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LNSLNS Den Anmerkungen von Herrn Becker kann ich nur zustimmen: Die Entwicklung des Nebenhodens erfolgt aus dem sogenannten Wolffschen Gang. Fehlt diese Verbindung, so entstehen die verschiedenen Grade der Hoden-Nebenhoden-Dissoziation, die, je weiter kranial der Descensus zu stehen kommt, um so ausgeprägter sind (1). Man kann sich gut vorstellen, dass durch diese anatomischen Fehllagen die Hormontherapie unter anderem weniger erfolgreich ist als ursprünglich erwartet. Im Rahmen der zu erwartenden Fertilität spielt auch die Nebenhoden-Hoden-Dissoziation eine Rolle. Bei starker Dissoziation ist mit einer Sterilität zu rechnen (2).

Sicher hat er Recht, wenn er darauf hinweist, dass zu oft Pendelhoden als operationsbedürftige Gleithoden diagnostiziert werden. Vice versa gilt sicherlich der gleiche Sachverhalt: Operationsbedürftige Gleithoden werden häufig als nicht behandlungsbedürftige Pendelhoden angesehen. Auch hier sollte auf die unabdingbare Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen hingewiesen werden.

Ohne Frage ist eine beträchtliche chirurgische Erfahrung und Fertigkeit für die operative Behandlung des Hodenhochstandes unabdingbar. Hier ist sicherlich eine interne wie vielleicht auch eine externe Kontrolle der Ergebnisse anzustreben.

Den Ausführungen von Kollege Städtler kann ich nur beipflichten, insbesondere seiner Skepsis bezüglich der hormonellen Therapie. Histologische Befunde einer Inflammation und vermehrter Apoptose bei Kindern, die nach dem ersten Geburtstag mit HCG behandelt wurden, haben in anderen Ländern zur generellen Ablehnung der Hormontherapie geführt (3, 4). Allerdings wird aufgrund methodischer Schwächen dieser Arbeiten in der aktuellen S2-Leitlinie zum Hodenhochstand die Hormontherapie nur im ersten Lebensjahr empfohlen, da hier wahrscheinlich die Ausreifung des Keimepithels begünstigt wird.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0073c

Dr. med. Michael J. Mathers
Urologische Gemeinschaftspraxis
Kooperationspartner der Universität Witten/Herdecke
Fastenrathstraße 1
42853 Remscheid
E-Mail: irtima@t-online.de

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Koff WJ, Scaletscky R: Malformations of the epididymis in cryptorchidism. J Urol 1990; 143: 340–3 MEDLINE
2.
Gill B, Kogan S, Starr S, et al.: Significance of epididymal and ductal anomalies associated with testicular maldescent. J Urol 1989; 142: 556–8 MEDLINE
3.
Ritzen EM, Bergh A, Bjerknes R, et al.: Nordic consensus on treatment of undescended testes. Acta paediatrica 2007; 96: 638–43 MEDLINE
4.
Dunkel L, Taskinen S, Hovatta O, Tilly JL, Wikström S: Germ cell apoptosis after treatment of cryptorchidism with human chorionic gonadotropin is associated with impaired reproductive function in the adult. J. Clin Invest 1997; 100: 2341–6 MEDLINE
5.
Mathers MJ, Sperling H, Rübben H, Roth S: The undescended testis: diagnosis, treatment and long-term sequelae [Hodenhochstand: Diagnostik, Therapie und langfristige Konsequenzen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 527-32 VOLLTEXT
1. Koff WJ, Scaletscky R: Malformations of the epididymis in cryptorchidism. J Urol 1990; 143: 340–3 MEDLINE
2. Gill B, Kogan S, Starr S, et al.: Significance of epididymal and ductal anomalies associated with testicular maldescent. J Urol 1989; 142: 556–8 MEDLINE
3. Ritzen EM, Bergh A, Bjerknes R, et al.: Nordic consensus on treatment of undescended testes. Acta paediatrica 2007; 96: 638–43 MEDLINE
4. Dunkel L, Taskinen S, Hovatta O, Tilly JL, Wikström S: Germ cell apoptosis after treatment of cryptorchidism with human chorionic gonadotropin is associated with impaired reproductive function in the adult. J. Clin Invest 1997; 100: 2341–6 MEDLINE
5. Mathers MJ, Sperling H, Rübben H, Roth S: The undescended testis: diagnosis, treatment and long-term sequelae [Hodenhochstand: Diagnostik, Therapie und langfristige Konsequenzen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 527-32 VOLLTEXT

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