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Homöopathie: Therapie mit Spurenelementen entwickelt

Dtsch Arztebl 2002; 99(42): A-2768 / B-2359 / C-2214

Hesse, Günter

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LNSLNS Die Kritik an der Homöopathie von Herrn Prof. Stöhr könnte man beliebig ergänzen mit ihrem Versagen bei Infektionskrankheiten, Stoffwechselstörungen usw. Dar-über hinaus ergibt das Studium einschlägiger Werke: Die Autoren haben von Psychiatrie und Psychopathologie kaum was gehört.
Dennoch floriert sie bei Patienten wie Medizinern nach wie vor. Hier erhebt sich die Frage: Sind ihre unzweifelhaften Erfolge durchweg Placebo-Effekte? Darf man ihre empirische Evidence einfach negieren oder als Bluff abtun? Hat diese Methode nicht, als die Allopathie noch von einer mechanistischen Chirurgie im Bunde mit einer dürftigen Pharmakologie dominiert wurde, Kranken und Ärzten eine Fülle therapeutischer Möglichkeiten offeriert, welche die Schule nicht hatte, darunter Spurenelemente, lange bevor deren Bedeutung bekannt war? Diese, von den Homöopathen selbst noch wenig gewürdigte Tatsache erklärt u. a. ihre Attraktivität. De facto bietet ihr Arzneimittelschatz von A (Arsen) bis Z (Zinn) so gut wie alle Spurenelemente mit Indikationen. Dass damit erfolgreich gearbeitet werden kann und wurde, und zwar ohne die Risiken schulmedizinischer Mittel, kann wohl niemand leugnen.
Hier liegt der Schlüssel für die Beliebigkeit dieser Methode, welche besagte Stoffe bereits einsetzte, als die Schulmedizin von der therapeutischen Wirkung des Kupfers z. B. noch nichts ahnte. Mit Palmström-Logik lässt sich diese Tatsache nicht abwürgen. Vice versa allerdings praktiziert die Homöopathie als „Spurenelement-Medizin“ aus dieser Sicht eine Therapi a involuntaria allopathica. Also kaum im Sinne Hahnemanns.
Dr. Günter Hesse, Geigersbergstraße 16, 76227 Karlsruhe
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