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SPEKTRUM: Leserbriefe

Gesundheitspolitik: Demagogisch

Volkmer, Marlies

Zu dem Kommentar "SPD-Gesundheitspolitik: Notwendige Worte . . ." von Frank Mayer in Heft 33/1996
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LNSLNS Eine Weile habe ich gezögert, auf einen solchen demagogischen Kommentar überhaupt zu reagieren, aber ich denke schon, daß eine Antwort aus zweierlei Gründen notwendig ist.
Zum einen, um die nachweisbaren Falschbehauptungen nicht unwidersprochen stehenzulassen, zum anderen, um Herrn Kollegen Mayer, der als Arzt und Sozialdemokrat auch zur Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) gehört, zur aktiven Teilnahme in dieser AG aufzufordern.
Ich weiß nicht, welche Gliederung Herr Mayer bei seiner "Mogel-Packung ASG" im Auge hat. In Sachsen überwiegen in der ASG-Mitarbeit eindeutig die Ärzte. Auch für den Bundesvorstand der ASG trifft Herrn Mayers Einschätzung der personellen Zusammensetzung nicht zu, wie sich unschwer beweisen läßt.
Aber auch wenn viele Ärzte aktiv in der ASG mitwirken, betreibt diese AG keine Lobbypolitik für Ärzte, sondern versteht sich als ein Gremium von Fachleuten, das sich aktiv in die Gesundheitspolitik einbringt.
Im Gegensatz zu Herrn Mayer kann ich bei der Forderung nach effizienteren Strukturen im Gesundheitswesen keine Existenzbedrohung für niedergelassene Ärzte sehen, sondern eine selbstverständliche Notwendigkeit, der sich auch Ärzte, als Teil eines solidarisch finanzierten Gesundheitswesens, stellen müssen. Ich bin auch der Auffassung, daß Ärzte zu wenig Front machen gegen den jetzt beginnenden Sozialabbau, der viele ihrer Patienten spürbar treffen wird.
Für arrogant halte ich die Äußerungen "Mitbestimmung der Nichtwissenden ohne vorherige Erfahrungs- und Wissensakkumulation". Glaubt Herr Mayer denn tatsächlich, nur wer Medizin studiert hat, kann etwas zur Bestimmung von Gesundheitszielen, Prioritätensetzung bei der Prävention beitragen? Es ist doch Tatsache, daß Kompetenz auch bei Betroffenen, also zum Beispiel Selbsthilfegruppen, vorhanden ist. Es ist weiter Tatsache, daß zahlreiche Krankheiten gesamtgesellschaftliche Ursachen haben, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, mangelnde Kommunikationsfähigkeit, Umweltverschmutzung, mangelnder Arbeitsschutz. Primärprävention muß dort ansetzen und braucht breite gesellschaftliche Akzeptanz.
Als ASG führen wir jederzeit einen fairen Dialog mit allen im Gesundheitswesen Beteiligten. Ich lade Herrn Mayer dazu herzlich ein.
Dr. med. Marlies Volkmer, MdL, Vorsitzende der ASG Sachsen, Radeburger Straße 151, 01109 Dresden
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