szmtag Prävention: Warnung vor Illusionen
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LNSLNS Im Beitrag von Prof. Beske findet sich die Überschrift „Vor Illusionen wird gewarnt“, mit dem Untertitel „Sparen Vorsorge und Krankheitsfrüherkennung Geld? Die wissenschaftlichen Bedürfnisse sind dürftig.“ Damit ist auch schon die Inhaltsangabe des Beitrags geliefert: Lassen wir doch alles beim alten, solange Beweise noch ausstehen – und auf die können wir ja noch lange warten. Nur, macht man es sich damit nicht zu einfach? Vielleicht erwartet die Bevölkerung nicht ganz zu Unrecht, dass sich die dafür zuständigen Ärzte etwas ernsthafter mit diesem Problem auseinander setzen (das anhaltende und zunehmende Medieninteresse an dieser Thematik kann ja niemandem entgangen sein). Vielleicht lassen die Ärzte auch die Politiker allein, wenn sie sich nicht vollständig einbringen (dazu gehört neben Sachkompetenz in ökonomischer Hinsicht – hat ja nicht jeder gelernt – auch die ärztliche Kompetenz – sollte in so einem Beitrag nicht ausgeklammert werden).
Wie wäre es denn mit etwas weniger akademischer Distanz und dafür etwas mehr ärztlichem Hausverstand?
Wenn Früherkennung und Ausschaltung kardiovaskulärer Risiken gesichertermaßen Krankheit und damit verbundene Leiden und Kosten senken können, erscheinen zunächst einmal Rechenspiele absurd. Jeder durch Eigenvorsorge verhinderte Herzinfarkt und Schlaganfall kostet Cents für die Diagnostik und spart Euros im Gesundheitswesen – und motiviert das Individuum zu Leidensvermeidung – dass dafür der informierte Bundesbürger gerne zahlt, hat sich inzwischen herumgesprochen.
Wie wäre es, wenn wir unsere Energien darauf fokussieren würden, den Anteil informierter Mitmenschen in diesem Land (in einigen anderen ist das bekanntlich ja schon ganz gut gelungen) zu vergrößern und ihnen jenseits kommerzieller Gruppeninteressen dabei helfen würden, atherosklerosebedingte Krankheiten im individuellen Risikospektrum zu erkennen und an ihrer Entstehung zu hindern. Die dafür entstehenden Kosten sind minimal und amortisieren sich rasch. Aber auch intern trifft das zu: Eine Ausbildung in Ernährung und anderen Lifestylemaßnahmen ist wohl kaum teurer als ein Spezialseminar über seltene Krankheiten oder instrumentelle Techniken. Ein Blick in die Approbationsordnung, die Teilgebietscurricula und die Vorlesungsverzeichnisse bietet vielfältige Ansätze! Aber, wenn man nicht einmal die Mittel für einen Esel hat, dann sind die Windmühlenflügel noch einmal stärker! Und in Troja stehen viele Windmühlen und kein hölzernes Pferd mehr. Vor Illusionen wird gewarnt!
Prof. Dr. Peter Schwandt, Arteriosklerose-Präventions-Institut, Wilbrechtstraße 95, 81477 München
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