ArchivRechercheDiabetes: Erfolgreiche Patientenschulung

POLITIK: Aktuell

Diabetes: Erfolgreiche Patientenschulung

Jörgens, Viktor; Grüßer, Monika

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Köln, ist seit 1991 aktiv in der Patientenschulung für Diabetiker eingeschaltet.

Bei Diabetes mellitus ist die Schulung der Patienten Bestandteil der Therapie. Erstmals wurde 1991 die strukturierte Patientenschulung für Diabetiker ohne Insulinbehandlung als vertragsärztliche Leistung eingeführt. Hinzu kam 1993 die Schulung zur konventionellen Insulintherapie bei Typ-2-Diabetes. Die Programme wurden an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus München-Schwabing entwickelt und in Arztpraxen evaluiert. Die Programme werden in Gruppen mit bis zu vier Patienten in der Praxis durchgeführt. Die Vergütung liegt je nach Vereinbarung bei bis zu 1 000 DM pro komplettem Kurs.
Das Programm umfasst vier Unterrichtseinheiten, die in wöchentlichen Abständen erteilt werden. Umfangreiches Schulungsmaterial und Verbrauchsmaterial für die Patienten erhalten die Praxen im Rahmen der Fortbildungsseminare. Hauptthemen des Programms sind Glukosurieselbstmessung, Gewichtsreduktion und Fußpflege.
Das Programm für konventionelle Insulintherapie umfasst fünf Unterrichtseinheiten und ist auf die konventionelle Insulintherapie des Typ-2-Diabetes ausgerichtet. Voraussetzung für die Teilnahme am Fortbildungsseminar ist die erfolgte Teilnahme am Seminar zum Programm für nicht mit Insulin behandelte Typ-2-Diabetiker. Während der Programme erhalten die Patienten unter anderen ein Lehrbuch und den Diabetes-Pass der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Das Verbrauchsmaterial ist im Deutschen Ärzte-Verlag erhältlich; die Kosten werden von den Krankenkassen erstattet.
Erfolgreiche Umsetzung
Die Seminare werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen angeboten. Dank der Referententätigkeit von 430 Diabetologen und 512 Diabetesberaterinnen haben rund 16 000 Arztpraxen am Seminar zum Programm für Patienten ohne Insulinbehandlung teilgenommen, etwa 4 000 Praxen hatten Ende 1999 am Seminar zum Insulinprogramm teilgenommen.
Insgesamt wurde bis Ende 1999 Verbrauchsmaterial für 456 000 Patienten ausgeliefert. Neues Programm: Zurzeit laufen sehr erfolgreich in Arztpraxen Studien mit einem neuen strukturierten Programm, das die Behandlung des Typ-2-Diabetes mit präprandialen Gaben von Normalinsulin beinhaltet. Immer häufiger entscheiden sich Patienten mit Typ-2-Diabetes für diese Form der Insulintherapie, die deutlich mehr Freiheiten der Lebensführung ermöglicht. Das Buch für die Patienten ist bereits unter dem Titel „Vor dem Essen Insulin“ erschienen (siehe Abbildung).
Die Qualität der Behandlung der Hypertonie bei Diabetes kann durch strukturierte Schulung deutlich verbessert werden. Die neusten Empfehlungen der Hochdruckliga (www.paritaet.org/hochdruckliga) unterstreichen eindringlich die Notwendigkeit einer Patientenschulung. Die United Kingdom prospective Diabetes Study (www.bmj.com) hat gezeigt, dass bessere Behandlung der Hypertonie die Folgeschäden des Diabetes sehr günstig beeinflusst und die Mortalität vermindert. Dringend ist es deshalb notwendig, für die von Hypertonie betroffenen Patienten mit Diabetes eine Patientenschulung zur Hypertoniebehandlung in der ambulanten Versorgung sicherzustellen.

Dr. med. Monika Grüßer
Projektbüro für Schulungsprogramme, Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Höninger Weg 115, 50969 Köln

Dr. med. Viktor Jörgens
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik für Stoffwechselkrankheiten und Ernährung (Direktor Prof. Dr. med. Dres. h. c. Michael Berger)

Jeder Patient, der an der Schulung in der Arztpraxis teilnimmt, erhält unter anderem ein Buch zum Nachlesen der wichtigsten Inhalte, ein Selbstkontrollheft und den „Diabetes-Pass“ der Deutschen Diabetes-Gesellschaft e.V. Dieses „Verbrauchsmaterial“ wird von den Krankenkassen bezahlt und vom Deutschen Ärzte-Verlag GmbH, Köln, ausgeliefert. Der deutlich gestiegene Absatz des Verbrauchsmaterials zeigt die zunehmende Nutzung der Programme: Im Jahr 1999 wurden Unterlagen zum Programm ohne Insulin für 85 100 Patienten ausgeliefert, zum Programm mit Insulin Unterlagen für 29 400 Patienten.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Stellenangebote

    Alle Leserbriefe zum Thema

    Anzeige