ArchivRechercheLuftschadstoffe: Mutig
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Sich gegen das „Establishment“ zu stellen, dazu gehört immer Mut. Einen Rücklauf von 112 sich exponierenden Unterzeichnern bei 3 800 angeschriebenen Lungenärzten (bei denen die wenigsten mit dem Thema Luftschadstoffe befasst sind) finde ich erstaunlich. Die Sachlichkeit ist leider bei diesem Thema verloren gegangen.

Ein jüngst in der FAZ erschienener Artikel (1) ... (zeigt) eine sehr gründliche Analyse der Historie der Grenzwertfestlegung von Stickstoffoxiden ...: „Die WHO schreibt in ihrem Bericht klar: Es gebe ‚keine Evidenz‘, dass bei den Langzeitwerten keine klar definierte Konzentration‘ von Stickstoffdioxid existiere, bei der eine direkte Folge auf den menschlichen Körper nachweisbar sei. ... In der Empfehlung wurden dann 40 Mikrogramm festgehalten – verbunden mit dem Hinweis, dass man diesen Wert in Ermangelung belastbarer Werte als Richtwert ansehe. Die EU-Kommission, so hat es den Anschein, hat die Einschränkungen der WHO-Fachleute ignoriert und den locker vorgeschlagenen Richtwert in einer Verordnung als Grenzwert zementiert. … Alexander Kekulé, Medizinprofessor, Biochemiker und Direktor des Instituts für biologische Sicherheitsforschung an der Universität in Halle, hat sich im vergangenen Jahr die Mühe gemacht, den Grenzwertfindungsprozess bei der WHO und im Europäischen Parlament kritisch zu rekonstruieren. Er ... ist zu dem Ergebnis gekommen, dass damals ‚schlampig‘ und mit ‚heißer Nadel‘ gearbeitet worden sei. Drei Sitzungen der zuständigen WHO-Arbeitsgruppen habe es gegeben, ... Bei der dritten Sitzung im Juni 1996 kamn schließlich 40 Mikrogramm raus. Dieser Richtwert wurde von der Kommission direkt als Grenzwert übernommen, weil der Ministerrat schnell die EU-Richtlinie erlassen wollte“, sagt der Mediziner.

Ich gehöre keiner Lobbygruppe an und freue mich natürlich gerne an „frischer Luft“. Die Tricksereien von Teilen der Autoindustrie sind aufs Schärfste zu verurteilen. Denkverbote aufzubauen ist allerdings niemals hilfreich und ich bin Herrn Köhler (der sich ja schon geraume Zeit damit befasst und thematisiert) dankbar für die aktuelle Diskussion.

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Nennt das Runde rund und das Eckige eckig, dann ist der Staat in Ordnung, sagt Konfuzius. Es gilt heute noch.

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Michael Veittinger, 14193 Berlin

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