ArchivRechercheJeder fünfte Arbeitnehmer fühlt sich digital gestresst

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Jeder fünfte Arbeitnehmer fühlt sich digital gestresst

Dtsch Arztebl 2020; 117(6): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: stokkete/stock.adobe.com
Foto: stokkete/stock.adobe.com

Jeder fünfte Beschäftigte empfindet in seinem Job starken digitalen Stress. Betroffene haben häufig Probleme, von der Arbeit abzuschalten, denken öfter daran, die Stelle zu wechseln, zeigen eine schlechtere Leistung und sind unzufriedener mit ihrem Job. Das zumindest ergab eine Studie der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT, des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Für die Studie befragten die Forscher 5 000 Arbeitnehmer.

Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler zwölf Belastungsfaktoren. Dazu gehören der gefühlte Zwang zur Omnipräsenz, das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit und eine erwartete kürzere Reaktionszeit durch das Auflösen der Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben. Als stressig empfinden die Befragten auch Unterbrechungen und Ablenkung durch digitale Medien. Zudem fühlen sich viele „gläsern“, weil sie ihre Privatsphäre durch das Nutzen digitaler Technologien in Gefahr sehen.

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„Das bleibt nicht ohne Folgen auch für den Arbeitgeber“, sagte Prof. Dr. Torsten Kühlmann von der Universität Bayreuth und Präsident des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft. So gehe digitaler Stress meist mit sozialen Konflikten am Arbeitsplatz einher, einer hohen emotionalen Anforderung und Arbeitsquantität. „Organisationale und soziale Faktoren können digitalem Stress am Arbeitsplatz entgegenwirken“, betonte Prof. Dr. Nils Urbach, Mitglied der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. Dazu gehöre beispielsweise, dass Arbeitnehmer einen erweiterten Handlungsspielraum bei Entscheidungen haben sowie eine gute Beziehung zu ihren Vorgesetzten.

Die Studie ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien“ (PräDiTec). sg

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