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Alexej von Jawlensky: Malerische Highlights

Steiner-Rinneberg, Britta

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LNSLNS Kultureinrichtungen in Wiesbaden ehren
den Künstler mit zahlreichen Veranstaltungen.

Anlässlich des 140. Geburtstages Alexej von Jawlenskys, der am 15. März 1941 in Wiesbaden starb, wartet das Kulturamt der hessischen Landeshauptstadt mit einem breit gefächerten Angebot interessanter Veranstaltungen auf. Wiesbaden besitzt die zweitgrößte Sammlung seiner Werke, die aus diesem Anlass in beträchtlich erweiterter Form der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dem Museum gelang es, die den Grundstock des Simon-Norton-Museums in Pasadena bildende Sammlung Emilie Scheyers (genannt Galka) nach Europa zu holen. Auf diese Weise werden die beiden weltweit wichtigsten Jawlensky-Sammlungen erstmals gemeinsam präsentiert.
Der am 13. März 1884 in Torschok (Russland) geborene, mit der Malerin Marianne von Werefkin (von der er sich später scheiden ließ) verheiratete Künstler siedelte 1896 nach München über. Er lebte und arbeitete dort mit Gabriele Münter und Paul Kandinsky zusammen. 1905 gründete Jawlensky die Neue Künstler-Vereinigung München und freundete sich mit Paul Klee und Emil Nolde an. Während seines Aufenthaltes in der Schweiz (1914–1921), lernte Jawlensky in Locarno die Kunstsammlerin Emilie Scheyer kennen, die sich für seine Arbeiten interessierte und einsetzte. 1921 arrangierte sie für ihn eine größere Ausstellung im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden, die so erfolgreich war, dass der Maler sich entschloss, seine Zelte für immer dort aufzuschlagen. Die Stadt mit ihrem wilhelminisch geprägten Flair, ihren Bädern und der zauberhaften Umgebung, in der die Russen sich von jeher wohl gefühlt hatten, tat es auch ihm sogleich an.
Innerlich einsam
Jawlensky blieb. Er fand bald einen Kreis neuer Freunde, unter denen vor allem die Hofheimer Malerin, Galeristin und Mäzenin Hannah Bekker vom Rath und das Sammlerehepar Kirchhoff zu nennen sind. 1924 gründete er mit Lionel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee die „Blauen Vier“ und 1929 die „Vereinigung der Freunde der Kunst von Alexej Jawlensky“. Wie die meisten als „entartet“ geltenden und diffamierten avantgardistischen Künstler seiner Zeit wurde auch er 1933 von den Nazis mit Ausstellungsverbot belegt und lebte seitdem zurückgezogen in seiner Sonnenberger Wohnung. Doch schon bald machten sich erste Anzeichen seiner schweren Krankheit bemerkbar, die ihn 1938 zwang, die ihm nur noch mühsam und unter starken Schmerzen mögliche Malerei endgültig aufzugeben. Die drei letzten Jahre seines Lebens, in denen er ganz auf Hilfe von Freunden angewiesen war, zeigten Jawlensky innerlich einsam, schwierig und zunehmend verbittert. Doch Wiesbaden ist stolz auf seinen weltberühmten „großen Sohn“, der, wie so viele Russen vor und nach der Revolution, auf dem orthodoxen Friedhof auf dem Neroberg seine letzte Ruhestätte fand.
„Meine liebe Galka“ im Wiesbadener Museum
Diverse Kultureinrichtungen der Stadt wie Museum, Staatstheater, Stadtbibliothek und
-archiv, Literaturhaus, Kulturforum, Villa Schnitzler, Projektbüro Stadtarchiv, Filmpalast Caligari und die Kurbetriebe ehren und ehrten den Künstler mit zahlreichen Veranstaltungen. Beispiele: Ein Schauspiel des Hessischen Staatstheaters sowie von Sängern präsentierte Ausschnitte aus Opern der Zwanzigerjahre; musikalisches Nachzeichnen von Stationen seines Lebens in der Fremde – St. Petersburg, Schweiz, Wiesbaden – durch die „Wiesbadener Solisten“. Der bedeutendste Beitrag zum Jawlensky-Jahr dürfte jedoch die am 23. Oktober
im Wiesbadener Museum begonnene Ausstellung „Mei-
ne liebe Galka“ sein, mit malerischen Highlights aus überseeischen Sammlungen. Diese Präsentation wird bis zum 13. März 2005 zu sehen sein. Britta Steiner-Rinneberg


Weitere Informationen sind abrufbar unter: www.wiesbaden.de
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