ArchivRechercheWahl in den USA: Kein Grund zur Freude

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Wahl in den USA: Kein Grund zur Freude

Dtsch Arztebl 2004; 101(51-52): A-3486 / B-2944 / C-2787

Wojnowski, Leszek

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LNSLNS Das DÄ erhofft sich „Positives für die Bioethik“ und „Schutz des ungeborenen Lebens“ von der Wiederwahl von G. Bush. Die bioethischen Verdienste dieses Präsidenten haben sich bisher hauptsächlich in bis zu 100 000 zivilen Todesopfern in einem unprovozierten Krieg sowie in Rekordzahlen von Hinrichtungen in Texas während seiner Zeit als Gouverneur dieses Staates geäußert. Der zunehmende ideologische Druck auf die US-Forscher (z. B. die Aufgabe von Aids-Präventionsprogrammen, die nicht auf Abstinenz basieren) wird zahlreiche zusätzliche Opfer fordern. Die Begeisterung von Frau Dr. Richter-Kuhlmann ist daher realitätsfremd, mir völlig unverständlich und der ganze Beitrag fehl am Platz in einer medizinischen Zeitung. Dass die Autorin offensichtlich die Haltung des US-Präsidenten zur Forschung mit Stammzellen teilt, darf ebenfalls keine Rechtfertigung sein, sich über diese Wiederwahl zu freuen. Die hypokritische Debatte über Stammzellen wird spätestens am Tag der Zulassung einer ersten wirksamen Therapie mit diesen Zellen beendet. Es ist nur schade, dass wir diese Therapien teuer von anderen Ländern (Großbritannien) einkaufen werden müssen. Bis dahin können wir unsere Zeit mit Debatten verbringen, warum Stammzellen, die nach einem bestimmten Datum hergestellt wurden, für die Forschung aus ethischen Gründen inakzeptabel sind.
Prof. Dr. med. Leszek Wojnowski, Johannes Gutenberg Universität, Obere Zahlbacher Straße 67, 55101 Mainz
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