ArchivRechercheSchätzung der Anzahl von Personen mit einer Opioidabhängigkeit

MEDIZIN: Originalarbeit

Schätzung der Anzahl von Personen mit einer Opioidabhängigkeit

Estimation of the number of people with opioid addiction in Germany

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 137-43; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0137

Kraus, Ludwig; Seitz, Nicki-Nils; Schulte, Bernd; Cremer-Schaeffer, Peter; Braun, Barbara; Verthein, Uwe; Pfeiffer-Gerschel, Tim

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Hintergrund: Die Abhängigkeit von Opioiden zählt weltweit zu den häufigsten substanzbezogenen Störungen und verursacht eine erhebliche gesellschaftliche Belastung durch Morbidität und Mortalität. Den Umfang der opioidabhängigen Population zu kennen, ist eine Voraussetzung für gesundheitspolitische Maßnahmen.

Methode: Die Schätzung für das Jahr 2016 basiert auf einer Zählung von Personen in Deutschland mit einer Opioidabhängigkeit, die im Substitutionsregister gemeldet waren, einer Zählung der in der ambulanten und stationären Suchthilfe gemeldeten Personen ohne Substitutionsbehandlung und einer Hochrechnung auf alle Einrichtungen sowie einer Schätzung der Anzahl von Personen mit einer Opioidabhängigkeit, die weder im Substitutionsregister noch in der Suchthilfe erfasst waren.

Ergebnisse: Für Deutschland ergibt sich eine Gesamtschätzung von 166 294 Personen (untere und obere Grenzen: 164 794; 167 794) mit einer Opioidabhängigkeit, wobei 123 988 Männer (122 968; 125 007) und 42 307 Frauen (41 826; 42 787) betroffen sind. Die Schätzungen für die Bundesländer pro 1 000 Einwohner schwanken zwischen 0,1 in Brandenburg, 3,0 in Nordrhein-Westfalen bis 5,5 Bremen. Der deutschlandweite Durchschnittswert beträgt 3,1/1000 Einwohner.

Schlussfolgerungen: Vergleiche mit früheren Schätzungen legen den Schluss nahe, dass sich der Umfang der Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Deutschland in den letzten 20 Jahren kaum verändert hat. Trotz methodischer Einschränkungen ist von einer hohen Validität der Schätzung auszugehen. Nahezu alle Personen mit einer Opioidabhängigkeit sind in Kontakt mit dem Suchthilfesystem.

LNSLNS

Die Abhängigkeit von Opioiden zählt weltweit zu den häufigsten substanzbezogenen Störungen. Sie ist für den größten Teil der Belastung durch Morbidität und Mortalität in der Bevölkerung, die durch Drogen verursacht werden, verantwortlich (1). Unter Opioiden fasst man synthetisch gewonnene (zum Beispiel Heroin, Methadon, Buprenorphin, Fentanyl) und pflanzlich gewonnene Substanzen (Opiate, beispielsweise Codein, Morphin) zusammen. Opioide weisen starke körperliche und pharmakologisch ableitbare Abhängigkeitsrisiken auf (2). Insbesondere der intravenöse Konsum geht mit einem nicht unerheblichen Risiko einher, durch übertragbare Infektionen zu erkranken (3) oder an einer Überdosis beziehungsweise den langfristigen Folgen des Konsums zu sterben (4). Schließlich besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für kriminelle Handlungen im Sinne der Beschaffungskriminalität (5).

Die Populationsgröße von Personen mit einer Opioidabhängigkeit zu kennen, ist eine wichtige Voraussetzung für gesundheitspolitische Entscheidungen (6). Berechnungen in Deutschland zielen in erster Linie auf eine Abhängigkeit im Zuge der Einnahme illegaler opioidhaltiger Substanzen. Eine erste nationale Schätzung des Jahres 1989 für Gesamtdeutschland auf Grundlage von Behandlungsdaten ergab eine Anzahl von 60 000–80 000 Personen mit einem problematischen Konsum von Opiaten, Kokain, Stimulanzien und Halluzinogenen (7). Eine deutsche Expertengruppe schätzte die Anzahl von Heroinkonsumenten in West- und Ostdeutschland für das Jahr 1995 auf 127 000–152 000 (8) und eine Schätzung auf der Basis einer Befragung niedergelassener Ärzte ermittelte im selben Jahr für die Population intravenös Drogenkonsumierender in Westdeutschland und Berlin einen Mittelwert von 150 000 (97 000–204 000) Personen (9).

Im Kontext einer Schätzung der Anzahl von Personen mit problematischem Drogenkonsum in den Ländern der Europäischen Union wurden unter Verwendung verschiedener Methoden für Deutschland für das Jahr 2000 127 000–190 000 Opiatkonsumenten ermittelt. Datenbasis für diese Berechnung waren Behandlungs-, Polizei- und Mortalitätsdaten (10). Unter Nutzung dieser methodischen Ansätze wiesen vergleichende Schätzungen für die Jahre 1990, 1995 und 2000 auf einen moderaten Zuwachs der Population von Opiatkonsumenten hin (11).

Das Ziel der Studie war es, die Anzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit in Deutschland und in den Bundesländern für das Kalenderjahr 2016 zu schätzen.

Methode

Die vorliegende Schätzung basiert auf den Daten des Substitutionsregisters, den Daten der ambulanten und stationären Suchthilfestatistik und einer Zählung in fünf niederschwelligen Suchthilfeeinrichtungen. Wir gehen von einer Vollerhebung unter der Annahme aus, dass alle Personen mit einer Opioidabhängigkeit in irgendeiner Form mit dem Suchthilfesystem in Berührung kommen. Hierbei wird zwischen Personen unterschieden, die im Suchthilfesystem dokumentiert werden, und Personen, die mit dem Suchthilfesystem in Kontakt treten, aber nur Hilfen in Anspruch nehmen, die nicht dokumentiert werden.

In den Fällen ohne Falldokumentation (OF) liegen zwar keine Diagnosen vor, aufgrund der in Anspruch genommenen Hilfe, zum Beispiel Spritzentausch, kann aber davon ausgegangen werden, dass bei dieser Personengruppe eine Opioidabhängigkeit vorliegt.

Eine Dokumentation erfolgt, wenn einer Person mit Opioidabhängigkeit ein Substitutionsmittel vom behandelnden Arzt verschrieben wird. Die vom Arzt beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldeten codierten Patientendaten werden dort in kryptierter Form im Substitutionsregister aufgenommen (12). Doppelungen durch die Vergabe des gleichen Codes für zwei Personen wurden durch Rückfragen bei den behandelnden Ärzten ausgeschlossen.

Weiterhin werden Personen mit einer Opioidabhängigkeit dokumentiert, wenn sie ambulante und stationäre Einrichtungen des Suchthilfesystems und deren Hilfeleistungen in Anspruch nehmen, die der ambulanten und stationären Suchthilfestatistik (DSHS) gemeldet werden (13). Mit den DSHS-Daten wurde die Anzahl an Personen mit einer Opioidabhängigkeit ohne Substitution in Suchthilfeeinrichtungen geschätzt. Dabei wurde auf die Fälle mit der Haupt- oder Nebendiagnose „Opioidabhängigkeit“ in verschiedenen Einrichtungstypen der Suchthilfe zurückgegriffen. Bei den erfassten Einrichtungen handelt es sich nach DSHS-Typologie unter anderem um

  • niedrigschwellige Einrichtungen mit Falldokumentation wie zum Beispiel Notschlafstellen oder Konsumräume (Typ 2)
  • ambulante Beratungs- und/oder Behandlungsstellen, Fachambulanzen und Institutsambulanzen (Typ 3 und 4)
  • teilstationäre Rehabilitationseinrichtungen (Typ 8)
  • stationäre Rehabilitationseinrichtungen (Typ 9)
  • Adaptionseinrichtungen (Typ 10).

Im Gegensatz zum Substitutionsregister werden in der DSHS keine Personen, sondern Behandlungsepisoden erfasst, und nur aggregierte Daten berichtet, bei denen Doppelnennungen von Personen nicht kontrolliert werden können. Doppelnennungen von Personen können bei der Erfassung in ambulanten und stationären Einrichtungen erfolgen. Mithilfe der Daten der Suchthilfe Berlin (15) wurden Korrekturfaktoren berechnet, mittels derer die Daten der DSHS von Behandlungsepisoden in personenbezogene Daten überführt sowie der Überlappungsbereich von Personen mit Opioidabhängigkeit und Substitution geschätzt werden konnten. Da nicht alle Einrichtungen an der DSHS beteiligt sind, wurden die aggregierten Daten auf alle Einrichtungen über die geschätzte Beteiligungsquote der an der DSHS teilnehmenden Einrichtungen an allen Einrichtungen (16) hochgerechnet (Grafik; für eine detaillierte Beschreibung siehe eMethodenteil).

Ablaufschema der Schätzung nichtsubstituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe mit Falldokumentation und der stationären Suchthilfe auf Basis der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) und der Berliner Suchthilfestatistik
Ablaufschema der Schätzung nichtsubstituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe mit Falldokumentation und der stationären Suchthilfe auf Basis der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) und der Berliner Suchthilfestatistik
Grafik
Ablaufschema der Schätzung nichtsubstituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe mit Falldokumentation und der stationären Suchthilfe auf Basis der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) und der Berliner Suchthilfestatistik

Personen mit einer Opioidabhängigkeit werden nicht statistisch erfasst, wenn sie niedrigschwellige Einrichtungen ohne Falldokumentation aufsuchen und deren Hilfeleistungen in Anspruch nehmen, zum Beispiel bei Angeboten der Suchthilfe mit Sozialarbeit. Zur Schätzung des Anteils dieser Personengruppe an allen Personen mit einer Opioidabhängigkeit wurden Klienten in fünf ausgewählten Einrichtungen in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Nürnberg routinemäßig befragt, beispielsweise beim Spritzentausch, in Kontaktstellen oder bei mobilen suchtbegleitenden Hilfen. Diese Befragung zur Inanspruchnahme von Einrichtungen der Suchthilfe fand im Zeitraum von Juli bis September 2017 im Rahmen des regulären Kontakts statt. Die Suchthilfemitarbeiter erfassten die Klienten nach den Merkmalen Geschlecht, Opioidkonsum in den letzten zwölf Monaten und erfragten, welche Suchthilfeeinrichtungen nach DSHS-Typologie in diesem Zeitraum aufgesucht wurden. Die Einrichtungen stellten sicher, dass Doppelzählungen vermieden wurden, zum Beispiel durch persönliche Bekanntheit, Namenslisten auf Basis von Pseudonymen oder Ausgabe von Erkennungsmerkmalen. Klienten mit nicht ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen wurden weitgehend über Mitarbeiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen (zum Beispiel Farsi, Russisch, Türkisch) erreicht. Mit einer logistischen Regression wurden 95-%-Konfidenzintervalle für die Anteile an allen Personen mit Opioidkonsum für die Gesamtstichprobe und nach Geschlecht geschätzt, die nur Hilfen ohne Falldokumentation in Anspruch nahmen. Als Kontrollvariable wurde die Einrichtung ins Modell aufgenommen.

Für die Schätzung der Anzahl von Personen mit einer Opioidabhängigkeit wurde die geschätzte Anzahl nichtsubstituierter Personen auf Basis der DSHS-Daten um den geschätzten Anteil der nichtsubstituierten Personen ohne Falldokumentation erhöht. Es wurden eine obere und untere Grenze mithilfe der 95-%-Konfidenzintervalle des OF-Schätzers berechnet. Die Gesamtschätzung (obere und untere Grenze) ergibt sich aus der Addition mit der Anzahl der Personen in Substitution. Diese Schritte wurden entsprechend für Männer und Frauen durchgeführt.

Zur Schätzung der Anzahl Personen mit Opioidabhängigkeit je Bundesland wurde die Anzahl gemeldeter Substitutionspatienten zum Stichtag 01. 07. 2016 je Bundesland genutzt (12). Mithilfe dieser Zahlen wurde aus der geschätzten Gesamtzahl ein Anteil je Bundesland berechnet.

Ergebnisse

Substitutionsbehandlung

Zwischen 01. 07. 2016 und 30. 06. 2017 wurden in der Datenbank des BfArM insgesamt 123 387 kryptografisch verschlüsselte Codes erfasst. Nach Abzug der doppelt oder mehrfach vorhandenen Codes blieben 93 939 unterschiedliche Codes übrig. Insgesamt 0,99 % der Anmeldungen waren zufällig identisch und hätten nicht von der Gesamtmenge der Codes abgezogen werden dürfen. Es wurden daher 442 (0,99 % von 44 887) Fälle hinzugefügt. Damit waren im Substitutionsregister 94 381 Substituierte im Jahr 2016 gemeldet.

Ambulante oder stationäre Suchthilfe

Mithilfe der Daten der DSHS und unter Berücksichtigung der folgenden Erfassungsmerkmale wurden die Anzahl nichtsubstituierter Personen mit Opiodabhängigkeit ermittelt:

  • Geschlecht
  • Hauptdiagnosen (ICD-10-Codes: F10–F19, F50, F63) inklusive Nebendiagnosen F11 (Opioidabhängigkeit)
  • Typ der Einrichtung
  • Anpassung hinsichtlich möglicher Mehrfachnennungen (Nebendiagnosen F11, Mehrfachbetreuungen innerhalb und zwischen Einrichtungen).

Die Schätzung ergab 66 220 Nicht-Substituierte mit einer Opioidabhängigkeit, darunter 50 953 Männer und 15 267 Frauen.

Niederschwellige Einrichtungen ohne Falldokumentation

In den fünf Standorten wurden insgesamt 884 Personen mit einer Opioidabhängigkeit in einer Routineerhebung erfasst. Es wurde geschätzt, dass 9,6 % (95-%-Konfidenzintervall [KI]: [7,6; 11,6]) der Männer und 5,2 % [2,1; 8,4] der Frauen ausschließlich niederschwellige Einrichtungen oder andere suchtbezogene Hilfen ohne Falldokumentation in Anspruch genommen haben.

Schätzung für Deutschland

Es ergibt sich eine Gesamtschätzung von 166 294 (Bandbreite: 164 794–167 794) Personen mit einer Opioidabhängigkeit, davon 123 988 (Bandbreite: 122 968–125 007) Männer und 42 307 (Bandbreite: 41 826–42 787) Frauen (Tabelle 1). Bezogen auf 53 963 400 in Deutschland im Jahr 2016 gemeldete Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahre (17) ergibt sich eine Rate von 3,05–3,11 pro 1 000 Einwohner.

Schätzung der Personen mit einer Opioidabhängigkeit nach Status (substituierte, nichtsubstituierte, nichtsubstituierte Personen ohne Falldokumentation)
Schätzung der Personen mit einer Opioidabhängigkeit nach Status (substituierte, nichtsubstituierte, nichtsubstituierte Personen ohne Falldokumentation)
Tabelle 1
Schätzung der Personen mit einer Opioidabhängigkeit nach Status (substituierte, nichtsubstituierte, nichtsubstituierte Personen ohne Falldokumentation)

Schätzung für die Bundesländer

Für die einzelnen Bundesländer ergeben sich auf der Grundlage der in den Bundesländern registrierten Substituierten die in Tabelle 2 dargestellten Schätzungen von Personen mit einer Opioidabhängigkeit. Die Schätzungen für die Bundesländer schwanken zwischen 0,1 Personen pro 1 000 Einwohner in Brandenburg und 5,5 in Bremen (für eine detaillierte Darstellung siehe eTabelle).

Schätzung der Gesamtzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit, Anzahl Einwohner im Jahr 2016 und Rate von Personen mit einer Opioidabhängigkeit pro 1 000 Einwohner nach Bundesland
Schätzung der Gesamtzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit, Anzahl Einwohner im Jahr 2016 und Rate von Personen mit einer Opioidabhängigkeit pro 1 000 Einwohner nach Bundesland
Tabelle 2
Schätzung der Gesamtzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit, Anzahl Einwohner im Jahr 2016 und Rate von Personen mit einer Opioidabhängigkeit pro 1 000 Einwohner nach Bundesland

Diskussion

Die Schätzung der Anzahl der Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Deutschland für das Jahr 2016 basiert auf

  • einer Vollerhebung von substituierten Personen, die beim BfArM gemeldet waren
  • einer Zählung der in der ambulanten beziehungsweise stationären Suchthilfe gemeldeten Klienten mit einer Opioidabhängigkeit ohne Substitutionsbehandlung auf der Grundlage der DSHS-Daten
  • einer Schätzung der Anzahl Personen, die keine der unter den ersten beiden Punkten genannten Suchthilfeeinrichtungen in Anspruch genommen haben.

Unter Verwendung der Ergebnisse für die drei genannten Punkte ergibt sich eine Gesamtschätzung von 166 294 (Bandbreite:164 794–167 794) Personen mit Opioidabhängigkeit in Deutschland, davon 123 988 (Bandbreite: 122 968–125 007) Männer und 42 307 (Bandbreite: 41 826–42 787) Frauen.

Mit Ausnahme der vorliegenden Schätzung und einer Studie in Berlin (18) liegen keine aktuellen Zahlen für Deutschland beziehungsweise die Bundesländer vor. Im Vergleich zu früheren Schätzungen aus dem Jahr 1995 von 97 000–204 000 intravenös Drogenkonsumierenden in Westdeutschland und Berlin (9) und dem Jahr 2000 von 127 000–190 000 Opiatkonsumenten in Gesamtdeutschland (10) kommt die aktuelle Schätzung auf einen ähnlichen mittleren Wert. Die Schätzung des Jahres 1995 bezog sich zwar auf Westdeutschland und Berlin und zielte auf intravenös Konsumierende ab, der Opioidkonsum spielte jedoch nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern in den 1990er Jahren kaum eine Rolle und intravenöser Konsum war die Applikationsform der Wahl in Westeuropa.

Vergleiche mit früheren Schätzungen von Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Berlin sind dadurch eingeschränkt, dass die vorliegende Auswertung keine regionalen, sondern ausschließlich nationale Daten nutzt. So fallen die aktuellen Zahlen mit 10 844–11 041 für Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Berlin etwas geringer aus als die Zahlen aus dem Jahr 2010 mit 11 300–16 700 für Personen mit einer Opioidabhängigkeit (18). Vorausgesetzt, dass es sich um keine Überschätzung handelt und sich die Anzahl der Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Berlin zwischen 2010 und 2016 nicht wesentlich geändert hat, ist nicht davon auszugehen, dass die Anzahl nichtsubstituierter und nichtregistrierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit proportional zur Anzahl der in den Bundesländern registrierten Substituierten verteilt ist. In Stadtstaaten sowie in Bundesländern mit Großstädten und einer ausgeprägten Drogenszene wäre dann die Anzahl nichtsubstituierter und nichtregistrierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit höher. Umgekehrt würde es sich bei den Schätzungen in den anderen Bundesländern um leichte Überschätzungen handeln. Die regionale Verteilung nichtsubstituierter und nichtregistrierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit kann aber auch anderen Einflüssen als den hier angenommenen unterliegen, sodass es sich bei den vorliegenden Schätzungen für die Bundesländer nur um Näherungswerte handelt.

In unserer Studie beträgt der Anteil aktuell substituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit an der Gesamtschätzung 56,2–57,3 %. Die Ergebnisse der DRUCK-Studie (DRUCK, Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland) (19) zeigen in einer Stichprobe von intravenös konsumierenden Personen mit einer Opioidabhängigkeit je nach Stadt einen Anteil von 57–89 % der Klienten, die jemals in einer Opioidsubstitutionstherapie waren, und einen Anteil von 31–66 % in aktueller Substitutionsbehandlung. Behandlungsdaten in Hamburg (Basisdokumentation BADO) weisen darauf hin, dass im Jahr 2016 75 % der Klienten, bei denen eine Opioidabhängigkeit diagnostiziert worden war, in Substitutionsbehandlung waren (20).

Limitationen

Die vorliegende Schätzung ist einer Reihe von Limitationen unterworfen. Die Validität der Daten im Substitutionsregister hängt von der Vollständigkeit und der Qualität der Meldungen der Ärzte ab. Weiterhin sind das Fehlen altersspezifischer Daten im Substitutionsregister, die Umrechnung der Daten der DSHS von Behandlungsepisoden auf Personen sowie die Verwendung der Daten der Berliner Suchthilfestatistik zur Berechnung von Korrekturfaktoren und die damit verbundene Annahme der Repräsentativität zu nennen. Außer den Daten der Berliner Suchthilfe liegen entsprechende personenbezogene Daten lediglich für Hamburg, Hessen und Schleswig-Holstein vor (20), so dass auch damit keine repräsentative Schätzung für Deutschland vorgenommen werden könnte. Schließlich muss darauf hingewiesen werden, dass Personen mit einer Opioidabhängigkeit, die sich in Haft, in Einrichtungen der Eingliederungshilfen oder in der Akutversorgung befanden, nicht in die Schätzung aufgenommen werden konnten, auch wenn von einer hohen Überschneidung mit den verwendeten Datenquellen auszugehen ist. Die Schätzung ist damit als konservativ einzuordnen.

Bei der vorliegenden Schätzung wird davon ausgegangen, dass nahezu jede Person mit einer Opioidabhängigkeit in irgendeiner Form in Kontakt mit dem Suchthilfesystem steht. Studien in der offenen Drogenszene weisen darauf hin, dass insgesamt 93–99 % der Befragten (2010: 99 %, 2012: 98 %, 2014: 96 %, 2016: 93 %) mindestens einmal in den vergangenen drei Monaten ein Angebot des Suchthilfesystems in Anspruch genommen haben, wobei der Hauptanteil des Angebots in den Bereich der „Harm Reduction“-Angebote wie zum Beispiel Spritzentausch oder Druckraum entfällt (21). Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es eine Population von Opioidkonsumenten mit einer potenziellen Abhängigkeitsdiagnose gibt, die nicht über „Harm Reduction“-Angebote gezählt werden können. Dazu könnten beispielsweise Personen gehören, die gesellschaftlich integriert sind, über finanzielle Mittel zur Beschaffung von Opioiden verfügen und die einen Opioidkonsum aufweisen, der keinen gesellschaftlichen Abstieg oder gesundheitliche Schäden zur Folge hat.

Resümee

Epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass die erstmalige Nachfrage nach Beratung/Behandlung, die Zahl erstauffälliger Konsumenten und die Anzahl von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) aufgrund des Konsums von Heroin und anderen Opioiden seit Jahren rückläufig sind. Weiterhin liegen Hinweise darauf vor, dass sich das Drogenspektrum in den letzten 20 Jahren deutlich erweitert hat und sich die Konsummuster diversifiziert haben.

Die Bedeutung des Konsums von Heroin und anderen Opioiden hat in den letzten Jahren insgesamt abgenommen und der Konsum von Opioiden scheint für jüngere Menschen beispielsweise im Vergleich zum Konsum von Stimulanzien weniger attraktiv zu sein (22). Die zunehmend älteren Klienten, die in Beratungs- und Behandlungseinrichtungen um Hilfe im Zusammenhang mit einem Opioidkonsum nachsuchen, sowie das in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegene Durchschnittsalter der an eine Überdosis im Zusammenhang mit Opioiden Verstorbenen weisen ebenfalls in diese Richtung. Dennoch liegt auf der Grundlage der aktuellen Schätzung im Vergleich mit den früheren Schätzungen der Schluss nahe, dass sich der Umfang von Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Deutschland in den letzten 20 Jahren kaum verändert hat. Dies ist mit einer Stagnation der Prävalenz und einem Rückgang der Inzidenz der Opioidabhängigkeit zu erklären.

Die Substitutionstherapie trägt zwar substanziell zur Sicherung des Überlebens der Patienten bei (23), aber nur etwa 4 % der Patienten schließen pro Jahr die Behandlung erfolgreich ab (2426). Gleichzeitig gibt es Hinweise in der Literatur, dass Neuerkrankungen opioidbezogener Störungen in Europa abnehmen (2729). Dies hat zur Folge, dass die Prävalenz aufgrund des flächendeckenden Ausbaus der Substitution mit der Folge einer Überlebenssicherung und Alterung des Gesamtkollektivs nur langfristig abnimmt. Die in den letzten beiden Dekaden in den USA zu beobachtende dramatische Zunahme opioidbezogener Mortalität im Zuge der freizügigen Verschreibung von opioidhaltigen Analgetika an Patienten mit chronischen nicht durch Krebs bedingten Schmerzen (30) spricht jedoch dafür, eine erhöhte Aufmerksamkeit zu entwickeln, um mit geeigneten Gegenmaßnahmen mögliche iatrogene Abhängigkeitserkrankungen durch Opioide zu vermeiden.

Die Studie „Schätzung der Anzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit in Deutschland“ wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit BMG gefördert (AZ: ZMVI1–2517DSM209).

Danksagung

Eine Schätzung von Personen, die niederschwellige Einrichtungen aufsuchen, wäre ohne die Hilfe der Mitarbeiter von Suchthilfeeinrichtungen nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns für die Unterstützung durch die folgenden Einrichtungen und deren Mitarbeiter: Drob Inn Beratungs- und Gesundheitszentrum St. Georg (Hamburg): Christine Tügel und das Team des Drob Innmobils; Fixpunkt – Verein für suchtbegleitende Hilfen e. V. (Berlin): Astrid Leicht und die Teams der Kontaktstelle Druckausgleich, der mobilen Versorgung am Kottbusser Tor und des Stuttgarter Platzes; JJ Jugendberatung und Jugendhilfe e.V. (Frankfurt a. M.): Dr. Dieter Kunz, Wolfgang Barth und das Team des Drogennotdienstes; Mudra – Drogenhilfe e.V. (Nürnberg): Bertram Wehner, Martin Kießling, Doris Salzmann und die Teams des Kontaktcafés und des Streetworks; Prop e. V. Verein für Prävention, Jugendhilfe und Suchttherapie (München): Regina Radke, Marco Stürmer, Andreas Czerny, Holger Meurer und das Team des Drogennotdiensts L 43 (DND).

Interessenkonflikt
PD Dr. Verthein bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von Mundipharma GmbH.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 12. 10. 2018, revidierte Fassung angenommen: 18. 12. 2018

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. phil. Ludwig Kraus,
IFT Institut für Therapieforschung
Leopoldstraße 175, 80804 München
kraus@ift.de

Zitierweise
Kraus L, Seitz NN, Schulte B, Cremer-Schaeffer P, Braun B, Verthein U,
Pfeiffer-Gerschel T: Estimation of the number of people with opioid addiction in Germany. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 137–43. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0137

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
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eMethodenteil, eTabelle:
www.aerzteblatt.de/19m0137 oder über QR-Code

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Department for Public Health Sciences, Stockholm University, Stockholm, Schweden und Institute of Psychology, ELTE Eötvös Loránd University, Budapest, Ungarn: Prof. Dr. phil. Ludwig Kraus
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie: Dr. rer. medic. Bernd Schulte,
PD Dr. phil. Uwe Verthein
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bundesopiumstelle:
Dr. med. Peter Cremer-Schaeffer
Förderhinweis
Ablaufschema der Schätzung nichtsubstituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe mit Falldokumentation und der stationären Suchthilfe auf Basis der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) und der Berliner Suchthilfestatistik
Ablaufschema der Schätzung nichtsubstituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe mit Falldokumentation und der stationären Suchthilfe auf Basis der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) und der Berliner Suchthilfestatistik
Grafik
Ablaufschema der Schätzung nichtsubstituierter Personen mit einer Opioidabhängigkeit in Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe mit Falldokumentation und der stationären Suchthilfe auf Basis der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) und der Berliner Suchthilfestatistik
Schätzung der Personen mit einer Opioidabhängigkeit nach Status (substituierte, nichtsubstituierte, nichtsubstituierte Personen ohne Falldokumentation)
Schätzung der Personen mit einer Opioidabhängigkeit nach Status (substituierte, nichtsubstituierte, nichtsubstituierte Personen ohne Falldokumentation)
Tabelle 1
Schätzung der Personen mit einer Opioidabhängigkeit nach Status (substituierte, nichtsubstituierte, nichtsubstituierte Personen ohne Falldokumentation)
Schätzung der Gesamtzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit, Anzahl Einwohner im Jahr 2016 und Rate von Personen mit einer Opioidabhängigkeit pro 1 000 Einwohner nach Bundesland
Schätzung der Gesamtzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit, Anzahl Einwohner im Jahr 2016 und Rate von Personen mit einer Opioidabhängigkeit pro 1 000 Einwohner nach Bundesland
Tabelle 2
Schätzung der Gesamtzahl von Personen mit Opioidabhängigkeit, Anzahl Einwohner im Jahr 2016 und Rate von Personen mit einer Opioidabhängigkeit pro 1 000 Einwohner nach Bundesland
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  • Auch bei uns Süchtige
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    Abholz, Heinz-Harald
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 459; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0459b
    Kraus, Ludwig

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