass Patientenaktivierung im Sinne von Wissen, Fähigkeiten und Zuversicht, die eigenen Gesundheitsbeschwerden selbst zu bewältigen (6), mit der Bereitschaft zu gesundheitsrelevanten Verhaltensänderungen assoziiert ist (7, 8). Hausärzte erleben Arzt-Patienten-Gespräche in diesem Zusammenhang oft als demotivierend (9, 10). Gleichzeitiger Zeitmangel auf Ärzteseite verhindert eine in die Routineversorgung eingebettete, regelmäßige und patientenorientierte Risikoberatung (11, 12). Rehabilitationsforschung und Evaluationen von verschiedenen Disease-Management-Programmen haben dagegen gezeigt, dass strukturierte Behandlungen positive Effekte auf patientenrelevante Zielgrößen und klinische Parameter haben können (13, 14).

Um die kardiovaskuläre Risikoberatung zu verbessern, entwickelten wir in einem iterativen Prozess die Intervention DECADE – „decision aid, action planning, and follow up support for patients to reduce the 10-year risk of cardiovascular diseases“. Details zum Entwicklungsprozess finden sich im Studienprotokoll (15).

DECADE basiert auf den Grundätzen der evidenzbasierten Medizin, der partizipativen Entscheidungsfindung (16) unter Verwendung von Entscheidungshilfen (17) sowie des Prozessmodells gesundheitlichen Handelns (HAPA) (18) und verbindet diese mit strukturierten Follow-up-Konsultationen. Ziel von DECADE ist es, Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement der Patienten in einem partizipativen Prozess zu fördern, damit sie ihr Gesundheitsverhalten langfristig positiv beeinflussen.

DECADE verbindet die Anwendung des in der hausärztlichen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin empfohlenen Herz-Kreislauf-Risikorechners „Arriba“ (www.arriba-hausarzt.de/arriba) (3, 19) mit strukturierten Follow-up-Beratungen (Tabelle 1). In diesen Gesprächen werden partizipativ Behandlungsziele vereinbart und Pläne zu Verhaltensänderungen sowie (Miss-)Erfolge besprochen. Zur Unterstützung der Patientenaktivierung und der zielgerichteten Arzt-Patienten-Kommunikation erhalten die Patienten modular aufgebaute DECADE-Broschüren. Diese Broschüren beinhalten evidenzbasierte Entscheidungs- sowie Handlungshilfen und sind auf die Follow-up-Konsultationen abgestimmt. Im Sinne der partizipativen Entscheidungsfindung sind die Broschüren als Unterstützungsangebot an die Patienten zu verstehen. Die Betroffenen können sie entsprechend des individuellen Bedarfs nutzen.

DECADE: strukturierte Follow-up-Konsultationen
DECADE: strukturierte Follow-up-Konsultationen
Tabelle 1
DECADE: strukturierte Follow-up-Konsultationen

Eine Einsicht in die DECADE-Broschüren ist auf Anfrage an die Erstautorin möglich.

Den Autoren ist keine andere Intervention, die ein ähnlich komplexes und dennoch niederschwelliges Vorgehen zur kardiovaskulären Risikoberatung beinhaltet, bekannt.

Die Fragestellungen dieser Pilotstudie waren:

  • Kann die DECADE-Intervention im hausärztlichen Setting erfolgreich implementiert werden?
  • Wird durch den Einsatz der DECADE-Broschüren ein größerer Effekt auf die Patientenaktivierung und das Gesundheitsverhalten erreicht als mit strukturierten Follow-up-Konsultationen alleine?

Die Patientenaktivierung als primäre Zielgröße wurde mit dem „Patient Activation Measurement“ (PAM13-D) (20) gemessen. Die Veränderungen des Gesundheitsverhaltens wurden direkt erfragt (21) und mittels Fragen zu Risikofaktoren wie unter anderem Rauchen und Bewegungsmangel erfasst (22). Zusätzlich wurden der Gesundheitsstatus (EQ-VAS, „European quality of life – visual analogue scale“) (23), das Erreichen von Gesundheitszielen (24) und Zufriedenheiten erfragt sowie Veränderungen von klinischen Parametern analysiert.

Methoden

Die Methoden werden ausführlich im eMethodenteil beschrieben.

Studiendesign

In diese zweiarmige, randomisierte kontrollierte Pilotstudie wurden erwachsene Patienten mit mindestens einem Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung eingeschlossen. Alle Patienten erhielten einen „Arriba“-Patientenausdruck und vier strukturierte Follow-up-Konsultationen. Den Patienten der A+D-Gruppe standen zusätzlich die DECADE-Broschüren, den Personen der A-Gruppe (Kontrollgruppe) hingegen keine weitere Intervention zur Verfügung.

Datenerhebung und Zielgrößen

Die Patienten beantworteten zum Studieneinschluss (T0) und nach vier Monaten (T1) einen Fragebogen. Zum Studienende wurden die Hausärzte interviewt.

Primäre Zielgröße war die Veränderung der Patientenaktivierung (PAM13-D) (20). Zu den sekundären Zielgrößen zählten:

  • Verbesserung des Gesundheitsstatus (EQ-VAS) (23)
  • Veränderung der Risikofaktoren (22)
  • Umstellung des allgemeinen Gesundheitsverhaltens (21)
  • Erreichen eigener Verhaltensziele (24)
  • Zufriedenheit mit Zielerreichung und strukturierten Konsultationen
  • Nützlichkeit der Patientenmaterialien („usefulness scale for patient information material“, USE) (25)

Veränderungen von klinischen Parametern wurden als zusätzliche Zielgrößen untersucht.

Statistische Analysen

Die Analysen erfolgten in der Intention-to-Treat(ITT)-Population, in die alle Patienten mit vorhandenen Daten gemäß der randomisierten Intervention eingingen. Die Effekte der DECADE-Broschüren auf die Zielgrößen wurden mit linearen Regressionsmodellen analysiert. Zielerreichung, Zufriedenheit und Zusammenhänge des PAM13-D-Scores mit Patientencharakteristika wurden deskriptiv ausgewertet. Antworten der Probanden auf offene Fragen und Interviews mit den Ärzten wurden qualitativ ausgewertet.

Ergebnisse

Der Einsatz der DECADE-Broschüren zeigte einen positiven Effekt auf die Patientenaktivierung (Differenz 3,30 Punkte auf einer Skala von 0–100, 95-%-Konfidenzintervall [KI]: [0,47; 6,14], p = 0,023; bei mittlerer Effektgröße: 0,54). Der Gesundheitszustand verbesserte sich in der A+D-Gruppe im Vergleich zur A-Gruppe um 5,79 Punkte auf einer Skala von 0–100 (95-%-KI: [–0,69; 12,21], p = 0,076; bei geringer Effektgröße: 0,44). Es konnten keine relevanten Effekte auf die klinischen Parameter festgestellt werden (Tabelle 2a). Insgesamt zeigte die deskriptive Analyse in der A+D-Gruppe im Vergleich zur A-Gruppe ein tendenziell verbessertes Gesundheitsverhalten sowohl im Allgemeinen (55,9 % versus 43,2 %) als auch im Hinblick auf Bewegung (40,5 % versus 25,6 %) und Stress (40,5 % versus 12,5 %) (Tabelle 2b).

Mittlere Veränderungen*1 der Endpunkte zwischen T0 und T1 sowie geschätzte Effekte (mittlere Differenzen) zwischen beiden Studienarmen
Mittlere Veränderungen*1 der Endpunkte zwischen T0 und T1 sowie geschätzte Effekte (mittlere Differenzen) zwischen beiden Studienarmen
Tabelle 2a
Mittlere Veränderungen*1 der Endpunkte zwischen T0 und T1 sowie geschätzte Effekte (mittlere Differenzen) zwischen beiden Studienarmen
Veränderungen des Gesundheitsverhaltens*1
Veränderungen des Gesundheitsverhaltens*1
Tabelle 2b
Veränderungen des Gesundheitsverhaltens*1

Die Ergebnisse wurden in Per-Protocol-Analysen überprüft und nur geringe Abweichungen gegenüber der ITT-Analyse festgestellt (eMethodenteil).

Patientenpopulation

In sechs Hausarztpraxen wurden 143 volljährige Patienten über die Studie informiert. 87 Patienten stimmten der Teilnahme zu, erhielten die „Arriba“-Beratung und wurden randomisiert (A-Gruppe: n = 45; A+D-Gruppe: n = 42). Acht Probanden beendeten die Studie vorzeitig (Abbruchquote: 9,2 %). Abweichungen vom Studienprotokoll (n = 16) wurden erfasst und für 71 Patienten Per-Protocol-Analysen durchgeführt. Details zu Abbrüchen und Per-Protocol-Analysen finden sich in den Anmerkungen zum Flowchart (Grafik 1) und im eMethodenteil. Ein Fragebogen erreichte das Datenmanagement nach Abschluss der Datenauswertung.

Flowchart: Einschluss und Studienverlauf
Flowchart: Einschluss und Studienverlauf
Grafik 1
Flowchart: Einschluss und Studienverlauf

Die Patienten der A+D-Gruppe waren im Mittel sechs Jahre älter als die Patienten der A-Gruppe. Alle anderen Eigenschaften unterschieden sich nicht wesentlich zwischen den Studienarmen (Tabelle 3). Der mittlere PAM13-D-Score, gemessen auf einer Skala von 0 (geringste Aktivierung) bis 100 (höchste Aktivierung), überstieg in beiden Studienarmen mit 88 Punkten den erwarteten Baseline-Wert um circa 20 Punkte.

Studienpopulation
Studienpopulation
Tabelle 3
Studienpopulation

Effekt der DECADE-Broschüren auf die primäre Zielgröße Patientenaktivierung

Die Patienten der A+D-Gruppe steigerten ihre zu Studienbeginn hohe Patientenaktivierung (PAM13-D) nach vier Monaten im Mittel um 1,50 Punkte, während der PAM13-D-Score in der A-Gruppe im Mittel um 1,81 Punkte sank. Der Einsatz der DECADE-Broschüren zeigte einen signifikanten Effekt von 3,30 Punkten (95-%-KI: [0,47; 6,14], p = 0,023; Effektgröße: 0,54) auf die Patientenaktivierung (Tabelle 2a).

Sekundäre Zielgrößen

Der Gesundheitszustand (EQ-VAS) wurde in der A+D-Gruppe im Mittel um 6,84 Punkte und in der A-Gruppe um 1,05 Punkte im Verlauf der Studie besser eingeschätzt als zu Beginn. Der geschätzte Effekt der DECADE-Broschüren betrug 5,79 Punkte (95-%-KI: [−0,63; 12,21], p = 0,076; Effektgröße: 0,44) (Tabelle 2a).

Die Patienten schätzten ihr eigenes Gesundheitsverhalten bezogen auf Rauchen, Gewicht, Ernährung, Bewegung, Stress und Alkohol als wenig bis mäßig risikohaft ein. Zu Studienbeginn betrugen die mittleren Scores der Risikofaktoren (RF) in der A-Gruppe 1,5 (Standardabweichung [SD] = 0,8) Punkte und in der A+D-Gruppe 1,1 (SD = 0,6) Punkte. Die Änderungen der RF-Scores waren insgesamt gering, dennoch verbesserten jeweils 40,5 % der Patienten der A+D-Gruppe ihr Risikoverhalten in den Bereichen Bewegungsmangel sowie Stress und Hektik. In der A-Gruppe traf dies auf 25,6 % beziehungsweise 12,5 % zu (Grafik 2).

Kategoriale Änderungen der Risikofaktoren (RF) nach vier Monaten in beiden Studienarmen in Prozent
Kategoriale Änderungen der Risikofaktoren (RF) nach vier Monaten in beiden Studienarmen in Prozent
Grafik 2
Kategoriale Änderungen der Risikofaktoren (RF) nach vier Monaten in beiden Studienarmen in Prozent

Die Frage nach der allgemeinen Veränderung des Gesundheitsverhaltens seit Studienbeginn beantworteten 34 Patienten der A+D-Gruppe und 37 Patienten der A-Gruppe. Der Aussage, „jetzt insgesamt gesünder“ zu leben, stimmten 55,9 % (n = 19) der A+D-Gruppe und 43,2 % (n = 16) der A-Gruppe zu. Ein Patient (A+D-Gruppe) teilte mit, dass er zum Studienende „insgesamt weniger gesund“ lebte. Die mittleren Summenwerte der Zielerreichung lagen in der A+D-Gruppe bei 20,8 Punkten (SD = 10,1) und in der A-Gruppe bei 19,3 Punkten (SD = 11,1). In der A+D-Gruppe waren die Probanden im Mittel mit der Realisierung ihrer Ziele geringfügig zufriedener (14,2; SD = 5,9) als in der A-Gruppe (13,1 [SD = 7,2]). Die Patienten der A+D-Gruppe bewerteten die Nützlichkeit ihrer Unterlagen (USE) auf einer Skala von 0–90 mit 65,0 Punkten (SD = 17,3) etwas höher als die Studienteilnehmer der A-Gruppe (62,4 [SD = 18,9]). Die mittleren Werte der Subskalen Erkenntnis, Emotionen sowie Verhalten lagen in beiden Studienarmen zwischen 19,2 und 22,8 Punkten.

Die Patienten der A+D-Gruppe bewerteten die hausärztlichen Konsultationen auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 4 (sehr unzufrieden) im Mittel ähnlich (1,36 [SD = 0,4]) wie die Patienten der A-Gruppe (1,47 [SD = 0,8]).

Zusätzliche Zielgrößen

Die Veränderungen der klinischen Parameter und des Body-Mass-Index (BMI) T1 versus T0 finden sich in Tabelle 2a. Die geschätzten Effekte der DECADE-Broschüren auf diese Parameter waren sehr gering. Bei insgesamt 30 Patienten mit Diabetes mellitus war die Anzahl an Hämoglobin A (HbA1C)-Werten zu gering für eine Analyse. In explorativen Analysen wurden unabhängig vom Studienarm inverse Zusammenhänge zwischen der Höhe des PAM13-D-Scores zu T0 und risikoreichem Gesundheitsverhalten in Bezug auf ungünstige Ernährung, Bewegungsmangel, Stress und Hektik sowie Alkoholkonsum festgestellt. Relevante Korrelationen zwischen PAM13-D-Werten und soziodemografischen Patienteneigenschaften, klinischen Parametern oder dem Gesundheitszustand (EQ-VAS) existierten nicht (eMethodenteil, eTabelle 1). Eine Steigerung des PAM13-D-Scores zwischen T0 und T1 korrelierte insgesamt mit einer Verringerung von Risikofaktoren (RF) und des Gesamtcholesterins (eMethodenteil, eTabelle 2).

Zusammenhänge zwischen PAM13-D und Patienteneigenschaften zum Zeitpunkt T0
Zusammenhänge zwischen PAM13-D und Patienteneigenschaften zum Zeitpunkt T0
eTabelle 1
Zusammenhänge zwischen PAM13-D und Patienteneigenschaften zum Zeitpunkt T0
Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Patientenaktivierung (PAM13-D) und Patienteneigenschaften, Veränderungen von Gesundheitsverhalten sowie klinischen Parametern
Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Patientenaktivierung (PAM13-D) und Patienteneigenschaften, Veränderungen von Gesundheitsverhalten sowie klinischen Parametern
eTabelle 2
Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Patientenaktivierung (PAM13-D) und Patienteneigenschaften, Veränderungen von Gesundheitsverhalten sowie klinischen Parametern

Qualitative Aussagen von Patienten und Ärzten

Die qualitativen Ergebnisse werden hier nur kurz berichtet und an anderer Stelle ausführlicher publiziert. 34 Patienten der A+D-Gruppe füllten die meisten offenen Fragen zur Bewertung der DECADE-Broschüren aus.

Die überwiegende Mehrheit von ihnen evaluierte die Übersichtlichkeit, den Informationsgehalt, die Verständlichkeit sowie Gestaltung der DECADE-Broschüren positiv und gab an, dass die Broschüren sie motiviert haben, das eigene Gesundheitsverhalten langfristig im Blick zu behalten. 25 Patienten waren mit den DECADE-Broschüren insgesamt (sehr) zufrieden und vier Patienten teilweise zufrieden. Ein Patient hingegen war nicht zufrieden.

Die Meinung der Ärzte zu den Broschüren divergierte stärker und war unter anderem von ihren eigenen Erwartungen an die Patienten zur Veränderungsbereitschaft sowie einer adhärenten Bearbeitung der Materialien geprägt. Sie hatten insgesamt den Eindruck, dass die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen sowie die Bereitschaft zum Selbstmanagement vor allem vom einzelnen Patienten, aber weniger von den bereitgestellten Materialien abhängig sei. Die strukturierten Follow-up-Konsultationen bewerteten die Ärzte insgesamt positiv.

Diskussion

Der positive Studienverlauf und die positive Bewertung der Konsultationen sowie der DECADE-Broschüren durch die Patienten zeigten, dass die Intervention DECADE in der Praxis durchführbar ist. Der Einsatz der DECADE-Broschüren, zusätzlich zu strukturierten Follow-up-Konsultationen, hatte einen verstärkenden Effekt auf die Patientenaktivierung (PAM13-D + 3,3 Punkte; 95-%-KI: [0,47; 6,14], p = 0,023).

In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass hohe PAM13-Scores mit einem positiven Gesundheitsverhalten und der Bereitschaft zu Verhaltensänderungen assoziiert sind (7, 8, 26, 27). In einer Studie mit 4 865 chronisch kranken Patienten konnte ein Zugewinn an Patientenaktivierung von 2,8 PAM-Punkten erzielt werden. Dieser wurde als bemerkenswert beurteilt, da hierbei mit verbessertem Gesundheitsverhalten zu rechnen sei (7). Dies bestätigten die explorativen Analysen der DECADE-Pilotstudie zumindest teilweise. In der gesamten Stichprobe (unabhängig vom Studienarm) wurde ein Zusammenhang zwischen gestiegenen PAM13-D-Werten und einer Reduktion von Risikofaktoren sowie Cholesterinwerten festgestellt.

Ergebnisse verschiedener Studien lassen vermuten, dass Veränderungen der Patientenaktivierung mit der Dauer und der Intensität einer individuell angepassten Patientenbetreuung zusammenhängen. So erhöhte die alleinige Bereitstellung von Informationsmaterialien in einer Studie von Boyle et al. die Patientenaktivierung nicht (28). Dagegen zeigten Hibbard et al. in einer Studie mit 357 chronisch kranken Patienten, dass eine individuell angepasste Versorgung („tailoring care“) im Vergleich zur üblichen Versorgung nach zwei bis drei Monaten die PAM13-Werte um +2,5 versus 1,8 Punkte steigerte. Nach weiteren drei Monaten erhöhten sich die Werte um + 4,6 versus + 2,6 Punkte (29). Ergebnisse weiterer Studien zeigen ähnliche Ergebnisse (26, 30).

Patienten der A+D-Gruppe gaben häufiger an, dass sie am Studienende insgesamt „gesünder lebten“ (55,9 % versus 43,2 %) und beurteilten ihren Gesundheitszustand (EQ-VAS) nach vier Monaten tendenziell besser als die A-Gruppe (+ 6,84 Punkte versus + 1,05 Punkte). Weitere sekundäre Zielgrößen wie Zielerreichung („adapted goal attainment scale“) und die Zufriedenheit damit, die Nützlichkeit der Patientenmaterialien (USE) und die Zufriedenheit mit den Konsultationen fielen in der A+D-Gruppe insgesamt geringfügig besser aus als in der A-Gruppe. Die klinischen Parameter änderten sich in beiden Gruppen nur unwesentlich.

Limitationen

Aufgrund des Pilot-Charakters dieser Studie war die Stichprobengröße mit n = 87 gering. Mit sechs Hausarztpraxen konnte lediglich eine zweiarmige Studie realisiert werden, sodass die Intervention im Vergleich zur Routineversorgung nicht überprüft werden konnte. Eine Verblindung der Studie und der beteiligten Wissenschaftler war nicht möglich (eMethodenteil). Einige Frageinstrumente wurden für diese Studie neu entwickelt oder bestehende adaptiert. Demnach ist deren Aussagekraft begrenzt.

Die Angaben zur Patientenaktivierung (primäres Zielkriterium) beruhen auf Selbstangaben der Patienten und waren zu Studienbeginn (Mittelwert = 88,2) höher als in anderen Untersuchungen (Mittelwerte zwischen 61,2 und 67,2 Punkten) (31). Da der Einschluss der Patienten konsekutiv erfolgte (Studienprotokoll [15]), liegt die Vermutung nahe, dass sich unsere Probanden von Patienten anderer Ärzte unterscheiden könnten. Ein Grund hierfür könnte sein, dass ausschließlich Ärzte aus Lehrarztpraxen mit hohem Interesse am Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Studie teilnahmen. Möglicherweise könnten Patienten dieser Praxen stärker über die Relevanz von adäquatem Gesundheitsverhalten informiert sein, als das gewöhnlich der Fall ist. Umso positiver wäre in diesem Fall der zusätzliche Anstieg der PAM13-D-Werte in der A+D-Gruppe zu bewerten.

Wie in allen Befragungen ist auch in dieser Studie anzunehmen, dass sowohl soziale Erwünschtheit als auch Erwartungen, die mit der Untersuchung verknüpft sind, die Selbstauskünfte beeinflussen. Auch wenn die qualitativen Ergebnisse der Studie an dieser Stelle nicht detailliert berichtet werden können, lässt sich zusammenfassend feststellen, dass Patienten der A+D-Gruppe die DECADE-Broschüren in den offenen Antworten überwiegend sehr positiv beurteilten. Im Vergleich dazu antworteten die Ärzte in den Interviews deutlich differenzierter. Die strukturierten Follow-up-Konsultationen wurden von Ärzten und Patienten insgesamt positiv beurteilt.

Fazit

Die DECADE-Pilotstudie wurde erfolgreich durchgeführt. Sie zeigte, dass eine strukturierte Beratung in der Primär- und Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Ärzten sowie Patienten positiv bewertet wurde und die DECADE-Broschüren die Patientenaktivierung steigerten. Relevante Effekte auf die klinischen Parameter konnten nicht festgestellt werden. Diese Ergebnisse sollten nun in einer Studie mit längerem Interventionszeitraum an verschiedenen Standorten im Vergleich zur Routineversorgung überprüft werden. Bei Erfolg wäre es sinnvoll, DECADE in die Routineversorgung einzuführen. Bis dahin sollten Hausärzte bei Risikopatienten das CVR bestimmen, evidenzbasierte Behandlungsoptionen besprechen und dauerhaft Interesse am Gesundheitsverhalten ihrer Patienten zeigen.

Danksagung
Wir danken allen Patienten und Praxisteams, die an der DECADE-Pilotstudie teilgenommen haben. Britta Seifer und Inna Shara danken wir für ihre administrative Unterstützung und die Dateneingabe.

Registrierung
Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg genehmigt und am 7. 7. 2016 im deutschen klinischen Studienregister (DRKS) eingetragen: DRKS00010584:

Interessenkonflikt

Dr. Maun ist Mitglied des Vorstands der Arriba Genossenschaft eG und hält Genossenschaftsanteile derselben, welche den Erhalt und die Weiterentwicklung der in der Studie verwendeten Software unterstützt.

Die übrigen Autoren erklären, dass sie im Zusammenhang mit dieser Studie oder Intervention keine Zuwendungen von kommerziellen Institutionen erhalten haben. Sie erklären, dass auch darüber hinaus keine Interessenkonflikte bestehen.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 12. 2017, revidierte Fassung angenommen: 12. 4. 2018

Anschrift für die Verfasser
Iris Tinsel, M.A.
Lehrbereich Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Medizinische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Elsässer-Straße 2m, 79110 Freiburg
iris.tinsel@uniklinik-freiburg.de

Zitierweise
Tinsel I, Siegel A, Schmoor C, Poguntke I, Maun A, Niebling W: Encouraging self-management in cardiovascular disease prevention—a randomized controlled study of a structured advice and patient activation intervention in primary care.
Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 469–76. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0469

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/18m0469 oder über QR-Code

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Lehrbereich Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Iris Tinsel, M.A., Dr. med. Andy Maun, PhD,
Prof. Dr. med. Wilhelm Niebling
Studienzentrum, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Dr. rer. nat. Claudia Schmoor, Inga Poguntke, M.Sc. Math.
Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Tübingen: Dr. phil. Achim Siegel, MPH
Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitations-
forschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Iris Tinsel, M.A., Dr. med. Andy Maun, PhD
Hausärztliche Gemeinschaftspraxis,
Titisee-Neustadt: Prof. Dr. med. Wilhelm Niebling
Flowchart: Einschluss und Studienverlauf
Flowchart: Einschluss und Studienverlauf
Grafik 1
Flowchart: Einschluss und Studienverlauf
Kategoriale Änderungen der Risikofaktoren (RF) nach vier Monaten in beiden Studienarmen in Prozent
Kategoriale Änderungen der Risikofaktoren (RF) nach vier Monaten in beiden Studienarmen in Prozent
Grafik 2
Kategoriale Änderungen der Risikofaktoren (RF) nach vier Monaten in beiden Studienarmen in Prozent
DECADE: strukturierte Follow-up-Konsultationen
DECADE: strukturierte Follow-up-Konsultationen
Tabelle 1
DECADE: strukturierte Follow-up-Konsultationen
Mittlere Veränderungen*1 der Endpunkte zwischen T0 und T1 sowie geschätzte Effekte (mittlere Differenzen) zwischen beiden Studienarmen
Mittlere Veränderungen*1 der Endpunkte zwischen T0 und T1 sowie geschätzte Effekte (mittlere Differenzen) zwischen beiden Studienarmen
Tabelle 2a
Mittlere Veränderungen*1 der Endpunkte zwischen T0 und T1 sowie geschätzte Effekte (mittlere Differenzen) zwischen beiden Studienarmen
Veränderungen des Gesundheitsverhaltens*1
Veränderungen des Gesundheitsverhaltens*1
Tabelle 2b
Veränderungen des Gesundheitsverhaltens*1
Studienpopulation
Studienpopulation
Tabelle 3
Studienpopulation
Zusammenhänge zwischen PAM13-D und Patienteneigenschaften zum Zeitpunkt T0
Zusammenhänge zwischen PAM13-D und Patienteneigenschaften zum Zeitpunkt T0
eTabelle 1
Zusammenhänge zwischen PAM13-D und Patienteneigenschaften zum Zeitpunkt T0
Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Patientenaktivierung (PAM13-D) und Patienteneigenschaften, Veränderungen von Gesundheitsverhalten sowie klinischen Parametern
Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Patientenaktivierung (PAM13-D) und Patienteneigenschaften, Veränderungen von Gesundheitsverhalten sowie klinischen Parametern
eTabelle 2
Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Patientenaktivierung (PAM13-D) und Patienteneigenschaften, Veränderungen von Gesundheitsverhalten sowie klinischen Parametern
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