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SARS-CoV-2-Infektion: Neue Studien im Ärzteblatt

Gerst, Thomas

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Angesichts der aktuellen Pandemie scheint es erforderlich, diesbezügliche Studienergebnisse im Deutschen Ärzteblatt möglichst rasch zu den Leserinnen und Lesern zu bringen. Deshalb werden medizinisch-wissenschaftliche Beiträge vorab online gestellt.

Die Verfügbarkeit von Intensivbetten und Beatmungsplätzen ist seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie eines der zentralen Themen im Zusammenhang mit der Krisenbewältigung. Auch in Deutschland ist man besorgt, dass die Kapazität der Betten auf Intensivstationen möglicherweise nicht ausreicht. Diskutiert wird bereits über die für diesen Fall notwendig erscheinende Triage bei schwer erkrankten Patienten.

In einem Beitrag in Heft 19 des Deutschen Ärzteblattes (DÄ) untersuchen Andreas Stang und Co-Autoren vom Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie des Universitätsklinikums Essen, wie sich unter verschiedenen nichtexponentiellen Extrapolationen die maximale Zahl von Patienten mit COVID-19 entwickeln wird, die bis Ende Juni intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Dabei gehen sie von drei verschiedenen pessimistischen Annahmen zur der Entwicklung in Deutschland aus, obwohl die Zahl der täglich neu gemeldeten COVID-19-Fälle seit Ende März 2020 stagniert.

Unter der Voraussetzung, dass 3–10 % der neu entdeckten Fälle intensivpflichtig werden und die durchschnittliche Verweildauer 14 oder 20 Tagen beträgt, kommen die Autoren zu maximalen täglichen Fallzahlen auf Intensivstationen zwischen 1 989 (lineare Extrapolation, 3 % Intensivstation, 14 Tage auf der Intensivstation) und 20 966 (schnelle quadratische Extrapolation, 10 % Intensivstation, 20 Tage auf der Intensivstation). Auf der Grundlage dieser Extrapolationen sehen die Autoren keinen Anlass zu einer Diskussion über eine möglicherweise notwendige Triage von Patienten mit COVID-19, die eine Intensivbehandlung benötigen.

Letalität im Vergleich

Auch der Ländervergleich zur Letalität nach SARS-CoV-2-Infektion wurde in den vergangenen Wochen immer wieder thematisiert. Denn der Anteil der Todesfälle bezogen auf die Gesamtzahl der Fälle wird häufig zur Abschätzung der Schwere der Erkrankung verwendet. In -Heft 19 geht die Autorengruppe um Emilio Gianicolo vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universitätsmedizin Mainz, der Frage nach, wie verschiedene epidemiologische Indikatoren genutzt werden, um die Auswirkungen von COVID-19 zu kommunizieren. Die Autoren betonen, dass diese Indikatoren zusammen mit der demografischen Struktur der Bevölkerung eines Landes zu berücksichtigen seien. Neben den unterschiedlichen Altersstrukturen müssten auch die Verzögerungen, mit denen Fallzahlen und Todesfälle gemeldet werden, beim Vergleich beachtet werden. Allerdings zeigt ihr alters- und phasenadjustierter Ländervergleich (Deutschland, Italien, Südkorea, Spanien, Schweden) zur Letalität nach COVID-19, dass so die Unterschiede zwischen den Ländern zwar geringer ausfallen, aber nicht vollständig erklärbar sind.

In einem weiteren Beitrag in -Heft 19 schildert ein Autorenteam um Stefanie Kampmeier vom Universitätsklinikum Münster, wie dort mit der Herausforderung umgegangen wurde, einen Mitarbeiter- und Patientenschutz während der Pandemie zu gewährleisten. Dargestellt werden insbesondere die Ergebnisse von Mitarbeiteruntersuchungen. Bei 52 von 957 untersuchten Mitarbeitern (5,4 %) bestätigte sich der Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion. Bemerkenswert erscheint, dass nach Einführung der Maskenpflicht in der infektionsepidemiologischen Nachverfolgung keine nosokomiale Person-zu-Person-Übertragung mehr festgestellt wurde. Thomas Gerst

aerzteblatt.de


Intensivbetten: geschätzte Nutzung
Der Beitrag „Geschätzte Nutzung von Intensivbetten aufgrund von COVID-19 in Deutschland im zeitlichen Verlauf“ ist vorab online verfügbar. E erscheint in Ausgabe 19 im medizinisch-wissenschaftlichen Teil des Deutschen Ärzteblattes.

http://daebl.de/DM26


Epidemiologische Vergleichswerte
Der Beitrag „Epidemiologische Maßzahlen im Rahmen der COVID-19-Pandemie“ erscheint in Ausgabe 19 im medizinisch-wissenschaftlichen Teil des Deutschen Ärzteblattes und ist vorab online verfügbar.

http://daebl.de/TA57


COVID-19 bei Klinikmitarbeitern
Der Beitrag „SARS-CoV-2 bei Mitarbeitern einer großen Universitätsklinik“ ist vorab online verfügbar. Er erscheint in Ausgabe 19 im medizinisch-wissenschaftlichen Teil des Deutschen Ärzteblattes.

http://daebl.de/BD53

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