ArchivRechercheSulfonylharnstoff Glimepirid: Hypoglykämie-Risiko bei Sport gering

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Sulfonylharnstoff Glimepirid: Hypoglykämie-Risiko bei Sport gering

Hoffmann, Ingrid

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LNSLNS Spätestens seit Joslin gilt Muskelarbeit neben gesunder Ernährung und medikamentöser Therapie als weiteres Behandlungsprinzip bei Diabetes mellitus. Da ein wesentliches Merkmal des Typ-II-Diabetes die periphere Insulinresistenz der Muskulatur und des Fettgewebes ist, stellt die Steigerung der Insulinempfindlichkeit dieser Gewebe eines der Hauptziele der Therapie dar. Der kausale therapeutische Ansatz sollte deshalb eine Gewichtsreduktion mit Steigerung der körperlichen Aktivität sein, betonte Prof. Rüdiger Landgraf (München) auf einem Fachpressegespräch des Unternehmens Hoechst in Bühl.

Körperliche Aktivität
Ärzte sollten vor allem Typ-II-Diabetiker, die noch keine 60 Jahre alt sind, zu verstärkter körperlicher Aktivität motivieren. Durch regelmäßiges Training der Skelettmuskulatur erfolgt der Abtransport der Glukose aus dem Blut in periphere Gewebe wesentlich insulinsensitiver und schneller als ohne körperliche Aktivität.
Zwar sind nach Ansicht von Landgraf die biochemischen Mechanismen der gesteigerten Insulinaktion in der Muskulatur noch nicht im Detail geklärt. Neben den Einflüssen auf den Glukosetransport und den muskulären Glukosestoffwechsel finden sich in einer Reihe von Untersuchungen auch günstige Effekte auf weitere vaskuläre Risikofaktoren. So hat sich gezeigt, daß die Insulinspiegel gesenkt, das HDL-Cholesterin gesteigert und Fibrinolyse sowie Blutdruckwerte ebenfalls positiv beeinflußt werden können.
Da ältere, multimorbide Typ-II-Diabetiker auch erheblichen kardiovaskulären Risiken ausgesetzt sind, empfiehlt Landgraf, vor Beginn des Trainingprogramms ein Belastungs-EKG durchzuführen. Außerdem sollten die Trainingsprogramme bei Diabetikern ärztlich überwacht werden.
Der Effekt gesteigerter Muskelarbeit auf die Insulinsensitivität birgt bei Diabetikern unter therapeutischem Einfluß von Sulfonylharnstoffen die Gefahr von "Sport"-induzierten Hypoglykämien oder hyperglyk-ämischen sowie ketoazidotischen Entgleisungen bei schlecht kompensierter Stoffwechsellage, erklärte Dr. Dieter Leihener (Hoechst AG). Mit dem neuen Produkt Glimepirid – einem Sulfonylharnstoff der dritten Generation – könne dieses Problem weitgehend gelöst werden. Neben der Einmalgabe zeichne sich das Medikament durch ein signifikant vermindertes Unterzuckerungsrisiko, vor allem für sporttreibende ältere Typ-II-Diabetiker, aus.
Unter Glimepirid (Einführung als Amaryl® Ende November) wird die C-Peptid- und Insulinsekretion deutlich vermindert; aufgrund der niedrigen Blutzuckerwerte bei körperlicher Aktivität wird die Insulinsekretion herabgesetzt und so das Hypoglyk-ämierisiko deutlich reduziert. Im Vergleich zu den therapeutisch erfolgreich eingesetzten Sulfonylharnstoffen biete Glimepirid deutlich verbesserte Eigenschaften, die in der oralen Behandlung des Typ-II-Diabetes als eine neue Option für die Diabetestherapie betrachtet werden könnten, so Leihener. Ingrid Hoffmann

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