ArchivRecherchePränataldiagnostik: Verantwortliche ärztliche Tätigkeit im Grenzbereich Hauptsache gesund?

MEDIZIN: Diskussion

Pränataldiagnostik: Verantwortliche ärztliche Tätigkeit im Grenzbereich Hauptsache gesund?

Dtsch Arztebl 2003; 100(8): A-494 / B-425 / C-402

Starz, Isabel; Starz, Christoph

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LNSLNS Die seltene Gelegenheit einer Therapie pränatal entdeckter Erkrankungen in Ehren, Kehrseite der Medaille bleiben unzählige (und unselige) diagnostische Bemühungen mit dem Ziel, Kinder mit Trisomie 21 aufzuspüren und abzutreiben. Im Gemenge aus Heilsversprechen und Eradikationsbereitschaft entsteht leicht ein Klima von Intoleranz und Diskriminierung („so ein Kind muss doch heute nicht mehr sein“). Frauen, eigentlich in der Hoffnung, werden, dem gesellschaftlichen Erwartungsdruck folgend, genötigt, perfekte Kinder zu gebären („Hauptsache gesund“). Besonders ärgerlich, weil irrig, ist die gebetsmühlenhaft wiederholte Behauptung, die Erziehung eines Kindes mit Behinderung mache krank. Der Wunsch nach Abtreibung enthält genau genommen den versteckten Notruf: „Hilf mir, mein Kind anzunehmen!“ Diese Hilfeleistung wird bislang leider meist unterlassen. Wärmstens empfohlen sei an dieser Stelle das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter, Hammerhöhe 3, 91207 Lauf an der Pegnitz. Hier bekommt man kompetente Beratung von Experten, die selbst Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom sind.

Dres. med. Isabel und Christoph Starz
Valentin-Becker-Straße 2
97769 Bad Brückenau

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